beschauliche Gratwanderung ob Oberwil i.S.


Publiziert von Felix Pro , 29. November 2012 um 22:46. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Simmental
Tour Datum:19 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-FR 
Aufstieg: 1135 m
Abstieg: 1135 m
Strecke:Heubergtürli - Nässelbode - Schnägge - P. 1987 - Märe - Hahnen - Schibe - Tosse - Stiereläger - Bergstation Transportseilbahn - Nässelbode - Heubergtürli
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Konolfingen, Autobahn Kiesen - Wimmis, Erlenbach, Weissenburg nach Oberwil i.S.
Kartennummer:1226

Nach dem zweiwöchigen Afrika-Kilimanjaro-Erlebnis zieht es uns schon sehr schnell wieder in die – naheliegenden – Schweizer Berge:

 

Eine eindrückliche, recht einfache, doch viel unterschiedliche Impressionen beinhaltende Tour beginnen wir oberhalb Oberwil im Simmental.

Beim Heubergtürli starten wir, noch im Schatten, unsere längere Gratwanderung über verschiedene Gipfel auf ungefähr 2000 Metern – stets sind wir, da wir bewusst eine südlich orientierte Hanglage für unser Unternehmen gesucht haben, an der Sonne wie auch an der Grenze zum Schatten, zu teils abschüssigen, mit Schnee gefüllten nördlich ausgerichteten Flanken.

 

Schnell entkommen wir dem schattigen Talgrund des Wüestebaches und steigen, die Spur nur sehr knapp auffindend, hoch in die Sonne, nach Nässelbode. Etwas später, in der folgenden Lichtung, verliert sich jene; doch wir finden – auf Grund des Kartenstudiums, den Weiterweg problemlos. Er führt, sogar mit einigen Tritten versehen, relativ direkt unter die kühne Wand der Falkeflue. Unter dieser traversieren wir in nördlicher Richtung hoch entlang eines Grabens, biegen, den Spuren folgend, rechts ab Richtung Bergstation des Transportseilbähnchens.

Bald einmal verliert sich auch diese Wegspur wieder; wir begeben uns weglos weiter, „über Stock und Stein“, d.h. über darniederliegende Bäume und teilweise im tieferen Schnee, weiterhin der Vorderi Richisalp zuhaltend, nordwärts. So erreichen wir, möglichst wenig Höhenmeter verlieren wollend, die Hütte auf Schnägge.

 

Hier beschliessen wir, nicht dem – verschneiten – Wanderweg zum Chänelpass zu folgen, sondern direkt zum Grat aufzusteigen; das herrliche Wetter, die Sonne am blauen Himmel, welche die Südflanke hier schneefrei gemacht hat, lädt uns ein, die Abkürzung Richtung P. 1987 zu nehmen. Hier angelangt, zeigt sich in erster Linie der Schafarnisch, doch v.a. auch der weitere Gratweg zu unserem ersten „richtigen“ Gipfelziel.

Erst einmal etwas nordseitig absteigend, hier ist die Schneeauflage doch beachtlich, der Hang ostseitig steil, geht es anschliessend flacher weiter zu einer kaum bemerkbaren Erhebung, und von dieser zum Wegweiser beim Märe – Grat.

 

Von hier aus, wo der steile, schneebedeckte Pfad von Wannelsen heraufführt, ist es ein Leichtes, auf dem trockenen, grasigen Südhang zum Gipfelkreuz, und danach zum ca. fünf Meter höheren Gipfel der Märe aufzusteigen.

Nur kurz verweilen wir hier – das Mittagessen ist auf später verschoben – und bewundern jedoch bereits hier die Sicht in den Westen und zu den Ausläufern der Stockhorn-Gantrisch-Kette. Dann steigen wir genussvoll am Grat ab und visieren unser nächstes Gipfelziel an:

 

Immer unproblematisch, zwar erst etwas ruppig die steile Gipfelflanke hinabsteigend, gewinnen wir an der Sonne-Schattengrenze den Sattel, ab welchem es doch wieder einige Meter zu den verschiedenen Gipfelchen des Hahnen hinaufgeht. Zwischenzeitlich sogar recht steil und beinahe kraxelwürdig, doch stets mit lieblichem Ausblick auf das nachfolgende Gipfelziel – und die sehr abschüssigen Nordflanken des Hahnen – geht es zu unserem Zwischengipfel.

 

Einfach ist der anschliessende Ab- und der Wieder-Anstieg, hier öfters mal in den verbleibenden Neuschneefeldern, zur Schibe hoch. Exakt um die stets anvisierte Mittagsrast-Zeit um 12 Uhr kommen wir oben an – und geniessen hier noch besser die Sicht auf die nordseitigen westlichen Berge des Gantrisch, Ochsen, Bürglen - und diesem selbst.

Hier nun lassen wir uns länger nieder; die Reise war doch bereits zeitlich umfangreich – der Imbiss verdient, und die sonnige und windstille Lage prädestiniert für die Mittagspause.  Diese wird „versüsst“ mit dem aussichtsreichen Blick ins Simmental, gegen den nach wie vor nebelbedeckten Thunersee, und die grossen Gipfel im Berneroberland, zur Walliser Grenze hin.

Kurz bevor wir wieder aufbrechen, steigen zwei Gleitschirmpiloten aus Oberwil hoch und bereiten, auch nach einem kurzen Verpflegungshalt, ihre Schirme vor für den Start. Wir schauen den beiden zu, wie sie die optimalen Windverhältnisse nutzen und leicht, so scheint es, sich auf und davonmachen.

 

Danach machen wir uns an der sehenswerten Gipfelwächte vorbei, auf, und setzen unsere Gratwanderung fort im Uhrzeigersinn: so erreichen wir, mit einem nochmaligen kurzen Gegenaufstieg, Tosse.

Nach einigen Metern auf der Wegspur weiter absteigend, beschliessen wir, weglos, direkt Richtung P. 1834 und weiter abzusteigen. So erreichen wir den markierten Weg zur Vorderi Richisalp; diesen verlassen wir jedoch bald auch wieder und nehmen noch einmal einen weglosen steilen Abstieg zum Schibegrabe hinunter.

 

Hier treffen wir auf den Weg, welcher zur Alp Stiereläger führt. Auch sie ist, wie die bereits früher auf unserer Rundwanderung angetroffenen, für den Winter vorbereitet, verlassen. Ein kurzer Gegenaufstieg bringt uns zum Fahrweg, welcher angenehm zur kaum erkennbaren Bergstation der Transportseilbahn leitet. Im kurzen, weglosen Auf und Ab erreichen wir anschliessend wieder unsere anfängliche Aufstiegsroute; via Nässelbode gelangen wir, nun wieder in den Schatten eintauchend, unseren Ausgangspunkt Heubergtürli. 


Tourengänger: Ursula, Felix

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Kommentare (2)


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CarpeDiem hat gesagt:
Gesendet am 11. Dezember 2012 um 10:05
Gefällt mir sehr...

LG, Anne-Catherine

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. Dezember 2012 um 10:09
"klein, doch fein"; genussreich

lg Felix


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