Westgrat Pointe d’Otemma (3403 m)


Publiziert von t2star , 21. Februar 2013 um 21:23.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:17 August 2012
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m

Die Region um die Cabane de Chanrion ist wahrhaftig traumhaft und auch nicht sonderlich stark frequentiert. Beim Studieren der Schweizer Landeskarte um die besagte Cabane bin ich auf den Pointe d’Otemma gestoßen, im Hikr und auch sonst war nichts groß darüber zu finden. Da wir nicht wussten was uns erwartet haben wir eine rudimentäre Kletterausrüstung mit eingepackt und sind nach einer Nacht im Auto morgens um 9 Uhr vom Parkplatz auf unseren MTBs losgeradelt (wir sind auch erst mitten in der Nacht angekommen). Zugegeben, man hätte auch auf der Cabane de Chanrion anrufen können – auf deren Homepage stand zumindest mal eine Zeitangabe für den Pointe d‘Otemma. Allerdings muss ich klar sagen dass es empfiehlt sich auf der Cabane de Chanrion zu übernachten – allein schon weil das einfach eine nette und phantastisch gelegene Hütte ist.

Wir haben uns erst nach 12 Uhr von der Hütte auf den Weg gemacht für die eigentliche Besteigung, nachdem wir die Räder an der Hütte abstellten und uns erstmal noch stärkten. Man folgt noch einige Minuten dem Weg Richtung Col de Tsofeiret bis es auf unscheinbaren Wegspuren unterhalb des gut sichtbaren Westgrates nach rechts ab geht. Die Wegspuren verlieren sich allerdings nach wenigen Minuten, und bis auf einen Riesensteinmann noch recht zu Beginn der Tour (sieht man schon von der Hütte) haben wir keinen einzigen mehr gesehen. Der Anfang der Tour ist noch intuitiv, doch bei der ersten Steilstufe, wo der eigentliche Westgrat ansetzt, fragt man sich schon, wie man da am besten hochkommt. Die einfachste Variante findet man auf dem angehängten GPS-Track, und zwar die des Abstieges! (von unten ist die Einsicht ja meistens eher schwieriger) – falls man kein GPS hat: es geht linksseitig (aber nicht zu weit links) durch den recht gut gestuften Fels nach oben. Auf dem Grat angekommen heißt es nicht dass jetzt die Wegfindung viel einfacher wird, immer wieder muss man schauen wie es weitergeht. Zwei Schlüsselstellen gilt es im Folgenden zu überwinden: zuerst eine sehr gutgriffige ca. 3 m hohe Stufe (III) direkt auf dem Grat, welche in ein plattiges Gelände überleitet und kein großes Problem darstellt. Bereits wenig später muss man in die linke Flanke ausweichen – hier ist nach einer kurzen Querung eine kurze senkrechte Steilstufe zu überwinden, bei welcher man sich bessere Griffe vorstellen könnte (III, hier haben wir beim Abstieg gesichert).

Auf ca. 3200 m sieht man einen äußerst auffälligen schlanken etwa 20 m hohen Felsobelisken, an welchem man unmittelbar durch das steile und extrem steinschlaggefährdete linksseitige Couloir vorbeiklettert (II) (siehe auch GPS). Im Abstieg haben wir diese Stelle umgangen, indem wir die daneben liegende steile Schuttflanke runter surften – diese war perfekt als Abstieg, aber als Aufstieg absolut nicht zu empfehlen (siehe auch GPS). Selbstverständlich dass für die gesamte Tour  ein Helm unerlässlich ist und die beiden beschriebenen Stellen im sicheren Abstand von jeder weiteren Person begangen werden sollte.

Obwohl wir nur noch ca. 100 Hm vom Gipfel entfernt waren, sind wir aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit umgekehrt, da wir nicht gerade darauf erpicht waren, den Abstieg in diesen unübersichtlichen und vor allem häufig sehr brüchigem und steinschlaggefährdetem Gelände im Dunkeln gestalten zu müssen. Zugegebermaßen hatten wir die Zeit, welche wir mit dem MTB zur Cabane de Chanrion und aber vor allem die Zeit für den Aufstieg brauchen, klar unterschätzt. Da wir doch recht spät dran waren, haben wir selber keine Steinmänner gesetzt;-(

Die Besteigung bietet eine tolle landschaftliche Kulisse, und – auch wenn wir nicht ganz oben waren – das Gipfelpanorama ist sicherlich vom Feinsten. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass eine schöne Felskletterei anders aussieht. Der gesamte Westgrat ist äußerst brüchig, an vielen Stellen müssen die Griffe sorgfältig geprüft werden bevor man sich beherzt irgendwo hochschwingt – man könnte den Pointe d’Otemma auch als eine riesige steile und bröselige Schutthalde betrachten. Den dritten Schwierigkeitsgrat haben wir übrigens auch vom Hüttenwirt bestätigt bekommen, daher gehen wir nicht von aus, dass wir groß weg von der einfachsten Route waren. Die Höhen- und Zeitangaben beziehen sich auf die Tour ab der Cabane de Chanrion. Neben dem MTB-Zustieg kann man diese auch z.B. ostseitig des Lac de Mauvoisin über den Col de Tsofeiret erwandern.

Tourengänger: alexelzach, t2star


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ZS- III L
17 Aug 12
Pointe d’Otemma, Westgrat · alexelzach

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