Massenauftrieb durch die NO-Rinne auf den Eisenerzer Reichenstein


Publiziert von mountainrescue Pro , 27. April 2013 um 14:43. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ennstaler Alpen » Eisenerzer Alpen
Tour Datum:27 April 2013
Ski Schwierigkeit: SS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-ST 
Zeitbedarf: 3:45
Aufstieg: 1055 m
Abstieg: 1055 m
Strecke:Präbichlerhof-NO-Rinne-Reichenstein-Rote Rinne-Rottörl-Präbichlerhof

Es wird, langsam aber sicher, wirklich Zeit, die Schi allmählich ins "Eck" zu stellen. Auf der anderen Seite darf ich mich heuer aber auch wirklich nicht beschweren. Es war, nach anfänglich schwachem Start des Winters, eine sehr erfolgreiche Schitourensaison mit vielen, schönen Touren. Daher musste, zum voraussichtlichen "Saisonabschluss", schon eine etwas anspruchsvollere Tour her. Den Eisenerzer Reichenstein, mit Aufstieg durch die NO-Rinne und anschließender Abfahrt durch die Rote Rinne, hatte ich mir heute zum Ziel auserkoren. Der "Leidtragende" war diesmal Luca, denn der durfte auf diese Tour nicht mit. Die Wettervorhersage, zumindest für heute Vormittag war noch ganz leidlich und nach einem frühen Start wollte ich ja am späteren Vormittag meine Tour schon wieder beendet haben.

Bei der Anfahrt auf den Präbichl standen bereits in der Arena einige Autos und ich sah auf der Schipiste schon einige TourengeherInnen bergwärts streben. Beim Präbichlerhof, wo ich meine Tour startet, standen ebenfalls bereits einige Autos - allein war ich heute also nicht am Berg unterwegs. Man konnte heute noch problemlos direkt vom großen Parkplatz weg die Tour starten. Gemütlich ließ ich es "angehen" und bummelte bergwärts. Am Ende der Bergstation des Schigebiets konnte ich schon eine kleine "Kette" von TourengeherInnen sehen, die Richtung Reichenstein unterwegs zu sein schienen.

Es war mit fast 8° Celsius beim Start bereits relativ warm gewesen, aber der Schnee war eine kompakte Altschneedecke mit einer 3-5cm dicken Firnschicht obenauf. Bei dem kleinen Tümpel teilten sich dann die Tourengehergruppen. Während einige weiter Richtung NO-Rinne anstiegen, zweigten die anderen zum Sommerweg ab. Einige apere Stellen gibt es bereits beim Zugang zur NO-Rinne und hier trug ich die Schi einfach. Wo sich der Weg in die Rinne jedoch aufzusteilen beginnt, dort zieht eine kompakte Schneedecke nach oben.

Die Schispur endet heuer relativ tief und nun sind Steigeisen gefragt. Es ist eine schön ausgetretene Spur, die in die NO-Rinne hineinzieht. Gemütlich setzte ich Schritt vor Schritt und gewann rasch an Höhe.

Nach fast genau 2 Stunden stand ich am Gipfel des Eisenerzer Reichenstein.

Ein Blick in die Rote Rinne zeigte mir, dass eine Befahrung noch problemlos möglich war. 2 Tourengeher waren bereits bei der Abfahrt begriffen.

Als ich bei der Reichensteinhütte vorbei kam, sah ich, dass der Wirt bereits mit der Vorbereitung für die heurige Sommersaison begonnen hat. Dafür war aber heute keine Zeit, denn der Schnee würde durch die zunehmende Wärme sicher nicht besser werden; also rasch zur "Einstiegsstelle" der Roten Rinne und nix wie runter.

Die Abfahrt selbst war nicht berauschend. Im oberen Teil eine 10cm Sulzschneeschicht und wo die Rinne sich verengt, haben Lawinen ziemlich tiefe "Gräben" hinterlassen. Durch die Befahrer der Rinne wird die Sulzschneeschicht abgetreten und es rauscht, links und rechts in den tiefen Furchen, ziemlich unheimlich der Schnee zu Tal. Wo sich die Rinne weitet ist es ganz schön zu fahren, allerdings liegen ziemlich viele Steine an der Oberfläche im Schnee.

Im Talgrund angekommen, fellte ich wieder an und hatte einen kurzen Gegenanstieg von ca. 160Höhenmetern bis auf das Rottörl zurückzulegen. Auch hier war der Schnee schön kompakt und hatte eine dünne Firnschicht obenauf. Bis auf das Rottörl kann man problemlos mit den Schi ansteigen; allerdings ist die andere Seite, Richtung Präbichl, schon ziemlich ausgeapert und ich musste meine Schi den Grete-Klinger-Steig entlang tragen bis ich ein Schneeband erreichte, das mich zurück ins Tal schwingen ließ.

Auch bei der Abfahrt zurück ins Tal sind bereits einige Unterbrecherstellen, wo man die Schi abschnallen muss vorhanden. Den schönsten Teil der Abfahrt stellte heute zweifelsohne die Abfahrt von dem kleinen Tümpel zurück zum Präbichlerhof dar - unbeschwertes Schwingen in leichtem Frühjahrssulz.


Fazit der Tour bei Erstellungsdatum: Heute eingeschränkt-empfehlenswerte Tour; durch die Wärme friert die Schneedecke nicht mehr und die Rote Rinne selbst ist durchzogen von bis zu 1m tiefen "Furchen". Im breiteren Teil recht leidlich zu fahren. Die Abfahrt vom Rottörl ist nicht mehr möglich, man muss etwas den Grete-Klinger-Steig entlang gehen, bis man ein, noch, kompaktes Schneeband findet, das, zumindest heute noch, die problemlose Abfahrt zuließ. 

Einige Tourdaten:
Gesamtzeit: 03:41:42
Zeit in Bewegung: 01:59:01
Zeit im Stillstand: 01:42:41
Strecke: 7,012 km
Maximale Höhendifferenz: 877 m
Aufstieg gesamt: 1055 m
Abstieg gesamt: 1055 m


Tourengänger: mountainrescue

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