Falknis (2560 m) via Enderlinhütte SAC


Publiziert von marmotta , 1. Mai 2013 um 23:29.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum: 1 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   FL 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Strecke:Maienfeld SBB - Bovel - Steigwald - Enderlinstein (P. 977) - Enderlinhütte SAC - Fläscher Fürggli - Falknis retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Maienfeld
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Maienfeld

Die Besteigung des Falknis (2562 m) von Maienfeld via Enderlinhütte SAC ist für mich DER Klassiker für die Saison-Randzeiten. Die steilen, südwestexponierten Grasflanken sind voll dem milden Klima des Rheintals mit häufigen Föhnwetterlagen ausgesetzt und apern dementsprechend schnell aus. Somit kann die Route über die Enderlinhütte zum Fläscher Fürggli auch sehr früh oder spät im Jahr begangen werden.
 
Die Route ist auf dieser Plattform bereits hinreichend beschrieben, daher nur einige Hinweise und Infos zu den aktuellen Verhältnissen:
 
Die Route ist bis zum Fläscher Fürggli (2245 m) bereits komplett schneefrei, lediglich die zu querenden Runsen sind noch mit altem (Lawinen-)Schnee gefüllt. Dies ist bei der aktuellen Witterung unproblematisch, da der Schnee trittweich ist. In den Runsen unter den Falknistürm, wo das Wasser derzeit herunterschiesst bzw. die dreckigen Schneebrücken unterspült, besteht einzig die Gefahr, nasse Füsse zu bekommen. Dies gilt auch für die Querung des Bachlaufs unter dem Gleggtobel ganz zu Anfang (Beginn des Enderlinhüttenwegs) - für mich heute die Schlüsselstelle, vor allem im Abstieg, als ich erst einige Meter flussabwärts steigen musste, um -nach längerem Herumprobieren- eine geeignete Stelle für die Querung des momentan reissenden Bachs auf rutschigen Steinen zu finden. Schliesslich wollte ich ja eine Wanderung und keine Canyoning-Tour machen…
 
Auch nach dem Fläscher Fürggli kann man erstaunlich lange dem Schnee ausweichen, in dem man etwas links haltend, dem Grat entlang aufsteigt. Die Schneepassagen beschränken sich auf wenige Minuten und werden immer wieder von längeren, aperen Rippen unterbrochen. Der Schnee ist mittlerweile gut verfirnt, so dass ich trotz sehr warmer Temperaturen (Föhn!) maximal knöcheltief eingesunken bin. Insgesamt sind die Verhältnisse für diese Tour momentan bereits ausserordentlich gut. Da es in der Region bereits längere Zeit keine ergiebigen Niederschläge mehr gegeben hat, ist der steile (und wegen der schmalen, teils exponierten Wegführung im abschüssigen Gelände bei Nässe heikle) Abschnitt zwischen den Falknistürm und dem Fläscher Fürggli furztrocken - selbst im Sommer habe ich selten bessere Verhältnisse vorgefunden!
 
Durch die nun bereits fast 3 Wochen anhaltende Periode mit viel Sonnenschein und ausserordentlich milden Temperaturen (auch nachts) ist die Schneeschmelze im St. Galler Rheintal bereits weit vorangeschritten. Es liegt fast rekordverdächtig wenig Schnee, selbst bei meiner immerhin 2 Wochen später ausgeführten Tour am 14.05.2011 (click) lag noch mehr Schnee am Falknis, und das nach einem dazumal sehr schneearmen Winter. Noch vor 2 Wochen hätte ich dies nie für möglich gehalten! Dies verdeutlicht wieder einmal, dass am Ende des Winters eine Prognose der Schneeschmelze bzw. der Zeitpunkt, wann die Wandersaison wo lanciert werden kann, sehr schwierig ist.
 
Am Gipfel blies ein mässig starker Südwind. Es war sehr viel Feuchtigkeit in der Luft, so dass die Sicht leider stark getrübt war. Dies ist umso bedauerlicher, als der Falknis wohl einer der besten Aussichtsgipfel der gesamten Ostschweiz sein dürfte. Wenigstens profitierte ich von der leichten Föhntendenz, die mir sehr warmes und ziemlich sonniges Wetter bescherte. Auf dem Abstieg liess ich mich an der Enderlinhütte in der Sonne braten - das Thermometer zeigte (im Schatten und auf knapp 1500 m Höhe) 21 °C an…
 
Abgesehen von einem einzelnen Bergläufer, der mir auf dem Abstieg am Fläscher Fürggli begegnete, habe ich auf der gesamten Tour keine Menschenseele angetroffen.
 
Eigentlich war es ja mein Ziel, vom Bahnhof cff logo Maienfeld in weniger als 3 h den Gipfel des Falknis zu erreichen. Schliesslich suggeriert die Wegzeitangabe von 3 ½ h auf dem Schild am Bahnhof, dass dies auch für den Durchschnittswanderer locker zu schaffen sei… Nun, ich muss zugeben, dass ich mein Zeitziel knapp verfehlt habe, angesichts der doch etwas erschwerten Bedingungen (Schnee) im obersten Abschnitt bin ich aber auch mit meiner Zeit von 3 h 10 min einigermassen zufrieden.. :-) Ginge man das Ganze im Stile eines Wettkampfes an (was ich auf meinen Wanderungen grundsätzlich NICHT mache), wäre diese Zeit selbstverständlich bei Weitem zu unterbieten!                

Tourengänger: marmotta

Galerie


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