Kletterwoche in der Fränkischen Schweiz


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 23. März 2008 um 17:52.

Region: Welt » Deutschland » Südwestliche Mittelgebirge » Fränkische Alb
Tour Datum:16 März 2008
Klettern Schwierigkeit: VI+ (UIAA-Skala)
Zeitbedarf: 6 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Graz - St. Michael – A 9 – Wels – Passau – A 3 – Regensburg – A 9 Richtung Bayreuth – Ausfahrt Pottenstein – Morschreuth (ca. 560 km)
Unterkunftmöglichkeiten:GH "Zur guten Einkehr" in Morschreuth

Wie jedes Jahr fand auch heuer die Kletterreise "Climb & Fun" von den Naturfreunden Mürzzuschlag statt. Das heurige Ziel war die Fränkische Schweiz in Deutschland. Am Sonntag fuhren wir bei bereits schlechtem Wetter nach Morschreuth zum Gasthof "Zur guten Einkehr", einer bekannten Kletterer-Unterkunft.


Am Montag unternahmen wir bei starken Bewölkung unseren ersten Ausflug in den Feldensteiner Forst, genauer gesagt nach Krottensee in die "Steinerene Stadt" wo wir uns im Sektor "Waldkopf" die Route Action Direct, dem weltweit ersten 11er (9a), von Wolfgang Güllich anschauten und, man glaubt es kaum, bei unseren Versuchen vom Boden abheben konnten :-)
In der Steineren Stadt kletterten wir dann auch unsere erste Route, eine 9+ ohne Namen im technischen Stil. Am Nachmittag fuhren wir dann noch ein Stück weiter zum Krottenseer Turm wo wir auch Klettern gingen. Dort ketterten wir am Maximiliansturm die Route "Berg Tal Variante", ein 4er ohne Haken, den Sam vorstieg, ich und Heinz im Nachstieg. Eine spannende Route mit sehr engem Durchschlupf durch den Turm. Laut Gipfelbuch in Oktober 2007 zuletzt bestiegen! Danach konnten wir über den Abstiegsweg das Seil im Top-Rope einhängen und die Route "Spätlese" 6+ an der Maximilianswand im Nachstieg klettern, was bei Minusgraden recht anspruchsvoll war! Auch die Maximilliansgrotte besuchten wir noch, diese hatte aber leider schon geschlossen!

Am Dienstag fuhren wir nach Tüchersfeld wo wir eines der Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz besuchten. Die zwei markannten Felstürme vor den Fachwerkhäusern sind die meist fotografierten Objekte in der Fränkischen Schweiz. Auf einem schönen Wanderweg kann man auch einen benachbarten Felsen aufsteigen um dieses Wahrzeichen auch aus der Vogelperspektive sehen zu können.
Am Nachmittag standen aufgrund des starken Schneefalls verschiedene Sportmöglichkeiten zur Auswahl, ich entschied mich für eine Laufrunde während der Rest der Gruppe ins Hallenbad bzw die Kletterhalle Forchheim fuhren. Meine Laufrunde: Morschreuth - Schulerkreuz - Röthelfels - Urspring - Wannabach - Hoher Berg - Wichsenstein - Spitzenstein - Haidekreuz - Morschreuth, 560HM und 17km

Am Mittwoch war das Wetter in der Früh sehr schön, deshalb fuhren wir auch ins Wiesenttal um zu Klettern. Doch schon kurz nach unserer Abfahrt in Morschreuth begann es wieder zu schneien, deshalb änderten wir unseren Plan und fuhren nach Streitberg im Wiesenttal und besuchten dort die Bing-Höhle. Eine sehr schöne Tropfsteinhöhle mit Führung für 3,50€, 30min. Danach besichtigten wie den Klettergarten "Glatte Wand" und die Ruine Streitburg. Immer wieder schien die Sonne, 10 Minuten später hatten wir wieder starken Schneefall. Trotzdem wollten wir den Schauertaler Turm, eine talseitig 30m hohe Felssäule, besteigen. Ein kurzes Schönwetterfenster nutzte ich um die Obere Südwand (4) zu klettern. Die Route ist mit 3BH abgesichert und kann mit Keilen und Friends sehr gut abgesichert werden was ich aufgrund der Nässe auch getan hab! Vom Gipfel hab ich dann Heinz nachgesichert, wenige Minuten später kletterte Sam die Route im dichten Graupelschauer! Weitere 10 Minuten später seilten wir bei strahlendem Sonnenschein ab! Sehr tolle, auch ausgestzte Route an einem extrem coolen Turm!

Am Donnerstag besuchten wir nach nächtlichen Schneeschauern die Teufelshöhle bei Pottenstein. Eine 1.5km lange Höhle, leider nicht so eindrucksvoll wie die Binghöhle. (3,80€, 45min) Auch das Felsenbad in Pottenstein besichtigten wir noch, im Sommer ein Top-Tipp!
Danach gings durch Püttlachtal nach Püttlach und weiter zur Schottersmühle nordwestlich von Gössweinstein. Dort besichtigten wir verschiedene Klettergärten, u.a die Abendleite und die (sehr empfehlenswerte) Jubiläumswand. Dort kletterten wir dann bei Scheefall die Route R10 ("Kleines Restrisiko"), ein 4er ohne Haken. Ich konnte im Vorstieg aber einige gute Sicherungen legen, aufgrund der Felszacken wäre ein Sturz aber möglichweise fatal. Der Abstieg erfolgte durch Abseilen von einem guten 2-Haken Standplatz. In der Schottersmühle wurde dann auch noch die Riesenburg besichtigt, eine riesige Versturzhöhle. Danach besuchten wir noch den "Steinerene Beutel" in Waischenfeld. Dort findet man einen tollen Burgturm auf einem Felsspitz. Außerdem gibt es tolle Boulderschwammerl! Bei der Heimfahrt besuchten wir noch schnell den sehr eindrucksvollen Druidenhain.

Am Freitag Heimreise, wie schon gewohnt bei Schnee!

Bei gutem Wetter ein Top-Klettergebiet, von Graz in ca. 5h zu erreichen! Als Unterkunft kann man das GH "Zur guten Einkehr" nur empfehlen, dort gibt es Zimmer, Appartments, Lager und Zeltplätze. Das Essen ist sehr gut und es gibt große Portionen. Internet: http://www.gute-einkehr.de/
Die Routen sind großteils gut abgesichert, die ersten Haken sind oft recht hoch (evtl. Bouldermatte oder Clip-Hilfe). Leider gibt es am Ende der Routen meist nur einen Haken!
Zur Orientierung ist aus unserer Sicht ein Auto-Navi unbedingt notwendig, viele der Straßen auf der Wanderkarte sind nicht befahrbar bzw. gesperrt!
Als Karte empfehle ich die "Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz Blatt Süd" von Fritsch. Den besten Kletterführer erhält man direkt im GH "Zur guten Einkehr", es ist aber auch der Führer von Coronn.com  (Englisch) gut!

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering


Tourengänger: Matthias Pilz

Galerie


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