Brechhorn (2032 m, via Ostflanke) - der Bergfrühling hat Einzug gehalten


Publiziert von gero Pro , 3. Mai 2013 um 21:17.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Kitzbüheler Alpen
Tour Datum: 1 Mai 2013
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1080 m
Abstieg: 1080 m
Strecke:P Beginn Unterer Grund - Ebenaualm - Durachalm - Breitlabalm - Brechhorn - Wirts-Hochalm - Wirts-Mitterleger - Wirts-Grundalm - Ebenaualm - P (11,4 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von M kommend, auf der Inntal-Autobahn mautfrei bis Kufstein-Süd. Von dort über Landstraßen Richtung Kitzbühel und nach Kirchberg; dort hinein ins Spertental bis Aschau. Geradeaus durch Aschau hindurch, an der Oberlandhütte vorbei; 300m danach am Eingang zum Unteren Grund gebührenfreier Großparkplatz.
Kartennummer:Freytag & Berndt Kitzbüheler Alpen und Pinzgau (Nr. 38)

Seit langer Zeit entkomme ich endlich mal wieder der mittelfränkischen Nebelsuppe und wandere um 5:30 Uhr hinein in die Bergsaison 2013. Allerdings beginnt sie gleich mit einem Verhauer: die Wanderkarte am Großparkplatz zeigt einen Weg, der nach Überquerung des Baches an der Ebenau-Alm (ca. 1020 m) vorbei und unmittelbar danach die lange Ostflanke des Brechhorns über mehrere Almen (s. nachfolgend) hinaufführt. Erst auf dem Rückweg fällt mir auf, daß dies eigentlich die Skiroute ist. Na, egal - später wird sich auch zeigen, daß dieser steile, über weite Strecken pfadlose Anstieg gar nicht so ungünstig ist, wenn man etwas Ortsgespür hat.

Der (momentan?) sehr schlecht markierte Normalweg zweigt hinter dem letzten Gebäude der Ebenau-Alm (die fälschlicherweise (?) mit einem Schild als Durach-Alm bezeichnet ist, diese liegt aber viel weiter droben) ab. Ich folge also einem Steig, der den steilen Wiesenhang hinter der Ebenau-Alm hinaufführt; manchmal gluckern die Schmelzwässer als munteres Bächlein diesen Steig hinunter, die Wiesen sind deshalb stellenweise ziemlich morastig.

Bereits um 6 Uhr tönt aus Aschau erstmals eine der vielen Maifeiertags-Kapellen herauf; ich werde heute noch des öfteren zu zünftigen Klängen marschieren, die immer wieder für stimmungsvolle Untermalung sorgen.

Nach einer guten Stunde habe ich die Hütten der Durach-Alm (1413 m) erreicht; sie sind noch unbewirtschaftet, der Bergsommer hat natürlich noch nicht begonnen. Eine Fahrstraße kommt nordseitig aus Aschau herauf und leitet weiter Richtung Norden zur Premalm - ich folge ihr nicht, sondern wandere auf einem deutlich ausgeprägten Wiesenweg südwärts den Hang hinauf.

Etwa 90 Minuten nach Abmarsch passiere ich eine Holzhütte neueren Datums - sie trägt wohl keinen Namen, hier endet eine wieder von Norden einmündende Wirtschaftsstraße. Wie geht es weiter? Am besten einfach den Steilhang hinter der Hütte aufwärts, immer westwärts die Ostflanke des Brechhorns hinauf. Der Hang sieht ungemütlicher aus, als er dann in Realität ist - gelegentlich geht es nun über Schneeflecken, die schließlich am oberen Ende des Hanges eine nahezu geschlossene Schneedecke bilden (ca 1600 m).

Nach einiger Zeit schnalle ich nun doch die mitgeschleppten Schneeschuhe unter; ich passiere den unauffälligen Duracher Kogel (1773 m) und wenig später die Breitlabalm (1768 m), 2 Std nach Abmarsch. Sie liegt wenige Meter nordseitig des nun ausgeprägten, aber unschwierigen Brechhorn-Ostgrates - dort herrscht noch tiefer Winter!

Erst nachdem ich den nächsten Gratkopf erreicht habe (1880 m), sehe ich erstmals mein heutiges Ziel: jenseits eines kleinen, namenlosen Passes (ca. 1850 m, 2 1/2 Std, Wegweiser)  erhebt sich das Brechhorn. Es geht nun nochmals steil bergauf, aber erstmals sagen mir heute einige Markierungen, daß ich auf dem richtigen Weg bin.

Um 8:35 Uhr, also ziemlich exakt nach 3 Std. Aufstieg, stehe ich dann droben auf dem Brechhorn (2032 m) - mutterseelenallein, Skibergsteiger kommen nun keine mehr herauf (dafür müßte man die Brettl'n zu weit tragen) und Wanderer gibt es außer mir fast noch keine.

Das Wetter zeigt sich leider EXTREM dunstig - das nicht weit entfernte Kitzbüheler Horn ist fast nicht zu sehen, und die hohen Tauern ebenfalls nicht. Einzig das Wahrzeichen der Kitzbüheler Alpen - der Große Rettenstein - ragt gegenüber in den diesigen Himmel.

Als Rückweg habe ich mir den durchgehend markierten und beschilderten "Normalweg" südseitig über die diversen Wirtsalmen ausgesucht. Die Wirts-Hochalm (1618 m) markiert die Grenze der momentan südseitig geschlossenen Schneedecke. Darunter sorgen Krokuswiesen für Bergfrühlingsgefühle. Am Wirtsalm-Mitterleger (ca. 1400 m) muß man sehr aufpassen, daß man den Weiterweg Richtung Aschau nicht verfehlt: nicht der ausgeschilderten Forststraße Richtung Hintenbachalm folgen (sie führt mit großem Umweg in den hinteren Teil des unteren Grundes), sondern mit roter Markierung hinter dieser Almhütte den Bergsteig benutzen, der bald nordseitig Richtung Aschau führt.

Nun geht die Bergtour dem Ende entgegen; mitten im lichten Bergwald ist eine "Umleitung" wegen angeblichen Steinschlags ausgeschildert, und nach einiger Zeit komme ich an der Wirts-Grundalm vorbei. Nun ist es nicht mehr weit, bis der Weg an der Ebenau-Alm vorbei zum Ausgangspunkt, dem Großparkplatz südlich von Aschau, ankommt.

Fazit:
mit Orientierungssinn empfiehlt sich der unmarkierte, über weite Strecken pfadlose (aber unschwierige) Anstieg über die Ostflanke des Brechhorns als Alternative zu den Normalwegen.

Tourengänger: gero

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Geodaten
 15675.gpx Von Aschau auf das Brechhorn via Ostflanke

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Kommentare (3)


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83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 3. Mai 2013 um 21:23
Ich gratuliere zum 200. Bericht! Und natürlich zur gelungenen Tour!

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 4. Mai 2013 um 08:11
willkommen im Frühling, Georg - und hoffentlich bald im Sommer!
lg, Felix

Jackthepot hat gesagt:
Gesendet am 7. Mai 2013 um 23:15
Hallo Georg,

Gratulation zur Tour und zum 200sten Bericht. Ich wünsch dir noch viele weitere 'Berichte' mitsamt den erfolgreich und gesund abgeschlossenen Touren ;-).
Eine schöne Bergsaison 2013 wünscht dir
Harald


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