Wat-er-wonderful-world oder Seensucht


Publiziert von Henrik , 28. April 2013 um 22:19.

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum:27 April 2013
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-FR   CH-VD 
Strecke:Manger à Morat
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:TK

... Zitat: „Der Winter ist in Mitteleuropa ein leider jährlich wiederkehrendes Übel, an dieser Tatsache kommt man nicht vorbei...“ oder „...diese Woche nun geht’s dem scheusslichen Weiss an den Kragen...“ oder wie kopfsalat es hervorragend organisierte, man widmet sich dem Gefieder auf Holz und Wasser. Wir wollten eigentlich die Region am Ende des Lac de Neuchâtel  besuchen und einen neuen Eintrag generieren, wovon hier noch keiner berichtet hat! Ich schlug vor, uns angesichts des anstehenden Nass’ aus der Höhe und dem angekündigten Schneefall bis auf 500 m hinunter, wieder mal die Dreiseenfahrt zu Gemüte und Magen zu führen – womit ich bei Claudia wieder Punkte abholte. Mit einer TK (der 9-Uhr-Pass ist ja nicht gültig am WE) begaben wir uns zuerst nach Biel, mit dem ICN, der um 8.03 ab Gleis 14 „abhob“ durchs Laufental, das gemäss einer Vorinformation der SBB, ab Fahrplan 2015, nicht mehr ab Basel mit Genf verbunden sein wird sowie einer Ausdünnung des S-Bahn-Betriebes – wohl als Antwort der politischen Insuffizienz der Anrainerkantone, immer noch nur einspurig das Birstal befahren zu können...
 
... beim Südausgang des Bahnhofs Biel zur Schiffsanlegestelle erfährt einer zuerst mal etwas Weite – der grosse Platz und dahinter viel Raum. Die Brücke über die Zihl ist zugleich Entwässerungsgraben wie Strasse zum Port der BSG(Bieler-Schifffahrts-Gesellschaft). Dort ankern verschiedene Typen Schiffe, darunter auch ein Katamaran (weltgrössten Solar Katamaran MobiCat). Während in Basel aktuell die „Baselworld“ sich ein Stelldichein gibt, empfängt uns am Hafen eine Stele der OMEGA. Dahinter noch gut vertäut das MS „Petersinsel“, das die kommenden drei Stunden uns Dach (absolut nötig) und unverzichtbar auch Wärme(-Schutz) anbietet, denn draussen an der Reling stehend ist es empfindlich kalt. Claudia spekulierte noch auf Angora zuhause – nicht so absurd meine ich! Bugseitig hat sich eine Gruppe installiert, die später die Petersinsel betritt – danach sitzen nur noch einige Menschen auf dem langen Boot, das wie von geführter Hand über die Seen gleitet. Es regnet, nicht sturzbachartig, aber beharrlich.
 
... wir nippen an einem Glas Weisswein der Region – als auf einem Nachbartisch Pommes gereicht werden, knurrt der Magen „seensüchtig“. Wir ertappen uns beim Sinnieren und stellen fest, dass ein Besuch der Petersinsel gelegentlich fällig ist, weil wir dort gemeinsame mystische Erlebnisse erfahren durften...1995.
 
... bei der Durchfahrt durch den Zihlkanal erzählt die Uferpromenade ganz unterschiedliche Geschichten: orografisch links liegen Nachen oder Nauen oder Ledischiffe der örtlichen Kiesindustrie, dahinter die einzigste (z. Z. stillgelegte) Raffinerie von Cressier (NE), rechts ist Landwirtschaftzone mit weiträumigen Feldern. Bei Thielle führt die Kantonsstrasse über den gleichnamigen Wasserarm, später die Eisenbahnbrücke der Linie Bern – Neuchâtel. Übrigens, die Kantonsgrenze liegt inmitten des Kanals. In einem weiten Bogen fährt die „Petersinsel“ in den Canal de Broye hinein, in dessen Mitte auch wieder die Kantone sich aneinander reiben. Der Regen schlägt weiterhin an die grossflächigen Panoramafenster, draussen schwimmen Schwanschulen elegant an uns vorbei und gleichermassen elegant schwingt sich die Holzbrücke „Pont Rotary“ von einem Ufer ans andere. Weder in La Sauge, Trois-Lacs noch in Sugiez steigen Passagiere zu oder verlassen das Schiff. Der Mont Vully gerät ins Blickfeld und auch die Erinnerungen mit Pfaelzer und Baldy und Connys Angelos unseres gemeinsamen Spazis am 15. Januar 2011.


 
 ... in der „Jägerstube“ an der Hauptstrasse in Murten finden wir Platz und etwas Gemütlichkeit, ein Glas Wein und e „zünftig“ Tagesmenu, mit u. a. Pommes. Hernach hält Claudia wieder mal Ausschau nach Schuhen und e „nois“ Badkleid, huch! Befund: weder das Eine noch das Andere gefunden. Dafür entdecken wir in Fribourg den ultimativen Mall, den es so weder in Zürich, Basel oder Bern gibt: statt überirdisch, alles unterirdisch. Das führt zur Situationskomik, dass wir der Kälte wegen fast wie Inuits eingepackt sind und den Kids, die schon im Sommerröckchen und den Plateau-Heels daherkommen – vom Bett ins Auto und leicht bekleidet in den Shopping-Event im Zentrum. Ein weiteres Highlight ist die architektonische Anleihe ans KKL: das Equilibre, das moderne Saaltheater inmitten von Fribourg. So erfüllt von der nicht nur sprachlichen Andersartigkeit einer Region, die uns doch noch fremd ist, verlassen wir die Uni-Stadt im Uechtland, brausen mit einem IC nach Bern und schliesslich im IR nach Basel zurück – über eine sehr enge Passarelle (das muss hier einfach wieder mal abgeladen werden). Im Lichte Fribourg’s scheint uns Basel fast eine Provinz zu sein... 


Gourmessa mit Claudia

 
  

Tourengänger: Henrik

Galerie


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