Tösstaler Haute Route


Published by Bergamotte Pro , 10 December 2012, 22h22.

Region: World » Switzerland » Zürich
Date of the hike: 8 December 2012
Ski grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-ZH   CH-SG 
Time: 4:15
Height gain: 925 m 3034 ft.
Height loss: 1020 m 3346 ft.
Access to start point:cff logo Fischenthal
Access to end point:cff logo Wald
Accommodation:Verpflegung im Gasthaus Alp Scheidegg
Maps:1093 / 1113

Die Schneemengen lassen die Tourensuche zur Qual der Wahl werden. Plötzlich rücken Ziele auf den Radar, die ansonsten kaum je machbar sind. Wie wär's zum Beispiel mit dem Federispitz ab Ziegelbrücke? Doch gleichzeitig gilt es die angespannte Lawinensituation im Auge zu behalten. Und stundenlang durch metertiefen Pulver spuren muss auch nicht sein. Da kommt mein Onkel mit dem Hinweis auf seine Lieblingstour wie gerufen.

Die Tösstaler Haute Route verbindet die Gemeinden Fischenthal und Wald im Zürcher Oberland. Wer alpines Skitourenfeeling mit knackigen Aufstiegen und rassigen Abfahrten sucht, ist hier fehl am Platz. Im Mittelpunkt steht vielmehr genussvolles Skiwandern über sanfte Hügel. Daran werden auch Schneeschühler ihre helle Freude haben. Abgerundet wird die Tour durch einen Zwischenstop im höchstgelegen Gasthaus im Kanton Zürich, der Alp Scheidegg.

Gestartet wird direkt beim Bahnhof Fischenthal (740m). Man überquert die Geleise und folgt dem Strässchen zum Bauerngehöft. Hier montiere ich die Skier und ziehe in anstrengender Spurarbeit über P. 812 nach Langenberg hoch. Wer's bequemer mag, kann bis Tannen (959m) die (im Moment schneebedeckte) Strasse benützen.

Hier beginnt der schöne Teil der Haute Route: der lange, einsame Marsch über die sanfte Hügelkette. Ich bin nicht traurig, dass ein einzelner Vorgänger bereits grob gespurt hat. So kann ich meditativ vor mich hin schreiten und die neblige Winterstimmung geniessen. Der Aufstieg auf den Hüttchopf (1232m) ist kurz und schmerzlos. Zu sehen gibt's wenig.

In der kurzen Abfahrt nach Überzütt (1146m) gerate ich gar in ein veritables Whiteout. Doch Gefahr droht hier nirgends. Die klassische Route führt nun über das Sommersträsschen ostwärts an der Brandegg vorbei. Doch ich verspür noch grosse Energiereserven, so dass ich direkt über den Grat auf die Brandegg (1243m) aufsteige. Der Grat ist steil, eng und völlig zugeschneit - kein ideales Skitourengelände (WS). Ansonsten bewegt sich die gesamte Haute Route im L-Bereich. Nach kurzer, flacher Abfahrt erreiche ich anschliessend die Scheidegg (1197m) mit ihrem Gasthaus, wo bereits andere Türler am Pausieren sind.

Nach einer Stärkung mit vorzüglicher Gulaschsuppe zieht es mich bald weiter. Die Abfahrt - direkt hinter dem Gasthaus gegen Südosten den Hang runter - wird zum reinen (wenn auch kurzen) Pulververgnügen. Das gilt weniger für die folgende Waldpassage. Zuletzt auf der Strasse erreiche ich die Wolfsgrueb (1197m): Anfellen! Ab P. 1049 folge ich einer sportlich angelegten Spur, welche dem Rücken entlang auf den Schwarzenberg (1293m) führt. Der Schwarzenberg lässt sich auf dem südwestlichen Sommerweg übrigens einfach umgehen. Gerade mit Skiern macht das durchaus Sinn.

Auf dem Südgipfel (1286.3m) hole ich den Vorspurer ein, welcher sich wagemutig die Steilflanke Richtung Hintergoldigen runterstürzt. Ich hingege rutsche auf den Fellen Richtung Guntliberg ab. Nach wenigen Aufstiegshöhenmetern stehe ich auf dem Farner (1153m) und damit im Miniskigebiet Oberholz. Trotz besten Pistenverhältnissen hält sich der Ansturm in Grenzen, beschränkt sich die Sicht doch auf wenige Meter.

Über die Piste fahre ich Richtung Oberholz ab, ziehe aber kurz vorher Richtung Wald ab. Ein schmaler Pistenstreifen (völlig unbenutzt) zieht von hier bis fast ins Tobel unterhalb von Niederholz. Anschliessend stöckle ich mich an Vorderwald (701m) vorbei ins EFH-Quartier von Wald, wo ich die Skier buckle und zufrieden zum Bahnhof Wald (617m) marschiere (15 Minuten).

Hike partners: Bergamotte


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Comments (2)


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xaendi says:
Sent 11 December 2012, 14h09
Toll, da würde ich am liebsten auch gleich losziehen!

Bergamotte Pro says: RE:
Sent 11 December 2012, 14h13
Ja, kann ich im Moment sehr empfehlen. Auch wenn die Skitourenmuskeln noch nicht 100% in Form sind.


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