Stoss 2111 m - von der Sonne hoch in den Nebel


Publiziert von Ivo66 Pro , 25. November 2012 um 18:17.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:25 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 1040 m
Abstieg: 1040 m
Strecke:Laui - Troosen - Schrenit - Lauchwies - Stoss
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Unterwasser führt ein geteertes Strässchen vom Dorf Richtung u. a. "Chüeboden" zum Parkplatz Laui (CHF 5.-- pro Tag, Parkuhr beim Parkplatz)
Kartennummer:1:25'000 Säntis und Nesslau

Unten grau, oben blau: So stellt man sich den November meistens vor. Heute geriet diese Regel etwas durcheinander... dazu später.

Zum Abschluss der Alpinwandersaison 2012 sollte es heute eine besonders sonnige Tour sein. Da bot sich der Stoss im Toggenburger Alpstein gerade zu an mit seinen steilen, meist südexponierten Flanken. Das Bild  von rkroebl anlässlich seiner gestrigen Tour dokumentierte dazu gute Verhältnisse in diesem Teil des Alpsteins: Es zeigt weitgehend schneefreie Verhältnisse im Aufstieg von der Lauchwies zum Stoss.

Nach kurzem Marsch vom schattigen Talboden bei Laui erreichten wir bald einmal sonniges Terrain und stiegen etwas euphorisiert im T-Shirt die Sonnenhänge unter dem Stoss hoch. Der zu dieser Jahreszeit kühle Föhnwind sorgte zunächst bald dafür, dass das Jäckchen aus dem Rucksack gezogen werden musste. Später, als wir die Lauchwies erreichten und zum Gipfelsturm ansetzten, tauchten wie aus dem Nichts oder besser gesagt aus dem blauen Himmel Nebelschwaden auf, welche im Nu den Gipfelbereich einhüllten und zusammen mit dem nun eiskalten Wind für ungemütliche Verhältnisse sorgten.

Nun zahlte es sich aus, dass wir stets Rucksäcke mitschleppen, welche jene der meisten anderen Wanderer punkto Gewicht weit übertreffen: Die Winterausrüstung, Wollmützen, Handschuhe, Windjacken wurden montiert und die nassen Shirts abermals gewechselt. Letztlich waren wir heute froh, ausnahmsweise Stöcke mitgetragen zu haben, erleichterten diese doch den Abstieg durch die teilweise mit Schnee bedeckte steile Rinne vom Gipfel erheblich.

Nach dem rasch vollzogenen Abstieg durch den Nebel erreichten wir bei den Alphütten Schrenit wieder sonniges Gelände. Schade wurde der Gipfelerfolg nicht mit einem entsprechenden Panorama belohnt; nicht einmal der tolle Blick zu den Silberplattenchöpf blieb uns vergönnt. Unten blau, oben grau hiess heute das Motto...

Das war's für 2012. Nun heisst es Abwarten, bis die Verhältnisse günstig sind für Ski- und Schneeschuhtouren. Eine tolle und unvergessliche Alpinwandersaison ist heute zu Ende gegangen.

Routenbeschreibung:

Der Stoss ist ein Gipfel in der nördlichen Alpsteinkette zwischen Lütispitz und Säntis. Von Norden her tritt er höchstens als eines von vielen Gipfelchen in Erscheinung, während er vom Talboden in Laui im Obertoggenburg mit seinen mächtigen Felswänden einigen Eindruck macht. Der Schlussaufstieg zum Gipfel vom Wanderweg zwischen Lauchwies und der Tierwies führt durch alpines Gelände und ganz zuoberst sind einige Kletterschritte erforderlich. Man lasse sich nicht vom Wegweiser im Talboden irritieren, der den Namen "Stoss" aufführt und ihn als markierten Wanderweg ausweist. Der Wegweiser meint wohl mit der Inschrift den "Stosssattel", den Übergang von der Lauchwies zur Tierwies.

Laui - Lauchwies (T2)

Man folgt dem Fahrsträsschen, welches auch gut weglos abgekürzt werden kann, zu den Alphütten Trosen. Von dort führt ein gut markierter Bergwanderweg weiter in einigen Kehren und schliesslich in einer langen Traverse zu den Hütten von Schrenit, wo der Schlussaufstieg zur Lauchwies einsetzt. Der Wegweiser auf der Grathöhe ist schon von weit unten sichtbar.

Lauchwies - Stoss (T2, Schlussaufstieg T4)

Auf einer markierten Spur folgt man den Hang aufwärts Richtung Stosssattel (Wegweiser Richtung u. a. Tierwies). Wir verliessen den Wanderweg dort, wo er auf die Nordseite ausweicht (u. a. wegen der Schneeverhältnisse). In gut gestuftem aber steilen Gelände stiegen wir weiter hoch, bis wir die markante Rinne erreichten, welche zum Gipfel hinaufleitet. Diese wird zunächst in abschüssigem Gelände auf guten Pfadspuren gequert. Anschliessend steigt man in gut gestuftem, steilen Gelände hoch bis unter den Gipfel rechterhand. Die letzten Meter am Gipfel erfordern etwas Kletterei in gutem Fels (nur ca. 5 Höhenmeter...)

Tourengänger: Ivo66, Lena

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Kommentare (6)


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rkroebl Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. November 2012 um 00:51
Gratuliere zur schönen, 'naturnahen' Tour, Lena und Ivo.

Ironie des Schicksals: Meine Foto mag Euch etwas behilflich gewesen sein. Mir selber hat der Stoss dieses Jahr kein Glück gebracht - zwei Versuche, beide wegen Gewitter/Zeitproblem/Nässe abgebrochen. Ich kenne die Lauchwies auswendig, aber auf dem Stoss war ich immer noch nicht. ;-)

LG, Ray

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 26. November 2012 um 18:37
Du wirst es kaum glauben: Auch wir sind beim ersten Stoss-Versuch vor vielen, vielen Jahren gescheitert - allerdings an unserem eigenen Unvermögen ;-). Die Lauchwies ist ja besonders im Sommer wegen dem vielen Schafkot ebenso hässlich wie der Normalaufstieg zum Wildhuser Schafberg.

Zu empfehlen ist aber bei einer Stossbesteigung die Rundtour von Laui über Lauchwies und anschliessend weiter unter den Silberplatten hindurch zur Tierwies mit Rückkehr zur Laui.

Das muss nun aber wohl für nächstes Jahr warten...

LG Ivo

rkroebl Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. November 2012 um 19:04
Ja, freuen wir uns auf nächstes Jahr. Echt.

Übrigens: Die von Dir beschriebene Route kenne ich bestens. Sie hat auch einen Namen.

Sie heisst "Das-macht-der-Ray-wenn-ihm-der-Stoss-die-kalte-Schulter-zeigt". :-)

LG, Ray

PS: Wenn ich dann da oben bin, werde ich "Halleluja" ins Gipfelbuch schreiben.

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 26. November 2012 um 19:58
Aufs 2013: Die DMDRWIDSDKSZ-Tour werde ich vielleicht auch wiederholen...

LG Ivo

Winterbaer Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. November 2012 um 00:55
>Nun zahlte es sich aus, dass wir stets Rucksäcke mitschleppen, welche jene der meisten anderen Wanderer punkto Gewicht weit übertreffen
Hi Ihr beiden! Hört Ihr denn auch dauernd den Spruch "was habt`s denn Ihr alles dabei oder bleibts Ihr länger"? Ich kann ihn nicht mehr hören! Auf dem letzten Gipfel hatten wir alles an, was im Rucksack war und es war immer noch nicht zu warm. So ein richtiger Anorak, der auch bei Sonnenuntergang noch warm hält, oder wenn man sich grad nicht dauernd bewegt, belegt ja immer schon das ganze untere Fach des Rucksacks, oder? Und in nassen Klamotten will ich auch nicht bleiben....ja wo soll das Wechselzeug herkommen, wenn nicht aus dem Rucksack? Gut, die Isomatte zum Draufsetzen trägt außerlich sehr auf, wiegt aber kaum was und wärmt im Notfall auch noch.
Ich finde diese ewig gleichen Sprüche so lästig und meistens erfolgen sie leicht "abwertend"...so nach dem Motto: "wisst Ihr denn nicht, dass man auf den Berg nicht so viel mitschleppen soll/darf"?.... Mit der Zeit ganz schön übel! Und garantiert kann auf jeder Tour mindestens ein Mitmensch nicht an sich halten, uns aufzuklären!
Nur komisch, dass wir noch nie zu jemandem mit kleinem Säckchen auf dem Rücken und in kurzen Hosen gesagt haben: "Ach herrje, Sie haben aber fast gar nix dabei, das wird aber oben kalt werden!" Ich habe aber schon solche ewigen Nörgler schlottern sehen, und wie! Ja da hält sich dann mein Mitleid sehr in Grenzen!

VG Uschi

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 26. November 2012 um 21:36
...ja auch wir leben nach dem Motto: Lieber zu viel mittragen, als zu wenig. Gilt auch für die Getränke. Kürzlich trug ich alleine 3 Liter Eistee von der Schwägalp über die Chammhaldenroute zum Säntis hoch - getrunken habe ich etwa einen halben Liter weil es so saukalt war und kein Durst aufkommen wollte. Die anderen 2 1/2 Liter habe ich dann mit der Luftseilbahn wieder hinuntertransportiert.... (zusammen mit einem auf dem Säntis für Lena gekauften Stofftierchen :-)))).

LG Ivo


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