Schwierige Beichle Tour


Publiziert von TeamMoomin , 7. März 2013 um 21:58.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:23 Februar 2013
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-LU 
Zeitbedarf: 8:45
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m

Mein Wanderkollege Janno hatte sich neu Schneeschuhe gekauft und so beschlossen wir diese auch gleich auf einer Tour einweihen zu gehen. Da das Wetter eher unsicher war beschlossen wir was eher kleineres zu machen, also wollten wir die Beichle überschreiten, was sich dann aber als wesentlich "Grösser" herausstellte als vermutet, doch der Reihe nach....

Gestartet sind wir von der Poststation Marbach Neugade, von wo aus manzuerst mehr oder weniger der Strasse folgend bis nach Torbach dem Hilferepasss entgegen geht. Hier liesen wir die Schneeschuhe noch auf dem Rücken da die Strasse so wenig Schnee hatte, dass es sich nicht gelohnt hätte.

Gerade als wir um eine Kurve liefen links der Fels rechts die Leitplanke sehe ich vor mir plötzlich Janno auf die Seite hüpfen und bevor ich genau schnale was da los ist sehe ich auch schon ein Auto vor mir das bremsend auf uns zuschlittertund schlussendlich in den Felsen knallt. Der Fahrer steigt sofort aus und fragt ob alles ok sei? Wir waren da beide ziemlich verdutzt als er meinte jaja sein Auto sei egal und so solange es uns gut gehe und es kei kein Problem schliesslich sei die Strasse hier ja auch ein Wanderweg. EInerseits bin ich froh dass er so gut reagiert aber anderseits fand ichs schon etwas seltsam, bis ich neben im gestanden hatte da wusste ich warum er sicherlich keine Polizei oder so wollte, der gute Mann hatte um 9Uhr Morgens schon eine gute "Kaffi-Schnaps"-Fahne.

Kopfschüttelnd veraschiedeten wir uns und liefen weiter, und erreichten bald die Abzweigung am Torbach. Ab hier gings dann mit den Schneeschuhen immer schön dem Grat folgend mehr oder weniger steil empor.
Kurz vor dem Grathöhepunkt 1442 wo man etwas unterhalb von diesem den Hang quert sahen wir eine grosse Nassschneelawine die bis fast bis zum Hof  ( P1276) hinuntergedonnert war, Glück gehabt!

Anschliessend geht es nochmal ein etwas steileres Stück den Hängen entlang Richtung Rotfluespitz wobei man das letzte Stück zum Gipfel einfach querfeldein durch den Wald stampft. Da es hier aber bereits einiges an Schnee hatte waren wir auf dem Teil nicht mehr ganz so schnell unterwegs weil wir uns teilweise durch ziemlich viel Weiss wühlen mussten.

Nach einer netten kleinen Pause auf der Rotefluespitz gings immer dem Beichlegrat entlang Richtung Gipfel. Leider machte das Wetter irgendwann gar nicht mehr mit und so wurde es ab P1661 dann auf dem Baumfreien Teil des Grates ziemlich mühsam mit der Orientierung. Und zwar war das Problem dass der Beichlegrat mehrere Abbrüche hat die man bei solchem Wetter erst sehr spät erkennt und dann jedesmal ne Alternative finden muss da z.B. ein Abklettern bei solchen Bedingungen für mich nicht in Frage kommt.

Trotzdem schafften wir es gut mit einigen Querungen auf den höchsten Punkt des Beichle, wo lustigerweise nicht das Gipfelkreuz steht. Hier machten wir nochmals eine kurze Pause aber das immer schlechter werdende Wetter und die Kälte liessen diese nicht länger zu. Vom Gipfel runter zu kommen war nicht einfach da ein Abklettern, welches im Sommer möglich heute unrealistisch war die Querung auf der linken Seite im Hang aber auch nicht ohne war.

So mussten wir etwas suchen und wühlen bis wir eine gute Linie fanden, welche sicher war und auf welcher man gut queren konnte. Nachdem wir am Kreuz vorbeigekommen waren und die Sicht unterdessen gegen Null ging beschlossen wir hier den Abstieg via Holzegg nach Escholzmatt zu nehmen.

Ich wusste dass dieser Abstieg relativ anspruchsvoll werden würde aber das es dann so schwer würde hätte ich auhc nicht gedacht (hätte ich doch nur schon vorher Zazas Bericht gelesen). Das erste Stück ist normalerweise mit einer Kette gesichert, wir fanden aber unter dem Schnee nur einzelne Teile davon, so dass uns nichts anderes übrig blieb als Stufen schlagen am Fels entlang abzuklettern.

Danach gings zwar sehr steil aber aufgrund des Tiefschnees relative zügig hinunter bis auf ca. 1500m. Hier galt es eine abschüssige Rinne rechts zu umgehen worauf wir aber irgendwie den Weg aus den Augen verloren und dann nach der Rinne zuweit nach links kamen. so stiegen wir dann direkt durch den Wald ab und mussten immer wieder steile Rinnen und Felspartien ausweichen, welche leider auch immer wieder verhinderten dass wir zurück nach rechts auf den Weg konnten. Eine besonders garstige Steilstufe mussten wir sogar hüpfen am Schluss runtergehen, wahrlich es war nicht lustig aber wir liesen uns alle Zet der Welt (Stirnlampen waren dabei) und so konnten wir trotzdem sicher Schrittweise absteigen und hatten es immer unter Kontrolle.

Bei P1246 kamen wir auf den kleinen Weg der auf der Karte gestrichelt markiert ist und gelangten so wieder zum Wanderweg. Von da an gings gemütlich hinunter nach Escholzmatt, am Schluss relativ zügig da wir beide Durst hatten und umbedingt vor dem Zug noch was trinken wollten.

Da wir in Escholzmatt tatsächlich noch etwa 25Minuten Zeit hatten gings flott ins Restaurant wo es ein schönes kaltes Bier und einen guten Haustee gab.

Fazit: Auch eine einfache Tour kann bei widrigen Verhältnisen spannend werden. Diese Tour hat mir wieder mal gezeigt dass es sehr wichtig ist wenn man bei eher schlechten Bedingungen wandern geht dass man immer eine Reserve an Zeit,Kraft und Können hat so dass solch eine Geschichte nicht zu einem Horrortripp wird. Hat man dies so kann es eine fordernde aber trotzdem schöne und spannende Sache sein.
Der Abstieg oder auch Aufstieg von Eschholzmatt sollten wirklich nur sichere Schneeschuhgänger machen!

Tourengänger: TeamMoomin


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