Glogghüs 2534m


Published by Bergmuzz , 6 April 2013, 01h35.

Region: World » Switzerland » Bern » Oberhasli
Date of the hike: 1 July 2010
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE   CH-OW   Westliche Melchtaler Alpen 
Time: 6:00
Height gain: 1215 m 3985 ft.
Height loss: 1215 m 3985 ft.
Route:Mägisalp - Käserstatt - Hochsträss - Glogghüs - Metzgerchälen - Rothorn - Läuber - Mägisalp
Maps:255T Sustenpass 1:50000 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo

Heute stand meine Vorgeburtstagstour auf dem Programm und weil ich bereits sooo lange auf den Glogghüs wollte, war das genau das richtige Geschenk für mich. Glogghüs-Versuch Nr. 1 war ja vor ein paar Wochen kurz unterhalb des Gipfelaufschwungs gescheiteter. Das konnte und wollte ich so nicht auf sich beruhen lassen. Vor allem nicht weil der Glogghüs mein absoluter Lieblingsgipfel ist und ich ihn jeden Winter immer wieder sehnsüchtig anschauen muss ohne jemals oben gestanden zu haben. Somit hiess es Aufbruch in den Hasliberg. Endlich konnte ich mal im Sommer mit der Achtergondelbahn fahren was irgendwie speziell ist wenn man sie sonst nur im Winter benützt.

Start war dann auf der Mägisalp. Von dort ging es dem Murmeliweg entlang sanft hinauf nach Käserstatt. Toll wie viele Mungen man hier zu sehen bekommt und dann noch so nah am weg. Eine Empfehlung für alle Familien. Kurz vor Käserstatt habe ich dann direkt den Weg nach Hochsträss angepeilt. Auf diesem irgendwie ziemlich mühsam und steil den Hang hinauf bis Hochsträss. Von dort dann angenehmer auf dem Geländerücken Richtung Fulenberg zur Verzweigung wo der Alpinwanderweg beginnt. Diesen habe ich dann natürlich auch eingeschlagen. Vom Fulenberg bis zum Fuss des Glogghüs ist es sicher noch kein Alpinwanderweg sondern eher T2. Aber kurz nach der Bergstation der Sesselbahn Glogghüs zieht der Wanderweg an und es wird steiler und die Grass flanke abschüssiger. Nun folgt ein erster Aufschwung auf den Glogghüs. An dieser Stelle hatten wir uns das letzte Mal die Zähne ausgebissen und mussten umkehren. Heute erschien mir der Aufschwung unschwierig vor allem weil einem oben wieder ein schöner Pfad erwartet. Auf diesem weiter zum zweiten Aufschwung der nun mit einem Fixseil gesichert ist und ausgesetzt um die Kante herum führt. Spätestens ab hier ist man im T5 Bereich angekommen. Linkerhand pfeift es ganz schön runter und rechts auch. Jetzt noch kurz über den Grat zum Gipfelkreuz. Endlich endlich endlich.. juhu !! Ich stehe auf dem Glogghüs meinem Lieblingsgipfel. Die Aussicht ist umwerfend und ich bin irgendwie extrem überwältigt. Da will ich mich doch gleich mal im Gipfelbuch verewigen. Doch nein... in der Box ist kein Gipfelbuch. Nur gähnende Leere und ein Stift. Das geht ja gar nicht! Das nächste Mal nehme ich ein neues Buch mit. Das steht jetzt schon fest.

Nach einer Pause mit Verpflegung geht es weiter vom Glogghüs zum Rothorn. Dieser Abschnitt führt bis auf zwei kurze Kamine immer ausgesetzt am Grat entlang und benötigt definitiv Trittsicherheit und sicheres Gehen. Ein etwa 10m hoher Kamin muss kurz ab geklettert werden. Er stellt aber keine grosse Schwierigkeit dar. Spannend ist wie der Pfad immer wieder Zacken und exponierte Stellen elegant meistert. Nach dieser exponierten Gratbegehung stehe ich schon bald vor der Metzgerchälen. Der Pfad führt hier steil in der Grasflanke auf der Westseite des Glogghüs abwärts in die Chälen. In dieser hilft auf der anderen Seite ein Fixseil über den plattigen Aufschwung. Hier muss kurz etwas zu gepackt werden und dann geht es um einen Felsen herum und die Markierungen sind wieder sichtbar. Diesen in einem anregenden Auf und Ab weiter folgen bis auf den Gipfel des Rothorns. Im Aufstieg ist nochmals eine kurze Kraxelstelle zu bewältigen die aber auch rechts im Gelände umgangen werden kann. Leider hatte sich genau bei meinem Gipfelbesuch eine Wolke um den Gipfel gewickelt. Das war gar nicht nett von der Wolke. Nun ja.. wenn es nichts zu sehen gibt also weiter auf dem Grat zum Läuber. Langsam wird der Grat wieder etwas breiter und das Gelände verliert etwas an Exponiertheit. Trotzdem hat es immer mal wieder Fixseilstellen und auch weiterhin ist volle Aufmerksamkeit gefragt. Der Läuber ist mehr eine kleine Graskuppe als wirklich ein Gipfel. Ich entscheide mich für den Direktabstieg vom Läuber zur Mägisalp durch einen Geröllhang. Dieser ist dank Surfen rasch bewältigt und ich vernichte ziemlich effizient 300 Höhenmeter. Etwa bei Pt. 1981 biege ich wieder auf den Bergwanderweg ein zur Mägisalp und folge diesem auf einem wunderbaren Pfad hinunter zur Mägisalp. Als krönender Abschluss gab es dann noch eine kurze Abfahrt mit dem Trotti nach Bidmi und von dort ging es mit der Gondelbahn hinunter nach Reuti.

Fazit: Ich bin völlig fasziniert von dieser Tour über den ganzen Grat. Die Wegführung ist zwar sehr exponiert aber auch äusserst anregend und ich habe endlich meinen Lieblingsgipfel bestiegen. Das heute war ein wirklich tolles Geburtstagsgeschenk für mich selber. Was für ein Tag und was für eine Tour. Die Schwierigkeit würde ich mit T5 bewerten. Es benötigt unbedingt Trittsicherheit und sicheres Gehen in steilem Gelände. Diese Tour habe ich sicher nicht das letzte Mal gemacht! Bis bald mein lieber Glogghüs.

Bergmuzzä Tourenbericht
http://www.bergmuzzae.ch/wp4/?p=3855

Hike partners: Bergmuzz


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