Falknis (2560 m) - Auf Heidi´s Spuren 2000 m über dem Rheintal


Publiziert von marmotta , 18. November 2012 um 18:45.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:17 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   FL 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 2200 m
Abstieg: 650 m
Strecke:Maienfeld - Enderlinstein - Enderlinhütte SAC - Fläscher Fürggli - Falknis - Fläscher Fürggli - Fläscher Tal - Kamm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Maienfeld
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Maienfeld

Das hübsche Örtchen Maienfeld in der Bündner Herrschaft ist Nichtbergsteigern vor allem als Heimatort der Romanfigur "Heidi" bekannt, die in der Region entsprechend vermarktet wird. Von diesem "Heiditourismus" bekommt man auf dem Falknis, dessen Gipfel 2000 Meter über Maienfeld thront, nichts mit. Dort oben geniesst man bei gutem Wetter eine fantastische Aussicht - der direkte Aufstieg vom Tal setzt allerdings eine gute Kondition voraus, sind doch auf der Route von Maienfeld via Enderlinhütte über 2000 Höhenmeter auf meist steilen Pfaden zu überwinden. Wenn im Winter der Betrieb der Älplibahn ruht, wird es rund um den Falknis sehr ruhig. Seine steilen südexponierten Flanken, die den warmen Föhnwinden im Churer Rheintal besonders ausgesetzt sind, erlauben jedoch oft noch bis weit in den November hinein einen schneefreien Aufstieg zum Fläscher Fürggli (2248 m), von wo es bis zum Gipfel nicht mehr weit ist.
 
Frostiger Start am Bahnhof in Maienfeld (504 m), die dicke Nebelsuppe über dem Rheintal lasse ich bereits nach wenigen Metern unter mir. Beim Enderlinstein (977 m) ist mir längst warm geworden, nach einer etwas abenteuerlichen Flussüberquerung (den Holzsteg hat es offenbar unlängst weggerissen) beginnt der anhaltend steile Weg hinauf zur Enderlinhütte SAC (1498 m), die um diese Jahreszeit völlig verlassen ist.
 
Aufgrund der Südexposition ist der Weg hinauf zu den Falknistürmen und die Querung bis unter den Schlussaufstieg zum Fläscher Fürggli völlig schneefrei und am Vormittag durch den gefrorenen Boden sehr angenehm zu begehen (das hab ich auch schon schmieriger und damit rutschiger erlebt). Der Bachlauf vor dem Beginn des Schlussaufstiegs will momentan wegen Vereisung vorsichtig gequert werden, die steilen Grasrippen, durch die sich der Wanderweg danach emporschlängelt, liegen im Schatten der beeindruckenden Wände des Schwarzhorns. Dadurch haben sich hier ab einer Höhe von ca. 2050 m hartnäckige Schneereste gehalten. Diesen könnte auf einer etwas weiter westlich gelegenen, aperen Grasrippe ausgewichen werden, die sich bis hinauf zur kleinen Schäferhütte am Fläscher Fürggli zieht. Das ist aber deutlich steiler, weshalb ich auf der normalen Route bleibe - beobachtet von einer grossen Gruppe Gämsen, die sich in die steilen Flanken unter Falknis und Schwarzhorn zurückgezogen haben. Da ich ohnehin sicherheitshalber die Steigeisen eingepackt habe, montiere ich diese auf einer Höhe von ca. 2130 m. Es würde zwar auch ohne gehen -der Schnee ist (noch) nicht völlig vereist- doch mit den Eisen lässt es sich wesentlich angenehmer und effizienter aufsteigen. Für den Abstieg über diese Route würde ich sie momentan auf jeden Fall empfehlen, das Gelände ist sehr abschüssig und ein Ausrutscher würde möglicherweise (zu) weit unten enden...
 
Am Fläscher Fürggli erreiche ich wieder die Sonne - und zu meinem Erstaunen treffe ich dort auch auf 2 andere Wanderer, die durch´s Fläscher Tal aufgestiegen sind.
 
Etwas oberhalb des Fürgglis befindet man sich dann endgültig in einer Winterlandschaft - hier liegt bereits viel Schnee, der aber zum Glück grösstenteils trägt. Ist es in der Flanke noch heiss wie im Sommer, bläst dann auf dem Gipfel ein kalter Wind, so dass ich mein Picknick und eine längere Sonnenpause nach etwas weiter unten verlege. Da die beiden jungen Wanderer aus der Westschweiz, die wenig nach mir den Gipfel erreichen, auf der Alpstrasse zur Fläscher Alp weit mit dem Auto hinaufgefahren waren und mir netterweise angeboten haben, mich nach Jenins bzw. Maienfeld mitzunehmen, warte ich am bereits zugefrorenen Oberst See auf die Beiden. Mein schlechtes Gewissen, eine derartige "Abstiegshilfe" in Anspruch zu nehmen, beruhige ich damit, dass ich ja die Umweltbilanz signifikant aufbessere, wenn das Auto mit 3 statt mit 2 Personen besetzt und damit die Auslastung um 50 % verbessert wird… ;-)
 
Der Abstieg vom Fläscher Fürggli zu den Fläscher Seen ist derzeit aufgrund der tragenden Schneedecke deutlich angenehmer als im Sommer, lediglich die 140 Hm Gegenaufstieg zum Kamm (2030 m) gehen noch mal etwas in die Beinmuskeln. Die Querung in der Flanke unter dem Glegghorn (Bergpfad) ist komplett schneefrei und gut zu begehen.
 
Bei solch perfekten Verhältnissen kann der "Martinisommer" von mir aus noch eine Weile anhalten!   

Tourengänger: marmotta

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Kommentare (1)


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Ivo66 Pro hat gesagt: Gigantische Fotos!
Gesendet am 18. November 2012 um 19:21
Herzliche Gratulation zur Tour und den wunderschönen Bildern. Da erinnere ich mich gerne an unsere gemeinsame Besteigung vom letztem Jahr.

Gruss Ivo


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