Vorderes Brandjoch (2559 m) von Süden - knapp vorbei ist auch daneben


Publiziert von gero Pro , 25. November 2012 um 21:42.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:24 November 2012
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:Gramart - Höttinger Alm - Frau-Hitt-Sattel - Vorderes Brandjoch (bis 2440 m) und retour (13,7 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In Innsbruck der Beschilderung "Nordkettenbahn" bis zur Hungerburg folgen; von dort westwärts hinüber zum Gramart-Boden fahren. Beachte Anmerkungen im Text !
Kartennummer:AV 5/1 (Karwendelgebirge, Westliches Blatt); Freytag & Berndt WK 322 (Wetterstein-Karwendel)

Eine Fülle von Wegen durchzieht die Südflanke der Berge der Innsbrucker Nordkette - an diesem von herrlichem Wetter geprägten Samstag wollte ich von Innsbruck auf das Vordere Brandjoch steigen (so auf den Wegweisern und der AV-Karte bezeichnet - im AV-Karwendel-Führer heißt es Vordere Brandjochspitze).

Ich starte kurz vor 7 Uhr vom gebührenfreien Parkplatz Gramartboden (868 m), gelegen am oberen Rand des Innsbrucker Ortsteils Hötting. Gleich zu Beginn leitet ein Wegweiser Richtung Höttinger Alm und zum Frau-Hitt-Sattel; der Steig Nr. 215 führt durch einen Hohlweg zum Winkel (Bez. in AV-Karte), einem Platz im Wald, wo ich erst einmal den Steig verliere, weil ich im Halbdunkel der einsetzenden Morgendämmerung die Markierungen verliere. Großflächige Rodungen erhöhen die Unübersichtlichkeit zusätzlich - also: links und rechts abzweigende, ziemlich breite Waldwege bleiben unbeachtet, es geht hier mehr oder weniger geradeaus bergan!

Nach etwa 30 Minuten geht es an der Maderhütte auf 1025 m vorbei (etwa bei der Bez. Brandlschrofen in AV-Karte); der bisher dichte Wald gestattet hier kurzzeitig einen kleinen Ausblick auf das Inntal. Kurze Zeit später wird eine Forststraße überquert, danach geht es den Nisslsteig aufwärts - dahinter verbrigt sich aber leider ein wenig romantischer Anstieg stangerlgrad die steile Skipiste hinauf. Kurz vor ihrem oberen Ende verläßt man sie an einer deutlichen Markierung und quert auf leicht fallendem Steig in den obersten Ansatz des Höttinger Grabens hinein. Danach geht es noch 100 Hm hinauf zur Höttinger Alm (1487 m) - sie liegt in aussichtsreicher Lage rund 900 m über dem Inntal, man kann u.a. das ganze Wipptal bis hinter zum Brenner einsehen. Ich habe bis hierher etwa 90 Minuten gebraucht, darin sind allerdings ca. 20 Minuten Wegsuche im Bereich von Winkel enthalten. Man kommt den allgemein recht steilen Waldsteig Nr. 215 also durchaus einigermaßen flott hinauf.

Ohne jeglichen Wegweiser geht es nun aufwärts zu der kurz oberhalb der Almhütten befindlichen Kapelle (Achtung: nicht dem ebenfalls unbezeichneten Steig Richtung Westen folgen, er führt nicht zum Frau-Hitt-Sattel!). Von der Kapelle folge ich dem nun wieder mit roten Markierungspunkten versehenen, steil aufwärts führenden Steig (Bez. AV-Karte: Braunegg), bis er nach 45 Minuten einen der Querwege erreicht, die den Südhang der Innsbrucker Nordkette traversieren. Hier leiste ich mir einen weiteren Verhauer: anstatt an dieser Stelle ostwärts kurz Richtung Seegrube zu gehen, um anschließend Richtung Frau-Hitt-Sattel anzusteigen (Achtung: KEINE Wegweiser!), folge ich verlockend großen, überdeutlichen Markierungen westwärts und überquere kurz darauf den erodierten Graben, der vom Frau-Hitt-Sattel herunterzieht. Jenseits bemerke ich meinen Irrtum (der Steig würde weiterführen zum Brandjochboden), mag jetzt aber nicht mehr umkehren und steige den steilen, aber harmlosen Schrofenhang hinauf, der hier ansetzt (Bez. in AV-Karte: Pleise). Er führt mich auf einen oberen, die Südhänge der Brandjochgruppe traversierenden Steig, und auf ihm folge ich einigen Markierungen, bis ich auf dem offiziellen und beschilderten Steig in Fallinie zum Frau-Hitt-Sattel (2224 m) ansteigen kann.

Ab Höttinger Alm habe ich gut 90 Minuten gebraucht, ab Gramart war ich einschließlich aller Fotopausen und Wegsuchereien 3 1/2 Stunden unterwegs. Bis hierher ist momentan kein Schnee anzutreffen.

Letzteres ändert sich jetzt: Beim Anstieg zum Ostgrat des Vorderen Brandjochs gibt es erste geschlossene Schneeflächen, und ab der Kuppe, wo der Grat zum Hitt-Sattel abfällt, liegt sowohl süd- als auch nordseitig vollflächig Schnee. Ich schnalle die Grödel an, obwohl es eine erstaunlich gute Spur hinauf zum Vorderen Brandjoch gibt - aber das Gelände (der Julius-Pock-Steig) ist steil und beidseits exponiert - wenn überhaupt, meine ich nur mit Grödeln bewehrt hinaufzukommen.

Dort, wo sich der Grat aufsteilt, also etwa 200m unter dem Gipfel, überholen mich 2 Bergkameraden - ich folge ihnen noch eine zeitlang, bis mir die Ausgesetztheit des Geländes in Verbindung mit der teils hartgefrorenen, teils rutschigen Schneeauflage zu riskant wird. Hier würde schon der kleinste Ausrutscher zu einer unfreiwilligen Rutschpartie die nord- oder südseitigen Steilhänge hinab führen, und dazu habe ich keine große Lust. In Sichtweite der ersten Fixseile kehre ich deshalb um - im Sommer gerne nochmals, aber unter diesen Bedingungen gehts für mich nicht weiter.

Auf dem Rückweg folge ich dem Schmidhuber-Steig Richtung Seegrube bis etwa unter den Langen Sattel (oben zwischen Östlicher Sattelspitze und Kemacher gelegen); dann geht es wieder hinunter zur Höttinger Alm und zurück nach Gramart, dem Ausgangspunkt meiner Bergwanderung.

Anmerkungen:

- Die Zufahrt zum Gramart-Boden ist nur via Hungerburg möglich; das Sträßchen, das von Hötting direkt hinaufführt, ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt (nur Anrainer erlaubt). Außerdem ist das Sträßchen von der Hungerburg nach Gramart an Sonn- und Feiertagen für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

- Im Sommer sollte man wegen der südseitigen Ausrichtung den von mir geschilderten Weg sehr früh angehen; Sonneneinstrahlung und Wärme dürften später außerordentlich intensiv sein.

Tourengänger: gero

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Geodaten
 13840.gpx Von Süden (Gramart) auf das Vordere Brandjoch

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Kommentare (2)


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83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 26. November 2012 um 08:17
Hallo gero! Eine sauguade Tour - schade, dass es mit dem Gipfel nicht ganz geklappt hat!

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 29. November 2012 um 17:54
dann viel Glück beim nächsten Mal, lieber Georg!

lg Felix


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