Krönten Ostgrat (Überschreitung Chli / Klein Krönten)


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 10. März 2008 um 21:18.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:24 Juni 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 2200 m

Der Krönten thront mit zwei Kalktürmen "gekrönt" über der gleichnamigen Hütte und ist bekannt als leichte Hochtour mit einer kurzen finalen Kletterpartie. Für Fortgeschrittene hält der Gipfel mit dem Ostgrat eine interessante, kurzweilige Hochtour bereit - allerdings begeht man nicht wie der Name suggeriert den eigentlichen Ostgrat des Krönten! Vielmehr überschreitet die Route den Chli Krönten in seiner ganzen Länge und traversiert im Firn nördlich des Gipfels - so umgeht man die schwierigen Aufschwünge des eigentlichen Krönten Ostgrates und kommt in den Genuss einer Firnpartie, die mit etwas Fantasie an den Biancograt erinnert!

Hochtour light but all inclusive:  Rassige Firnpassagen, scharfe Felsgrate und eine knackige Gipfelkletterei

Von der Kröntenhütte auf dem blau-weiss markierten Alpinwanderweg Richtung Steinchellenfurggi/Ruchpass (Übergang zur Leutschachhütte) bis zur Verflachung auf 2500m (T4). Dort rechts (südwestlich) abschwenken erst über Gletscherschliffplatten und dann die immer steiler werdende Firnflanke hoch. Zuletzt etwas mehr als 40° steil in die Lücke zwischen Sunnig und Chli Krönten ca. 2860 m. Später im Jahr dort Blankeis, dann besser die eingerichtete Einstiegsvariante durch die Nordflanke des Chli Krönten nehmen, Hüttenwart Armin fragen.
Nun beginnt die Kletterei über den Chli Krönten, zuerst in 3 -4 Seillängen den kompakteren Felsabschnitten auf die Grathöhe folgen, etwa ein halbes Dutzend Borhaken und einige Schlaghaken weisen auf die schönsten Kletterstellen hin. Etwas rechts (nördlich) ist das Gelände meist leichter, dafür brüchiger. Stellen III, meist I und II.  Auf der Gratkante angelangt am schönsten alles genau der Schneide nach, manchmal etwas exponiert aber nie extrem ausgesetzt, schöner, fester Gneis, wenige Stellen III, oft II und I, einige Borhaken an den schwierigeren Stellen. Es kann auch in der Nordflanke einem Gemswechsel gefolgt werden, so verpasst man aber die schönsten Passagen der aussichtsreichen Kraxelei. Vom westlichsten Punkt des Chli Krönten leichter Abstieg (T4) etwas in die Nordflanke ausweichend zu einem Steinmann und auf Pfadspuren in die Lücke ca. 2890m vor dem eigentlichen Krönten Ostgrat. Diesen umgeht man im Firn, meist ist durch Verwehungen ein "Mini-Biancograt" ausgebildet. 
Erst steiler (max. 40°) unter die Nordwand des Krönten, dann auf dem Rand des Windkessels queren bis man auf ca. 3060 m den Westgrat und somit die Normalroute erreicht. Auf dem Westgrat mit luftigem Ambiente in Kürze an den Gipfelkopf und eine der beiden Varianten wählen um die Krone zu ersteigen: IIIer im engen Riss, IIer auf der Ostseite, dorthin schuttige, unangenehme Querung nördlich des Gipfelkopfs.

Abstieg über die Normalroute, erst Westgrat, dann auf dem Gletscher und ab 2500m in der Nähe des Grau Stock rasante Rutschpartien bis fast an den Obersee! So kann der Abstieg vom Gipfel zur Kröntenhütte  locker in unter einer Stunde absolviert werden ;-)

Zurück ins Tal über den längeren, aber sehr reizvollen Weg zum Fulensee und über eine eindrückliche, unter Umständen gefährliche Schneebrücke beim Stäuben (der Weg gehört gesperrt bei solchen Verhältnissen!) nach Bodenberg zum freundlichen Alpentaxi. 

Die Verhältnisse waren ideal: dank gutem Trittschnee nirgends Steigeisen gebraucht, Felsen warm und schneefrei, nur am Gipfel etwas umwölkt und zugig-kühl.

Zeit: Für die Tour sind bis zum Gipfel 5-7 Stunden zu rechnen. Der Felsgrat über den Chli Krönten lässt sich mit entsprechender Übung grossteils am halblangen oder kurzen Seil begehen.

Schwierigkeit: Gemäss Führer ZS-. Das Gelände hat mehr WS-Charakter, wenn man die Hilfskriterien der Skala grosszügig anwendet, kommt ZS- hin. Ich würde bei idealen Verhältnissen wie angetroffen ein WS+ veranschlagen. Der technische Anspruch hängt stark von den Firnpartien ab, sie sind bei gutem Schnee absolut problemlos, bei Blankeis aber schnell heikel.

Einen GPS Track der Tour inkl. unserem Abstieg ins Tal gibts hier.

Besondere Gratualation an meinen Seilpartner B., der seine Skills aus den Ausbildungskursen auf seiner zweiten (!) Hochtour gleich "wie bei den Grossen" unter Beweis stellen konnte - Tags zuvor auch noch die Premiere im Mehrseillängen-Klettern, Chapeau!

Tourengänger: Alpin_Rise

Galerie


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