Cima di Jazzi 3803m - Flachland in Sicht


Publiziert von Amortis , 24. Februar 2013 um 20:27.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:14 Februar 2013
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 2200 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zermatt - Rote Nase - Stockhorn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Stockhorn - Stockhornpass - Cima di Jazzi
Kartennummer:LK 1248, 284 S // Route 552 - Skitourenführer Oberwallis

Endlich wieder einmal schönes Wetter. Als wir uns überlegten welches Tourenziel inmitten der 4000er Kulisse von Zermatt attraktiv wäre, fiel unsere Wahl relativ schnell auf die Cima di Jazzi, da die Verhältnisse recht gut waren und der Gipfel eine atemberaubende Aussicht in alle Himmelsrichtungen bietet und Anlass gibt weitere "4000er Abenteuer" für den Skitourenfrühling zu planen.

Wie immer in Zermatt kommt man ums Bahnfahren fast nicht herum, ausser man quält sich die Skipisten hoch, wofür ich mich in den meisten Fällen aber nicht motivieren kann (ausser für Trainingszwecke). Mit der ersten Bahn um 08:30 Uhr starteten wir von Zermatt mit den Bahnen hoch zur Bergstation Hohtälli - Rote Nase. Von da aus fuhren wir mit den Ski über die Freeride / Offpiste etwas runter zu einem Tellerlift welcher bis unters Stockhorn führt.

Vom Liftende gehts ein paar Meter zu Fuss hoch bis hinter das Gebäude des Lifts, wo wir die Morgensonne genossen und uns startklar für den Aufstieg in Richtung Stockhorn machten. Immer gemütlich dem Grat, in östlicher Richtung leicht ansteigend, folgend erreichten wir in nur knapp 20 Minuten das Stockhorn. Etwas unterhalb vom Stockhorn fuhren wir über eine vereiste Flanke mit den Fellen ab zum Stockhornpass, welcher den Weg auf den Gletscher freigibt. Wir folgten dem grossen Rücken in sicherer Distanz zu den grossen sichtbaren Gletscherspalten hoch in Richtung Torre di Castelfranco. Auf ca. 3500m bogen wir in nordöstlicher Richtung ab um das letzte etwas steilere Stück des Gipfelaufbaus zu erreichen. Die finale Gipfelflanke war recht eisig und bizarr vom Wind geformt, aber immer noch gut begehbar mit den Ski. Der Gipfel an sich ist Flach wie ein Tennisfeld (Achtung: Es hat zum Teil Blankeis infolge Verwehungen) und es befindet sich in Gratnähe ein Gipfelkreuz mit einer Glocke. Die Aussicht ist absolut Klasse, leider zog sich bei unserer Begehung im Tagesverlauf ein Schleier auf, welcher die Fernsicht minim einschränkte.

Für die Abfahrt entschlossen wir uns die Route über den Findelgletscher zu nehmen. Im oberen Teil fuhren wir vorsichtig über die vereisten Stellen auf dem NW- Grat bis auf ca. 3200m. Anschliessend durch die grosse Mulde in der Mitte durch die grossen Spaltenzonen, wo wir auch auf gut fahrbaren Pulverschnee trafen. Für meinen Geschmack ist die Abfahrtsroute viel zu Flach. Wir mussten schon auf rund 3000m mit den Stöcken anschieben. Im unteren Bereich des Gletschers in Richtung Wasserfassung auf 2500m befanden wir uns zwar in herrlichstem Pulverschnee, mussten jedoch ewig lange mit den Stöcken anschieben um etwas vorwärts zu kommen. Bei der Wasserfassung angekommen schöpften wir etwas Hoffnung die Schiebepassage endlich überwunden zu haben, aber leider folgte auch nach ein paar Meter Abfahrt wiederum die alte Leier bis wir die Piste oberhalb der Gant Seilbahnstation erreichten. Ich weiss nicht genau ob wir die im Führer erwähnte Route erwischt haben oder ob wir tendenziell etwas zu tief lagen.
Mit der letzten Gondelbahn sind wir dann schlussendlich nach Blauherd gefahren und von dort über die Skipiste nach Zermatt abgefahren.

Alles in allem eine sehr schöne Tour, auch wenn der Abstieg aufgrund der Schiebepassagen schier strenger war als der Aufstieg.

Tour mit Anja.

Tourengänger: Amortis


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