3 x 3000 - Pointe de Darbonneire, Pointe de Vouasson und Mont de l'Etoile


Publiziert von jfk , 24. Februar 2013 um 15:59.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:22 Februar 2013
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1880 m
Abstieg: 2230 m
Strecke:La Gouille - Lac Bleu - Cab. d'Aig. Rouges - Pointe de Darbonneire - Col Nord de Darbonneire - Pointe de Vouasson - Mont de l'Etoile - La Coutaz - Baudera - Les Haudères
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit ÖV bis La Gouille
Unterkunftmöglichkeiten:Cab. des Aig. Rouges
Kartennummer:1327 Evolène und Rosablanche

Die nördlichen Ausläufer der Aiguille Rouges d'Arolla bieten im Sommer hohe Wandergipfel und im Winter einige "rassige" und lange Skiabfahrten. Sowohl im Sommer als auch im Winter hat man von allen Gipfeln der Gruppe eine hervorragende Aussicht auf die Walliseralpen und den westlichen Alpenkamm. Wenn man nicht gerade an den Wochenenden in der Hauptsaison unterwegs ist, ist man zudem meist alleine unterwegs. Das malerische Val d'Arolla, das meist als Ausgangspunkt für das Gebiet dient, ist ausserdem immer ein Besuch wert.

Nach einigen Voralpentouren sollte es mit mit der Pointe de Darbonneire, der Pointe de Vouasson und dem Mont de l'Etoile endlich wieder einmal etwas höher hinaus gehen. Im Postauto nach La Gouille konnten wir einen herrlichen Sonnenuntergang an der Dent Blanche miterleben, so dass es nach unserer Ankunft (ca. 18:30) im malerischen Dorf bereits vollständig dunkel war. Unter einem prächtigen und wolkenlosen Sternenhimmel wanderten wir mit den Skis immer einer guten Spur folgend am Lac Bleu vorbei hinauf zur Cabane d'Aiguilles Rouges. Nach knapp drei Stunden trafen wir in der Hütte ein, wo bereits zwei nette Tourengeherinnen eingeheizt hatten ( nochmals Danke an dieser Stelle), so dass wir uns nach einem wärmenden Tee schnell in den Schlafsack verziehen konnten.

Bei -20°C geht es am nächsten Morgen um 5:45 relativ früh und kalt los. Wir folgen alles einer guten Spur bis  in die Einsattelung zwischen der Pointe de Darbonneire und P.3311, wo wir bei einem Windtrichter den Glacier de Vouasson betreten. Bald schon verlassen wir die Spur und steigen der noch unverspurten Pointe de Darbonneire entgegen. Nach dem Skidepot steigen wir über ein kurzes Steilstück auf den Westgrat und über diesen einfach auf den Gipfel. Vom Skidepot geht es über sanfte Gletscherhänge weiter auf die Pointe de Vouasson, die wir nach insgesamt 3,5 h erreichen. Das Abfellen ist bei diesen Temperaturen eine Tortour und so sind wir nicht gerade erfreut, als wir nach einer kurzen Abfahrt wieder anfellen müssen um an den Fuss des SW-Grates des Mont de l'Etoile zu gelangen. Dort richtet man wie wir ein Skidepot ein oder man steigt mit den Skiern auf dem Rücken über den steilen Grat auf den Gipfel. Uns war dafür das Gelände bei der aktuellen Lawinensituation zu heikel, andere Tourengeher stuften das Risiko als vertretbar ein.

Zurück beim Skidepot fuhren wir über die traumhaften Pulverhänge von La Couta dem Tal entgegen. Bei der Waldgrenze hatten sich an den südlich ausgerichteten Hängen schon einige Fischmäuler aufgetan und vereinzelt waren in den letzten Tagen schon kleine bis mittlere Gleitschneelawinen abgegangen. Die Situation erforderte eine besonders vorsichtige Routenwahl und umso erstaunlicher war es, wie sorglos einige Tourenfahrer die Gefahrenstellen passierten. Die weiter Abfahrt bis zur Strasse war zwar nicht gerade schön, ging aber gerade noch. Der Abschnitt von der Strasse nach Baudra und Les Haudères ist dann steil und führt teilweise durch dichten Wald/Gestrüpp und ist somit kein Genuss und absolut nicht empfehlenswert. Besser man deponiert beim Parkplatz bei Les Lattes das Auto oder wartet dort bei der Bushaltestelle auf den nächsten Bus.

Fazit: Eine herrliche Tour bei insgesamt sehr guten Bedingungen bei der relativ leicht drei hohe Gipfel bestiegen werden können. Bis auf den letzten Abschnitt war es eine meiner schönsten Skitouren überhaupt und ich kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Für konditionsstarke Bergsteiger ist die Tour mit dem Auto auch gut als Tagestour möglich. 

Tourengänger: jfk


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