Kitzbüheler Sonnentour auf den Schwarzkogel


Publiziert von maxl , 19. Februar 2013 um 13:29. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Kitzbüheler Alpen
Tour Datum:18 Februar 2013
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Kirchberg im Brixental nach Aschau im Spertental. Dort in den Ort, an der Kirche vorbei und beim kleinen Schlepplift parken
Unterkunftmöglichkeiten:keine

Ja, das mit der Sonne ist zur Zeit so ne Sache. Auch, wenn von allen Wetterberichten stabile Hochdrucklage versprochen ist, kann einem der Hochnebel immer noch nen Strich durch die Rechnung machen und das extrem rare Erlebnis Sonnenschein mal wieder um ein paar Wochen verschieben.... aber diesmal haben wir Glück, und können voll Mitleid/Schadenfreude (je nachdem) auf nördlichere Gefilde blicken, in denen der Nebel nun überhaupt net verschwinden wollte. Was für ein Massel, ein Ziel in den Kitzbüheler Alpen herausgesucht zu haben!! Und zwar sogar ein recht schönes, wie man hier schon sehen kann, das sich ob seiner Nähe zu diversen Liften, Pisten und ähnlichem menschenanziehenden Zeugs zwar eher wochentags und nicht in der Ferienzeit empfiehlt, aber einen schönen, abwechslungsreichen Zustieg und eine gute Aussicht bietet. Was will man mehr, schon gar im Hintergrund der grauen Wochen...?!?

Start also gegen neun in Aschau. Wir parken am kleinen Schlepplift für die Baby-Piste kurz hinter der Kirche in Aschau und verfolgen diese Piste zunächst an ihrem linken Rand. Oberhalb des Lifts kommt man auf eine schwarze Abfahrt, die man sich nun ein paar hm hochquälen muss - also: früh dran sein... bei uns war noch nix los, gottseidank. Bald aber geht's von der doofen Piste rechts weg und - naja, leider nicht gerade auf unverspurte, makellose Hänge, sondern eher auf eine Art Naturpiste wegs der vielen Abfahrtsspuren, aber was soll's, man hat sei Rua und die Sonne kommt auch gleich raus! Yippiieeee!!! Mit neuer Kraft also voraus und dem kleinen Muggl mit Kreuz entgegen, hinter dem sich die schöne Kleinmoosalm verbirgt. Hier treffen einige Skispuren zusammen, aber es ist schon deutlich angenehmer als pistennahe Hänge. So schön ist's an dieser kleinen Alm, dass wir uns auf die Holzbank fläzen und erstmal Pause machen, die Sonne aufsaugen und die ersten Pistenrutscher vom Pengelstein eher verständnislos beobachten. Sollen die machen, was sie wollen, wir sitzen in der Sonne und genießen das Leben..... 1,5 eher gemütliche Gehzeit von Aschau bis zur Kleinmoosalm, leicht.

Nach der Pause also schweren Herzens weiter in die schattigen Hänge, die links um einen markanten Geländebuckel führen. Diese Spur führt in richtung Grat zwischen Pengelstein und Schwarzkogel, zweigt aber gottlob bald rechts ab, um sich dem schönen Gipfelhang des Schwarzkogels zu widmen. Diesen also hinauf, dann den ziemlich steilen Westhang queren (eigentlich WT3, ist aber mit anderer Routenwahl vermeidbar) und schließlich noch das letzte, sehr aussichtsreiche und flachere Stück hinauf zum netten Kreuz. 1h ab Kleinmoosalm, bei geschickter Routenwahl nicht über WT2, aber bei diesen bombensicheren Verhältnissen ist das auch egal. Toll, endlich oben zu sein und mal wieder ein gigantisches Panorama über Berchtesgadener, Tauern, Zillertaler, KItzbüheler, Karwendel und Kaiser genießen zu können, nur die Voralpen/Chiemgauer fehlen, da hängt der Nebel drin. Wir sitzen eine Gruppe mit Bergführer aus, haben nun unsere Ruhe und können ob der Windstille eine angenehme Gipfelrast abhalten.

Nach einer dreiviertel Stunde also wieder hinab, an den steilen Stellen die gleiche Spur, sonst in der diretissima flott durch den makellosen Pulverschnee. Im unteren Teil kann man sich die Piste weitestgehend durch Rutschpartien auf steilen Waldhängen schenken, zwar nicht elegant, aber effektiv. Nach einer guten Stunde Abstieg sind wir wieder in Aschau, wo's inzwischen merklich voller ist und wir darob getadelt werden, doch beim nächsten Mal etwas platzsparender zu parken. Machen wir gern, im nächsten Winter dann wahrscheinlich, wieder mal auf der Suche nach Sonne, Weitsicht und Ruhe, also der Flucht aus der lärmenden, stinkenden Nebelsuppe hier in der Stadt...

Tourengänger: andl, maxl


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Kommentare (3)


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Winterbaer Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Februar 2013 um 13:58
> Wir sitzen eine Gruppe mit Bergführer aus, haben nun unsere Ruhe

Ja, meine Rede..immer wieder: mehr als 1 Mensch "in einer Gruppe" am Berg und immer ist`s laut. Soziologisch betrachtet ist es doch wohl so: jeder muss den anderen übertrumpfen, sowohl in der Lautstärke, als auch im alltäglichen Wissen...und so wird`s mit immer größerer Gruppe immer lauter. Hab noch nie eine "leise" Gruppe getroffen, leider! Außer beim An- und Abgrüßen auf der Matte im Dojo. Da können 100 Leute stehen und keiner quatscht...Etikette halt:-)
Wie wär`s denn mal mit einer"Etikette am Berg":-)?

VG Uschi (Gipfelgenießer, aber in Ruhe:-))

maxl hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Februar 2013 um 14:48
naja, die Differenz zur Ruhe lässt einen halt das Gequatsche auch besonders nervend wirkend. So schlimm waren die net, aber wenn's still ist, ist's halt deutlich netter...!

Winterbaer Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Februar 2013 um 16:28
> die Differenz zur Ruhe
Das ist gut, das werd ich mir merken und das nächste Mal an Dich denken:-)
Man kann sich sehr an Ruhe gewöhnen, das kann ich Dir bestätigen! Wenn ein fallendes Blatt schon das Lauteste ist, kann man lärmende Menschen kaum ertragen. Am Sonntag auf dem Stierkopf schallte es auch von unten...wir dachten schon, da wäre evtl. am Steckenberg eines der vielen Skirennen mit Lautsprecher. Das war ganz komisch. Aber als die Gruppe vom Aufacker Richtung Hörnle weitergegangen war, war das "Skirennen" plötzlich auch vorbei...
Ich find halt, um sich auf die Natur voll konzentrieren zu können, braucht es Stille. Wenn ich quatsche, kann ich auch nicht fotografieren, bzw. es wird einfach nix. Die Menschen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Ansprüche, das ist das Problem. Wir treffen ganz gerne nette Menschen am Berg, aber wir haben`s dabei am liebsten ruhig. Bei lauten Unterhaltungen verzupfen sich eben auch alle Tiere.


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