Gleiterspitz


Publiziert von Delta Pro , 21. Februar 2013 um 19:19.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:10 Februar 2013
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 3:15
Aufstieg: 1200 m

Morgentour auf den Gleiterspitz im tiefen, federleichten Pulver und bei eisigen Temperaturen

Es hat kräftig geschneit, eine klare Nacht und ein sonniger Tag kündigen sich an. Da muss man nicht weit, um ins Pulververgnügen zu finden. Der Gleiterspitz bietet sich als ideale Tour bei viel Schnee an, da er direkt von der Linthebene weg gemacht werden kann. Wunderschöne Landschaften, gute Abfahrtshänge, und - ist man frühmorgens unterwegs - viel Ruhe und Winterkälte sind garantiert.

Bei Temperaturen unter -15°C geht es los in der Dunkelheit. Ich bin offen gestanden nicht allzu unglücklich, dass schon angespurt ist, da teils hüfttiefer Pulver liegt. In der Nähe von Ober Bogmen wird es allmählich hell. Einfach Wahnsinn diese eisig kalten Ausblicke auf die Linthebene und die erglühenden Alpen! Um 8 Uhr stehe ich auf dem Gipfel, Sonne ist hier noch keine zu erwarten. Abfahrt in der Diretissima. Mit etwas Tempo erhält man genug Auftrieb, um auch in diesen Schneemassen schwingen zu können. Trotzdem hat es fast zuviel. Bei Unter Bogmen felle ich nochmals an und steige ein weiteres Mal zum Gipfel - noch immer ist kein Mensch zu sehen.
Mit den Sonnenstrahlen kommen mir diese Powdervideos von Kanada usw. in den Sinn, wo waghalsige Snowboarder und Skifahrer in 2m Pulver durch 60° Hänge rauschen. Wär doch was, denke ich, und steche direkt vom Gipfel in die Nordflanke des Gleiterspitzes. Vor allem im Mittelteil ist diese so steil, dass man schnell durch muss. Unten absolut geniale Abfahrt bis in den Kessel von Gleiter - ein Ausflug, den ich bereuen sollte: 3x anfellen bei -20 Grad im Pulver machen meine Felle nicht mit. Beim kurzen Gegenanstieg zum Sattel (knapp 100 Höhenmeter) komme ich daher ziemlich ins Rotieren. Links oben könnte die gewaltige Wächte, welche über dem Sattel hängt überwunden werden, aber das würden meine Felle nicht mitmachen. Ich quere also nach rechts, auf der Suche nach einer besseren Lösung, und lande direkt unter der Wächte. Dort wollen die Felle gar nicht mehr, und ich entschliesse mich die verbleibenden 10m "zu Fuss" zu machen. Muss man auch mal erlebt haben... Steckst Du bis zum Hals im Schnee und versuchst einen nicht mal besonders steilen Hang hinaufzukommen, dann geht das ziemlich an die Substanz. Nach 10 Minuten habe ich die 6m bis unter die Wächte überwunden, und stehe wieder wie der Esel am Berg. Mit dem Stock gelingt es mir, diese abzutragen und nach viel Wühlarbeit und dem Einschlagen von Stöcken und Skis als Griffe und Tritte habe ich's geschafft. Fast etwas alpin auf 1400 m.ü.M.
Bei der Abfahrt wird klar, wieso ich früh unterwegs war. Ich kreuze rund 100 Skitourengänger.

Tourengänger: Delta


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