wir finden immer wieder grossen Gefallen - auf dem Chli Schnierenhireli


Publiziert von Felix Pro , 28. Februar 2013 um 12:24. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Emmental
Tour Datum:27 Februar 2013
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-LU 
Aufstieg: 975 m
Abstieg: 975 m
Strecke:Parkplatz Hinder Schönisei - P. 1136 - (P. 1203) - Mirrenegg - P. 1495 - P. 1771 - Stüssibode - Chli Schnierenhireli; zurück auf derselben Route
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Langnau, Wiggen, Schangnau und Kemmeribodenbad (5 Fr. Gebühr)
Kartennummer:1189, 1209

Bei kühlen -13° starten wir beim Parkplatz Hinder Schönisei als Erste; zwei weitere Tourengänger sind wenig später ebenfalls angefahren - wir werden sie auf dem Gipfel wieder antreffen. Blauer Himmel wölbt sich zwar über uns, doch eine weite Strecke werden wir im Schatten hochlaufen, bis die Sonne über dem Brienzergrat erscheinen wird. Über den winterlich-frostig sich präsentierenden Murebach marschieren wir dem gepfadeten Fahrweg entlang bis kurz vor P. 1203, wo die Spur über die sich hochziehende Waldlichtung führt. Nach einer kurzen Waldpassage erreichen wir schnell wieder offenes Gelände und wenig später die Gegend um Mirrenegg - der Schnee weist nach wie vor erfreuliche Pulver-Qualität auf.

 

Flacher geht’s nun weiter zu P. 1495, wo die steilere Traverse unter dem ersten Lawinenhang durchführt - heute ist jedoch hier nicht einem Abgang zu rechnen. In etwa dem Sommerweg folgend, schreiten wir westlich von Ällgäuw und Obers Läger vorbei und höher zur nächsten Steilstufe nach P. 1771; hier könnte bei mehr Schnee und schlechteren Wetterverhältnissen (zum Glück ist’s heute so kalt K) eine weitere Lawine drohen. Immer noch können wir guten, etwas älteren Spuren folgen - damit ist jedoch mit dem Ankommen auf Stüssibode zu Ende: der von der Ällgäuwlicka und vom  Chli Schnierenhireli oft stark hinunterwehende Wind hat diese zugedeckt, und teilweise eine beträchtlich hohe, lockere Schneemasse (mit Deckel) hinterlassen. Immerhin geniessen wir im ersten Sonnenlicht den famosen Ausblick auf Hohgant  und Schratteflue, welche beide von hier aus uns ein jedes Mal aufs Höchste erfreuen.

 

Nach einer kurzen Stärkung sind wir gewappnet für den Schlussteil; wie bin ich jedoch froh und dankbar, als mich zuerst Ursula, später für den gesamten verbleibenden Aufstieg, Dominik in der Spurarbeit ablöst - mit den Schneeschuhen wäre ich dabei wohl an meine Grenzen gestossen. Unerwartet gelangen wir im oberen Teil des Kars zwischen Chli und Schnierenhireli an zwei etwas beängstigende Anrissstellen; die eine, im unteren Bereich, queren wir über eine Schneemauer, die andere umgehen wir im gebührenden Abstand. Auch unterhalb des NW-Grates des Schnierenhirelis befindet sich eine beträchtlich grosse Anrissstelle - bei der prophezeiten Erwärmung werden da gewaltige Schneemassen ins Rutschen kommen.

Eindrucksvoll gewinnen wir so die Anhöhe am überwechteten Grat beim Skidepot; der hier sehr steile Hang und die ungewohnt mächtige Schneehöhe lassen Dominik erst mit den Skis weiter vorwärts an Höhe gewinnen - mindestens versucht er dieses anstrengende Unterfangen bis zur Hälfte der noch verbleibenden Höhe; er und Ursula kämpfen sich dann mit den Skitouren-Schuhen hoch durch den „mehligen“, tiefen Schnee am Steilhang - mit den Schneeschuhen geht’s nicht leichter … Doch dann ist’s geschafft: der fantastische Blick vom Chli Schnierenhireli zum Tannhorn und der Fortsetzung des Brienzergrates, zum Brienzersee hinunter und zum Alpenkranz (vom Titlis bis Wildhorn) mit dynamischer Wolkenbildung um EMJ, fasziniert uns ausserordentlich, erfreut uns wiederum aufs Beste.

Nachdem der Gipfelbuch-Behälter und ein Teil des meterhohen Schnees auf dem Gipfel freigeschaufelt wurde, beobachten wir ein Rudel von neun Gämsen oberhalb von Bitschi, welche sich auf einem bereits schneefreien Grasstück auf der Nahrungssuche befinden; überraschend sind auch bereits Spuren der vierbeinigen Berggänger auf dem Grat zum Schnierenhireli auszumachen.

Nachdem nun auch die zwei Tourengänger, welche wir noch kurz beim Start gesehen haben, nach dem erfolglosen Versuch im hohen Triebschnee kurz vor der Wechte am NW-Grat des Schnierenhirelis, auch bei uns auf der kleinen „Terrasse“ angelangt sind, sind wir zu fünft während der Mittagsrast. Es gelingt uns nun doch bruchstückhaft, uns mit ihnen zu unterhalten - sind wir uns doch der Verständigung auf einer sprachlich beeinträchtigten Ebene nicht mächtig. Die Freude ob des gelungenen Tages mit viel Sonnenschein, einem fantastischen Gipfelerlebnis und dem Glück, die Bergwelt derart genussvoll erleben zu können - ist jedoch allen gemeinsam; unsere Hochachtung vor ihrer kürzlichen, eintägigen Tour ab der Schwarzwaldalp aufs Wetterhorn gross.

 

Unser Abstieg und Abfahrt folgt anschliessend ungefähr der Aufstiegsroute entlang; auf Stüssibode stellen wir fest, dass sich in der Zwischenzeit einige Rutsche vom Ällgäuwhoren gelöst haben - weitere werden folgen ... Später hingegen lassen sich Dominik und Ursula den attraktiven Hang nordöstlich von Obers Läger und Ällgäuw nicht entgehen. Sehr gute Schneeverhältnisse mit überraschend leichtem Pulverschnee treffen sie beinahe während der gesamten Strecke an; gemeinsam lassen wir uns in der Nähe der Mirrenegg bei der Alphütte wenige Meter nordnordöstlich davon zum „Sonnenbad“ nieder, bevor die beiden zu Tale fahren - und ich den etwas anstrengenderen Marsch zurück zum Parkplatz Hinder Schönisei unter die Schneeschuhe nehme.

 

Fazit: auch nach dem sechsten Besuch des Lieblingsberges von Ursula hat das Chli Schnierenhireli auch für mich nichts von seinem Reiz und Anziehungskraft verloren - wir kommen wieder.

 

Unterwegs mit Dominik 


Tourengänger: Ursula, Felix


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