Die Pleisenspitze... der Skitourenklassiker im Karwendel


Publiziert von Bergfex78 , 12. Februar 2013 um 22:59. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:10 Februar 2013
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Scharnitz - Pleisenhütte - Pleisenspitze (~10 km einfach)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Letzter Wanderparkplatz Richtung Karwendeltäler (€ 6,-)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Nix Zufahrt; Zustieg mit Ski
Unterkunftmöglichkeiten:Scharnitz/Pleisenhütte(am WE bewirtschaftet)
Kartennummer:AV 5/1

Die Pleisenspitze... der Skitourenklassiker im Karwendel. Zu Recht! Aber warum gerade auf einen Berg gehen, der doch an schönen Wochenenden so stark frequentiert ist?

1. Wie es manchmal so spielt, klingelte das Handy vom Yeti69 nach unserer Powdertour auf den Simetsberg. Wer war dran? Der ADI. Will er doch glatt am Sonntag auf die Pleisenspitze gehen; den Berg, der schon so oft von mir im Winter mit Schneeschuhen einen Besuch abgestattet bekam. Ein Anruf später beim Pleisen-Siggi auf der Hütte machte die Sache klar; wir gehen auch dort hin. Kann ich zudem doch mal den ADI treffen, eine Hikr-Legende und ebenfalls großer Karwendel-Liebhaber. Außerdem muss Markus unbedingt diesen Touren-Klassiker im Karwendel kennenlernen.

2. Der Wetterbericht versprach Traumwetter, der Schnee sollte perfekt sein, und der LLB ließ die Aktion ebenfalls zu. Eine bessere Gelegenheit für die erste Skitour auf diesen mit einem Riesenhang gesegneten Berg konnte es also nicht geben.

3. Es warten gute 1600 hm auf den willigen Skitourengeher, so dass sich auch die Fahrt nach Scharnitz und die dort abzutretenden Raubrittergebühren (€ 6,-) für den Parkplatz lohnen.

4. Die traumhafte Abfahrt vom Gipfel zur Hütte muss man als Skitourengeher einfach mal gemacht haben.

So ging es also Sonntag früh nach Scharnitz, wo wir bereits im Auto feststellen mussten, dass die Außentemperaturen alles andere als einladend waren. Aber wie das so ist, konserviert Kälte ja bekanntlich sehr gut. Das trifft neben dem einfrierenden und damit jungbleibenden Tourengeher glücklicherweise auch auf Pulverschnee zu. Mit dieser Hoffnung im Kopf liefen wir also mit den Ski an den Füßen vom letzten Wanderparkplatz aus auf der schneebedeckten Straße Richtung Gasthaus 'Wiesenhof', wo der Zieher Richtung Pleisenhütte abgeht. Der Zieher macht seinem Namen durchaus Ehre, legt man doch rund 7 km in sehr gemächlicher Steigung bis zur Hütte zurück. Die reinste Meditationsstrecke, allerdings mit später herrlichem Blick zu den Gebirgszügen im Westen und Süden. Nachdem erstmal der merkwürdig geformte 'Bussi-Baum' (die Geschichte vom Pleisen-Toni kann man sich auf der Hütte erzählen lassen) passiert wurde, war die urige Hütte auch bald erreicht. Es wartete, wie von der Tour gewohnt, eine herrliche Aussicht auf uns. Besonders der Blick zum Gleirsch und zu den Arnspitzen ist immer wieder toll.
Allerdings fiel mir auch gleich wieder das große Manko dieses schönen Aussichtspunktes ein... man sieht ebenfalls den gesamten, folgenden Aufstieg über den ewig lang erscheinenden Hang zur Pleisenspitze. Na ja, was soll's. Wir wollten es ja nicht anders...

Einen Müsliriegel und etwas zum Trinken später zogen wir also weiter Richtung Hinterer Pleisengrat. Anfangs angenehm flach zog die Spur in's Vorderkar, wo es anschließend steiler werdend zum Grat hinaufging. Allzuviele Tourengeher waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht unterwegs, bedenkt man das schöne Wetter und die beliebte Tour. Somit hatten wir noch die Hoffnung, etwas unverspurtes Gelände für die spätere Abfahrt vorzufinden. In schönstem Sonnenschein und bei angenehmer Temperatur zogen wir auf einer gut angelegten Spur aus Richtung SW dem Grat entgegen. Am Grat angekommen ging's in einer flachen Passage dem letzten Gipfelhang entgegen, der nochmal ein klein wenig Geduld abverlangte. Aber was passierte dann!? Ich denke mir noch "Hm, der Tourengeher da vorn schaut immer so zu uns herüber. Kennt der uns? Sollte das etwa der ADI sein, dessen Rucksack mir von einem Foto im Forum bekannt vorkam? Na ja, wird sich schon bemerkbar machen, wenn er's ist...".  Ein paar Meter weiter dann die Feststellung: er war es! Eine kurze Begrüßung später ging's zusammen weiter zum Gipfel, zuletzt etwas steiler. Dann war es endlich geschafft; meine erste Tour auf die Pleisenspitze mit Tourenski, und die erste Tour vom Yeti69 auf diesen Karwendelklassiker. Die Aussicht war grandios, die Stimmung super und der Wind hielt sich in Grenzen, so dass man es eine Weile aushielt. Überlegungen, wo man denn als nächstes so hoch könnte, wichen dann aber doch der Abfahrtsvorfreude. Die Hänge waren schon gut befahren worden, aber der Haupthang schien noch ein Leckerli für uns bereitszuhalten. Also nix wie rauf auf die Ski und runter. Etwas Glück wegen einiger Felsen unter dem Schnee musste man im ersten Hang noch haben, aber dann ging's steiler werdend in den Haupthang. Dort folgten rund 600 hm feinster Powder mit einer zwar steilen, aber noch vertretbaren Neigung. Das Beste daran: unser Abfahrtsbereich war noch jungfräulich. 3 weitere Tourengeher folgten uns anfangs etwas zurückhaltend, wohl beobachtend, ob der Hang wohl halten wird. Die Freude über den Hang und den Schnee, der immer noch dort war, wo er sein sollte, ließ sie dann aber doch folgen. Kurz vor dem Erreichen der Pleisen zogen wir unsere Spuren in einem letzten Genußabschnitt, bevor es wieder zusammen mit ADI zurück zur Hütte ging. Die Einkehr dort ist absolute Pflicht und man muss unbedingt mal den Haselnussschnaps probiert haben! Bis zum Tal ist der eh verdunstet... Nach unserem kleinen Einkehrschwung fuhren wir entlang des Aufstiegsweges wieder in's Tal ab. Auf diesem Abschnitt wartete wieder unser bekannter Ziehweg, und so fuhr es sich dann eben auch. Es zog sich, auch wenn der Schnee für die Abfahrt auf dem Weg super war. Im Frühjahr kann dieser Teil durchaus eklig werden.Das letzte Stück ab dem Gasthaus 'Wiesenhof' hieß es dann Skitragen, denn wer seine Ski liebt, der trägt. Die Abfahrt auf der dünnen Schneeschicht über dem Asphalt verhieß nix gutes.

So endete denn eine Tour, die sich rein zufällig ergeben hat und in einem fantastischen Tag endete. Die Zeitangabe bezieht sich übrigens nur auf den Aufstieg.

Unbedingt die Tour Nachmachen, auch wenn ich für das Anpreisen von Karwendeltouren eventuell gesteinigt werde ;-) !

PS: Man vergebe mir, dass nicht alle Gipfel auf den Fotos verlinkt wurden. Ich war müde nach dem Bericht.

Tourengänger: Yeti69, Bergfex78


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Kommentare (4)


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ADI hat gesagt:
Gesendet am 13. Februar 2013 um 09:26
Hey, Andreas!

Scheener Bericht, gut gemacht!
Zu viel der "Blumen"....Hikr-Legende....das ist wohl eher der "Delta" oder der "Sputnik", ich bin halt mit großem Spaß dabei.
Aber a scheene, lässige SKT war's trotzdem.
Freu' mi scho auf morgen.....

VLG vom ADI

Yeti69 hat gesagt:
Gesendet am 13. Februar 2013 um 10:37
Servus, Bua ;-)

schließe mich ADI an - einen schönen Bericht hast geschrieben von einer gleichfalls schönen Tour ! Auf zu neuen Taten - morgen....

VLG Markus

ADI hat gesagt:
Gesendet am 13. Februar 2013 um 20:52
Hallo, Andreas!

Mußt noch die Wegpunkte setzen!

VLG! ADI

Bergfex78 hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. Februar 2013 um 19:55
Erledigt :-)


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