Skitour übers Tüfelsjoch


Publiziert von El Chasqui Pro , 2. März 2013 um 20:46.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 2 März 2013
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1900 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW nach Urnerboden.

Sektionstour des Firmensportclubs über das Tüfelsjoch - endlich mal ohne Probleme?

Mit der ersten Seilbahn um 06.30 ab Urnerboden erreichten wir den Fisetenpass. Wunderschöne Morgenstimmung begleitete uns im Aufstieg über das Rund Loch Richtung Gemsfairenstock. Dieses Jahr hat es sehr viel Schnee in diesem Gebiet. Wir erreichten in guten 2 Stunden und zwanzig Minuten den Gipfel des Gemsfairenstocks.
Nun ging es steil hinab zum Claridenfirn, der Schnee liess etwas zu wünschen übrig, bereits recht von der Sonne bearbeitet.
Nun fellten wir wieder an. Zuerst nur leicht ansteigend Richtung Clariden ging es nach gut 20 Minuten rechts weg Richtung Tüfelsjoch. Wir waren heute die ersten, aber die Spuren der Vortage waren gut erkennbar. Diesmal war die Spur sehr weit nach rechts angesetzt. Und wenn man meint, auf der Karte sieht das nicht mal so steil aus, der irrt. Rund 30 Meter unter dem Joch zogen wir die Skier aus und stiegen zu Fuss hoch. Das ging erstaunlich gut, war der Schnee nun natürlich auch schon schön aufgetaut. Es ist wirklich steil, aber irgendwie hatten wir da die letzten beiden Male mehr Probleme hochzukommen.
A propos Probleme. Beim ersten Mal hatten wir den (alten) Abstieg auf die Nordseite völlig unterschätzt und dokterten mehr als eine Stunde ungesichert am Fixseil herunter, beim zweiten Mal seilten wir am Fixseil ab, aber irgend so ein Schlaumeier hatte mittendrin einen Knoten platziert und man musste mühsam den Abseilachter umhängen. Und jetzt gibt es ja die neue Abstiegstelle, das sollte kein Problem sein. War es auch nicht. Aber beim Bereitmachen machte sich ein Ski selbständig und rutschte zurück auf die steile Südseite. Zum Glück hatten wir ein Seil dabei und so liessen wir unseren jüngsten und fittesten Teilnehmer am Seil und über steiles Gelände zum Ski herunter und zogen ihn dann anschliessend - mit Ski - wieder hoch.

Beim Nordabstieg geht es zuerst einige Meter den Ketten entlang, bis man in das steile Schneecouloir kommt, das mit Fixseilen ausgerüstet ist. Wir haben entschieden, mit Steigeisen und Gstältli (Bandschlinge mit Karabiner für Kette bzw. Prusik für Seil) abzusteigen. Das ist sicher und schnell.

Nun, als wir unten waren kam er, der 900 Meter lange Powderhang. Oben hat ihn der Wind ganz schön bearbeitet, aber nach gut einem Fünftel wurde es richtig super. Wir genossen den stiebenden Schnee und erreichten etwas mehr als einer Stunde und am Schluss über die Klausenpassstrasse wieder den Urnerboden.

Tüfelsjoch, wahrlich eine grandiose Skitour, der Pulverschneespass muss man sich mit einem nicht ganz einfachen Zustieg aber schwer verdienen.


Tourengänger: El Chasqui


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