Naunspitze (1.633 m) und Petersköpfl (1.745 m) - das erste Mal im Kaisertal


Publiziert von dulac Pro , 2. Dezember 2012 um 13:41.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Kaiser-Gebirge
Tour Datum:16 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:OeBB Bhf. Kufstein
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Kartennummer:Kompass 1:50.000 Kaisergebirge

Das Kaisertal – ein äußerst beliebtes Wanderziel. Das ist selbst jetzt an einem Werktag außerhalb der Saison spürbar. Früher ausschließlich zu Fuß erreichbar, davon die ersten rund 200 Höhenmeter über einen Aufstieg mit knapp 300 Treppenstufen. Für die ständigen Talbewohner im Alltag natürlich sehr beschwerlich, weshalb vor 5 Jahren eine Zufahrt geschaffen wurde, die auf ca. 800 m von Norden her über ein Tunnel ins Tal hineinführt.
 
Benutzung allerdings ausschließlich für Talbewohner und bei Notfällen, so steht es zumindest an der oberen Zufahrt explizit angeschrieben. Es scheint auch tatsächlich eingehalten zu werden.
 
Ich wurde auf dieses Tal aufmerksam als ich vor gut 10 Jahren einmal mit Freunden ein Wochenende in Walchsee verbrachte und wir damals zur Stripsenjochhütte aufgestiegen waren. Dort oben wurde mir erklärt, welches Kleinod da unter uns liegen würde. Allerdings hat sich erst jetzt die Gelegenheit ergeben, dieses einmal selbst in Augenschein zu nehmen.
 
Nach Zuganreise über Innsbruck war ich kurz nach 9 Uhr am Bahnhof in Kufstein. Hier hätte ich mit dem Bus bis zum Einstieg ins Kaisertal fahren können. Der mögliche Zeitgewinn, Wartezeit bis zur Abfahrt eingerechnet, erschien freilich unerheblich. Statt dessen aus eigener Kraft dorthin, zunächst über die Innbrücke in die Innenstadt und dann nach Karte und Gefühl in nordöstlicher Richtung weiter. Eigentlich kaum zu verfehlen. Nicht nur vom nahegelegenen Parkplatz machten sich hier auch bereits einige andere Wanderer auf den Weg.
 
Zunächst also die angeblich (von mir nicht nachgezählten) 280 Treppenstufen, danach ein kurzes ebenes Stück zum Ausschnaufen, dann wieder ein steiler Anstieg. Kurz hinter dem Veitenhof, dem ersten Gasthof im Tal, dann der Abzweig nach links hinauf zur Vorderkaiserfeldenhütte. Breit und gut begehbar steigt er beinahe ununterbrochen steil an und ermöglicht ein rasches Höherkommen.
 
Nach Erreichen der Ritzau-Alm (Gasthof zur Zeit im Betriebsurlaub) noch weitere gut 200 Höhenmeter dann ist auf knapp 1.400 m die Vorderkaiserfeldenhütte erreicht. Die Terrasse liegt voll in der Sonne und bietet eine wundervolle Aussicht auf das Inntal und die umliegenden Berge.
 
Für eine Mittagsrast war es noch zu früh, aber es hätte mich schon reizen können. Allerdings hatte ich eigentlich vor, bis zur Pyramidenspitze aufzusteigen. Tatsächlich nur eigentlich, wie sich später herausstellen sollte.
 
Ab der Vorderkaiserfeldenhütte wird aus der breiten, wenn auch steilen „Promenade“ ein Bergweg. Am Abzweig zur, zu diesem Zeitpunkt, sehr gut besuchten Naunspitze verzichte auf den Aufstieg und wandere statt dessen, auch um Zeit zu sparen, direkt weiter hinauf zum Petersköpfl. Im oberen Teil liegt zwischen den Latschen unerwartet nicht unbedingt viel, doch recht rutschiger Schnee. Jedenfalls kostet er etwas Zeit.
 
Je länger ich auf dem Petersköpfl verweile, desto mehr kam ich davon ab, es heute bis zur Pyramidenspitze schaffen zu wollen. Einer ausgedehnten Rast auf der Terrasse der Hütte verbunden mit der Vorstellung eines Schweinsbratens konnte ich statt dessen immer mehr abgewinnen. Nach einer guten halben Stunde auf dem Petersköpfl war der ursprüngliche Zeitplan ohnehin schon kaum mehr einzuhalten. Der zunächst nur imaginäre Schweinsbraten mit Knödel entwickelte je länger desto stärkere Anziehungskraft.
 
Ihr letztlich nachgebend wollte ich nun im Abstieg die Naunspitze dann doch noch mitnehmen. Obwohl rund 150 m niedriger als das Petersköpfl ist sie eine Art vorgeschobener Beobachtungsposten und bietet exzellenten Tief- und Ausblick. Zu Anfang hatte ich sie jetzt sogar für mich allein. Allerdings nicht allzu lange.
 
An der Hütte dann war die Terrasse fast nicht mehr wiederzuerkennen, so sehr hatte sie sich in den vergangenen anderthalb Stunden gefüllt.
 
Trotz weiterer verlockender Alternativen auf der Speisekarte wurde der zunächst imaginäre Schweinsbraten nun real.
 
Nach einer Stunde war es Zeit zum Aufbruch. Leider schon so bald. Doch ich wollte den anvisierten Zug um Viertel vor Fünf erreichen und mußte für den Abstieg einen Puffer einplanen, auch wenn er sich letztlich als unnötig erweisen sollte.
 
Eine wirklich schöne Tour, verständlich, daß das Kaisertal so viele Wanderer anzieht. Und die Pyramidenspitze habe ich dann doch noch erreicht. Halt einige Tage später.


P.S. Nachdem der Schweinsbraten in diesem Bericht soviel Raum eingenommen hat, hätte ich eigentlich ein Foto davon machen müssen. Habe ich leider versäumt :-(
 
 
 

Tourengänger: dulac

Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»