Wilerhorn (2005m) & Höch Gumme (2205m)


Publiziert von أجنبي , 19. November 2012 um 09:24.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:18 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Brienzergrat   CH-BE   CH-OW 
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1350 m
Strecke:Brünigpass P. 988 – Engiwald – P. 1334 – Wiler Vorsess – P. 1424 – P. 1573 – Oberberg – P. 1825 – Wilerhorn – Tüfengrat – Scheidegg – Gibel – Höch Gumme – Gibel – Tüfengrat – P. 1763 – P. 1677 – P. 1634 – Wiler Vorsess – P. 1334 Engiwald – Brünigpass P. 988
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis Brünigpass P. 988
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Auto ab Brünigpass P. 988
Kartennummer:LK 1:25.000: 1209 Brienz

Nach *Haggenspitz und Klein Mythen am Freitag und dem *Hanghorn am Samstag hatte ich am Sonntag Lust auf etwas leichtere Kost. Neulich stolperte ich über *diesen Wilerhorn-Bericht von Bombo und fand nach etwas hikr-Recherche *diesen hier von den alpinos, die das Wilerhorn und den Höch Gumme bei beinahe identischen Schneeverhältnissen wie den zur Zeit herrschenden bestiegen hatten.

Mit einer Kollegin, die auch schon am Vortag dabei war, startete ich um 8.15 Uhr beim Parkplatz bei P. 988 am Brünigpass. Wir wollten uns unterwegs noch eine 25.000er-Karte besorgen, wurden aber weder in Lungern (Kiosk geschlossen) noch auf dem Brünigpass (statt eines Kiosks gibt's dort am Bahnhof einen Brocki) fündig. Da uns aber ein rot-weiss markierter Wanderweg erwartete, war dies nicht weiter tragisch.

Durch den Engiwald ging's steil hoch nach Wiler Vorsess, wo wir beinahe die falsche Abzweigung erwischten, dann aber doch noch zu P. 1424 fanden. Danach ging's der Wilerhorn-Ostflanke entlang und schliesslich auf steilem, etwas abgerutschtem Pfad den Oberberg hoch zu P. 1825. Hier und auf dem weiteren Grat zum Wilerhorn gab's nun etwas Schneekontakt.

Nachdem wir schon von unten festgestellt hatten, dass sich hordenweise Gämsen in der Gegend aufhielten und wir an diesem Tag wohl die ersten Besucher dort oben waren, erblickten wir etwas vor uns plötzlich zwei Paar schöne Hörner. Zwei mächtige Steinböcke versperrten den Weg, standen für unsere Foto-Orgie auf, drehten sich ein paar Mal und setzten sich wieder demonstrativ auf den Weg. Wir beschlossen, ein paar Meter weiter unten in der Flanke an ihnen vorbei zu gehen, was die Tiere aber nicht ganz verstanden und sich doch noch ein paar Meter vom Grat in die N-Flanke entfernten, wo sie unser Vorbeigehen abwarteten.

Nun, trotz einigen ausführlichen Foto-Stopps erreichten wir das Wilerhorn bereits nach 2h 15min. Schleierwolken reduzierten die Wärmekraft der Sonne etwas und auch der kühle Wind machte uns eine längere Gipfelrast nicht gerade schmackhaft. Nach einem Kaffee ging's also gleich weiter über den halb schneebedeckten Grat hinunter zum Tüfengrat. Auf der Scheidegg wurde es dann noch etwas schmal, unsichere Berggänger können sich dort aber an fixen Drahtseilen festhalten.

Bald erreichten wir Gibel und riefen uns Felix's und Ursula's *Bericht in Erinnerung: Statt via P. 2072 oder Schönbüel auf den Höch Gumme zu gelangen, kann man nämlich auch direkt auf dem Südgrat hochsteigen. Dies war dann technisch gesehen auch die grösste „Herausforderung“ des Tages. Einmal durften die Hände etwas zur Hilfe genommen werden und kurz vor dem Gipfel wurde der Grat etwas schmal. Schwierig war die Angelegenheit keineswegs, etwas Trittsicherheit ist bei dieser Variante aber schon nötig.

Im Aufstieg trafen wir auf etwa 30 Gämsen. Eine so grosse Herde hatte ich zuvor noch nie gesehen. Leider waren die Tiere wesentlich scheuer als zuvor die Steinböcke und machten sich daher aus dem Staub. Als wir nach 3h 15min (bzw. 1h ab Wilerhorn) das Gipfelkreuz auf dem Höch Gumme erreichten, konnten wir ihnen nochmals zuschauen, wie sie in dessen NW-Flanke herumtollten. Es schien, dass Pulverschnee nicht nur unsereins, sondern auch Gämsen entzückt und zu Freudensprüngen verleitet...

Da die himmlischen Schleier mittlerweile etwas dünner geworden waren und uns der kalte Wind etwas verschonte, liessen wir uns auf dem Höch Gumme eine Stunde Zeit, bevor wir via E-Grat, Gibel und Scheidegg zurück zum Tüfengrat abstiegen. Dort wählten wir den schönen Höhenweg über P. 1763 und P. 1677 zurück nach Wiler Vorsess. In den steilen Lawinenrunsen lag teilweise noch etwas Schnee, was manchmal ein wenig Vorsicht gebot. Liegt mehr Altschnee, ist die Traverse unterhalb des Wilerhorns wohl recht heikel.

Ab Wiler Vorsess gingen wir auf unserer Aufstiegsroute via Engiwald zurück auf den Brünigpass. Für den Abstieg ab Höch Gumme benötigten wir etwa 2h (reine Marschzeit).


Tourengänger: أجنبي

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Kommentare (2)


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Bombo hat gesagt:
Gesendet am 19. November 2012 um 10:31
Gratuliere zur Tour - da hat's ja wieder einiges an Schnee weggeputzt, verglichen mit meiner Tour vom 1. November. Cool die beiden Steinböcke - Erlebnisse, welche man nicht mehr vergisst.

Weiterhin good hike,
Bombo

أجنبي hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. November 2012 um 11:36
Danke!
Für den Rückweg waren wir froh, dass nicht mehr Schnee lag. Scheint bei dir ja 'ne delikatere Angelegenheit gewesen zu sein. Gut, dass wir am Vortag vom Hanghorn hinüber schauen konnten und wussten, was uns inetwa erwarten würde.

Grüsse


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