Hohe Wand - über Kanzelsteig rauf und über Holzknechtsteig hinab


Publiziert von Tef Pro , 27. November 2012 um 22:22.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Gutensteiner Alpen
Tour Datum:10 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:in Grünbach am Schneeberg in der Ortsmitte Richtung Seiser Toni, kurz vor den Häusern Parkplatz
Kartennummer:Kompass Nr.208

Heute gings mal wieder zur Hohen Wand. Hatten wir letztes Mal reingeschnuppert, wissen wir mittlerweile, daß es unzählige Routen durch die Wand gibt.
Sehr empfehlenswert das Buch Thomas Behm: Kletterführer Hohe Wand,mit 750 (sic!) Routen. Davon sind zwar etliche über unseren Möglichkeiten, aber es bleiben genügend Schmankerl übrig.
Einer der Klassiker ist der Kanzelsteig, der durch eine wunderschöne Landschaft führt und vor allem oben traumhaften Fels bietet.
Als Abstieg wählten wir den Holzknechtsteig, der auch nicht mit Schönheit geizt. So können wir die Runde als unsere bisher kürzeste 5-Sterne Tour ausgeben.
Wir haben nur einen Fehler gemacht, der zum Glück keine Konsequenzen hatte: wir hatten die Helme vergessen und gerieten kurz vor dem Testamentwandl in einen Steinschlag (da vor uns niemand war, vermutlich vom Föhn ausgelöst). Ein paar Minuten später wären wir vermutlich gerade im Klettern gewesen und hätten uns nicht ducken können. Helm ist also Pflicht, vor allem im unteren Teil, wo man in einer Rinne klettert.
Hier befindet sich mit dem Testamentwandl auch die Schlüsselstelle (II+). Es gibt zwar dann auch weiter oben einige IIer, aber hier ist dann der Fels trockener und sehr fest. Die Kletterstellen sind nicht so extrem ausgesetzt, so daß man sich auch ohne Seil noch wohl fühlen kann.
Wir starteten beim Seiser Toni. Noch vor den Häusern zweigt links ein Pfad ab und verschwindet im Wald, bald trifft er auf den grün markierten Wanderweg. Wir folgen ihm ein Stück nach links, bis nach rechts ein schmaler Pfad mit einzelnen roten Markierungen abgeht. Er führt direkt bergan, kreuzt einen Frostweg und bringt uns direkt zum Wandfußsteig.
Geradwegs zweigt das Zahme Perchersteiglein ab, wir wenden uns nach rechts und folgen nun dem landschaftlich schönem Steig im Auf und Ab direkt an der Wand entlang, bis nach circa 10 Minuten in Schild nach links zum Kanzelsteig weist.
Es geht gleich los mit dem Kraxeln, und zwar eine steile feuchte Rinne empor. Zügig kommen wir vorwärts, die zunächst breite Rinne wird bald schmäler und das berüchtigte Testamentwandl stellt sich uns in den Weg. Eine Steinsalve von oben warten wir geshützt unter Wänden ab, dann gehen wir es an. Die Stelle ist recht trittarm, das ist das größte Problem, aber man kann sich am oberen Wandl gut mit Handgriffen vorwärts arbeiten. Mit den Füßen steigt man auf der schrägen Felsplatte aufwärts, bis man sich rechts hinüberschwingen kann. Dahinter kraxelt man schräg nach links und nimmt dann eine etwas ausgesetzte Stelle mit einem Spreizschritt. Nun nehmen die technischen Schwierigkeiten ab, aber die Rinne wird sehr geröllig, ehe sie in Schrofen-Grasgelände übergeht.
Hier muß man nun etwas unangenehm durch brösliges Gelände  nach links queren (auf rote Markierungen achten!). Im lichten Wald bewegen wir uns im Schrofengelände aufwärts, das Gelände wird steiler, der Wald bleibt zurück und vor uns taucht der Grat auf, der direkt zum Gipfelkreuz der Großen Kanzel führt.
Und zu diesem kraxeln wir nun in wunderbarem Fels bei bester Aussicht hinauf, ein echtes Schmankerl. Mal über eine Rippe, mal über eine kleine Felsstufe, mal eine alte Kiefer als Equipment nutzend...viel zu schnell erreichen wir den Grat.
Wir rasten kurz und genießen den Ausblick, dann geht es direkt auf das Kreuz zu. Zwei Scharten müssen noch durchklettert werden (bis II), doch der Grat ist recht breit, so daß sich die Ausgesetztheit in Grenzen hält. Oben bläst der Föhnsturm recht kräftig, doch auf der Schaukel neben der Hütte läßt es sich gut rasten.
Wir wandern dann in nordöstlicher Richtung weiter, bis nach rechts der Holzknechtsteig hinab führt (Schild). Steil und landschaftlich sehr schön geht es abwärts, immer wieder blicken wir hinüber zum Kanzelsteig. Eine steile Schrofenrinne bringt uns hinab in einen kleinen Sattel, wo oben drüber der Widenauerklettersteig mit einer Hängeleiter hinwegführt. Vom Sattel steigen wir rechts ab, es kommt ein kurze Steilstufe mit a bissal Klettern (I-II), dahinter kommt ein bröselige Rinne, wo man froh ist, wenn sonst niemand da ist, dann wird es langsam zahmer und im Kiefernwald treffen wir wieder auf den Wandfußsteig, auf dem man nach rechts zum Ausgangspunkt zurück kommt, außer man will noch ne zweite Tour dran hängen...
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Tourengänger: Tef

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Kommentare (1)


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Saxifraga hat gesagt:
Gesendet am 28. November 2012 um 11:26
Der Steinschlag wurde vermutlich durch Steinböcke ausgelöst. Davon gibt´s auf der HW jede Menge.


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