Südwand Ober Gabelhorn (4063 m)


Publiziert von t2star , 24. Februar 2013 um 13:10.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:12 August 2011
Hochtouren Schwierigkeit: S
Klettern Schwierigkeit: V+ (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 18:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 2550 m

Die Südwand des Ober Gabelhorns ist eine phantastische hochalpine Kletterei mit einem kompakten gutgriffigen Fels, welche es im Oberwallis wahrscheinlich nicht oft zu finden gibt. Auf Details zur Route mit den 19 Seillängen verzichte ich hier, die findet man entweder unter http://www.hikr.org/tour/post54183.html oder im SAC-Führer. Es sollte allerdings erwähnt werden, dass im SAC-Führer oder auch im Rother Hochtourenführer 5 Std vom Arbenbiwak zum Gipfel veranschlagt sind, was, wie ich finde, eine doch recht ehrgeizige Zeitangabe darstellt. Im dem zuvor erwähnten Hikr-Bericht wurden 7 Std benötigt, wir hatten 8,5 Std gebraucht, eine weitere Seilschaft am gleichen Tag war kaum schneller – und Kletternovizen sind wir nicht unbedingt. Zwar sind wir irgendwann zu weit nach rechts gekommen und damit in eher schwierigeres Gelände geraten, doch hat uns das vielleicht eine Stunde gekostet. Wir sind auf der gesamten Tour an 2 oder 3 alten Bohrhaken vorbeigekommen (vielleicht wären es wenige mehr gewesen wären wir nicht von der Route abgekommen), d.h. es ist praktisch alles selber abzusichern (wir hatten einen kleinen Satz Friends, einen Satz Klemmkeile und einige Schlingen). Wir haben 3 oder 4 Seillängen klassisch mit Standplatz gesichert, in allen anderen Seillängen sind wir simultan geklettert. Das Topo kann ich bei Interesse gerne weitergeben - einfach eine Nachricht schicken.

Im Abstieg schlug dann schlagartig das Wetter um – unmittelbar vor dem Kluckerturm begann ein Schneesturm zu wüten, welcher gott sei dank nach einer Stunde wieder vorüber war (man kann sich bessere Orte für sowas vorstellen;-) Auf der Rothornhütte haben wir uns dann erstmal eine kleine Stärkung gegönnt und sind dann noch nach Zermatt abgestiegen (zur Rothornhütte haben wir ca. 14 Std gebraucht). Hintergrund für die Tour de force war dass wir beide am nächsten Tag familiäre Verpflichtungen hatten und so waren wir um 4:30 am nächsten Morgen zuhause in Freiburg – gute Nacht!

Tourengänger: t2star


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (5)


Kommentar hinzufügen

kleopatra hat gesagt: Super Tour
Gesendet am 24. Februar 2013 um 14:04
wow, da ist euch eine super Tour gelungen, wäre für mich dann doch noch etwas zu schwer ;) Auch ich hab' im Wallis schon des öfteren Erfahrung gemacht, dass die Zeiten in den Führern kaum einzuhalten sind und auch ich habe schon etliche Klettermeter in den Beinen. lg kleo

Alpin_Rise hat gesagt: Walliser Zeiten...
Gesendet am 24. Februar 2013 um 15:52
Jep, das ist ne schöne Tour! Sieht mir nach einer genüsslichen Alpenwand aus, wenn da nur der Abstieg nicht wär. Gemäss Bekannten ist die Normalroute nicht ganz ohne und lang zum Absteigen, ich hab mir mal den Coeurgrat angeschaut. Keine Ahnung, ob der noch geht, wenn ja, nur früh im Jahr?

Die Zeitangaben für "Nebenrouten" in den Walliser Führern lassen sich oft nur bei Routenkenntnis, optimalem Seilmanagement und Akklimatisation meistern. Wer den Schaligrat in 5 , Lenzspitze - Nadelhorn in 2 oder Besso - Blanc de Moming in 2, die kompletten Schalihörner in dreieinhalb Stunden macht, ist entweder Bergführer mit sehr fitem Gast oder total unterfordert.

Die Zeitangaben für die Normalrouten sind meist im Rahmen, bei anderen mussten wir als relativ routinierte Seilschaft auch mal 30-50% Zeit draufpacken!

Freu mich, mehr von dir zu lesen,
G, Rise

t2star hat gesagt: RE:Walliser Zeiten...
Gesendet am 24. Februar 2013 um 20:11
Die Normalroute ist zwar auch ZS aber dafür hervorragend abgesichert. Im oberen Teil sind alle 20 bis 30 Meter Abseilstellen eingeichtet, der Kluckerturm ist mittlerweile auch mit einem dicken Tau versehen (worüber wir bei unseren Bedingungen ganz froh waren) - erinnert an den Mittellegigrat.
Vom Coeurgrat habe ich keine Ahnung, könnte aber knackiges Spaltengelände sein...
Fröhlichen Gruß, Bernd

Montanara hat gesagt: RE:Walliser Zeiten...
Gesendet am 1. März 2013 um 10:05
Der Coeurgrat wird noch gemacht, wenn auch selten. Der Bereich des "Coeur" ist bei warmen Temperaturen sehr steinschlaggefährdet, ausserdem ist der Felsteil im unteren Bereich des Grates sehr brüchig. Auch das Finden der richtigen Route ist nicht einfach.
Die Normalroute ist in der Tat nicht ganz ohne. Hier kommt es aber (wie so oft in den Bergen) auch sehr auf die Verhältnisse an. Als ich die Tour gemacht habe, hatten wir sehr viel Schnee und es war nicht gespurt, bei solchen Verhältnissen ist die Tour heikel. Siehe http://www.hikr.org/tour/post15753.html. Auf jeden Fall ist bei der Normalroute sehr sicheres und sauberes Steigeisengehen erforderlich, Achten muss man auch auf die Wächten.
Vielleicht wäre für dich eine Alternative zu Coeurgrat und Normalroute, der Auf- und Abstieg via Arbengrat. Der Arbengrat wird sowohl im Auf- und Abstieg begangen und laut einer Aussage eines Bekannten ist dies bei schneefreiem Grat recht gut zu machen.
Gruss
Montanara

t2star hat gesagt: RE:Walliser Zeiten...
Gesendet am 1. März 2013 um 23:13
Die Grossteil der Leute welche im Arbenbiwak übernachten begehen den Arbengrat. Hier kann ich mich Montanara nur anschließen - muss laut Rother Hochtourenführer wenn schneefrei eine schöne Kletterei im III. Grad (ZS) sein, d.h. nicht nicht wirkllich schwieriger als die Normalroute selbst. Das waren an dem Tag einige Seilschaften - und die waren alle deutlich schneller als wir;-)


Kommentar hinzufügen»