Was dem Basler seine Schalterhalle, ist dem Citoyen sa véritable brasserie historique à Lausanne


Publiziert von Henrik , 20. November 2012 um 17:31.

Region: Welt » Schweiz » Waadt
Tour Datum:15 November 2012
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VD 
Strecke:Manger à Lausanne
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:1. Klasse-GA

... nicht irgendwelche Termine im Zentrum und im Westen der Stadt am Rheinknie galt es einzulösen, auch keine Fahrt durchs Buschwerk mit dem RRC noch Voralpenrauschen im Panowaggon – nein, mein Interesse galt dem Buffet de la Gare in Lausanne, das ich unlängst entdeckt hatte bei einem Glas Chardonnay – ein Zwischenhalt mit einer ganz bestimmten Note. Ich begab mich an einem Donnerstag per Bahn nach Lausanne, das entweder über Bern oder Biel erreicht werden kann. Seit ich vermehrt in der Romandie unterwegs bin, habe ich die Fahrpläne im Kopf und sogar die Kompositionen: Doppelstock und Einheitswagen – oder beides gekoppelt, wenn dieser zwischen Luzern und Genf geführt wird.
 
... es gibt im Unterwegs-Sein ja jede Menge Geschwindigkeiten und Steigerungsstufen. Insbesondere die Geschwindigkeit ist heute ein Thema, denn bei 574,79 km/h kann die Landschaft im Detail nicht mehr wahrgenommen werden. Ganz futuristische Ideen werden am Zeichenbrett generiert: New York mit Paris verbinden im hängenden Tunnel über den Atlantik – in einer Stunde! Ich cruise gerne, eine Erfahrung, die ich mit dem Range Rover Classic seit 28 Jahren (mit Pausen) zelebriere. Seit ich das 1.-Klasse-GA habe, dies sind auch bald 10 Jahre so, zelebriere ich nicht nur auf hikr. das Bahnfahren. So ist die Fahrt zwischen Olten und Bern auf der nun immer noch so genannten Neubaustrecke eine Referenzfahrt in Sachen Geschwindigkeit. Ab Bern bis Genf ist das noch nicht so – daher sind die Landschaftspassagen auch ganz anders erlebbar. Die langen S-Kurven zwischen Thörishaus und Düdingen erinnern an die S-Kurve zwischen Sissach und Gelterkinden. Ab Freiburg/Fribourg wie es bahnlauttechnisch zwingend heute heissen muss, wechselt die Landschaft noch einmal. Und sie ist mir vertraut. Romont, Palézieux, Chexbres-Puidoux, Pully et voilà Lausanne.
 
... ich erreiche den grossen Hallenbahnhof, ein Durchgangsbahnhof, der auch eine beachtliche Geschichte nachweisen kann. Erhalten geblieben ist dort das historische Gebäude des Buffet de la Gare – das ich nicht nur baulich, sondern kulinarisch euch sehr ans Herz legen möchte. Anders als in der Schalterhalle in Basel, wo die Schweiz in Gemälden aus der Epoche des beginnenden Tourismus in Erinnerung gehalten, aber wohl nur von Wenigen wahrgenommen wird, ist das Matterhorn oder das alte Bern bequem vom Tisch aus in seiner wuchtigen Grösse zu bestaunen. Das ganze Interieur, Messing mit Holz, Boden und die etwas gelblichen Wände verströmen den Glanz einer Fin du Siècle. Besonders erfreulich und das hat eben Stil, die Tische  wie die Servietten auch mittags sind aus Stoff. Die Bedienung, ausnahmslos, männlichen Geschlechts in „Black-and-White“ eilt durchs das Lokal ...vielleicht würde das den Peter Bichsel freuen, da ja im „Kreuz“ und anderswo nirgends mehr geraucht werden darf, aber mit Stoff-(Servietten) kann das Gestrige noch eingeholt werden! Das Medaillon du Cheval wie der Chardonnay mundeten vortrefflich...
 
... mit der MOB fuhr ich von Montreux durch das BEO, während die kalte Sonne ihre langgezogenen Strahlen durch das Saanenland warf und beeindruckende Bilder hinterliess. Lichtfluten, Schattenkanten und Wartezeiten ... „Bleiben Sie bitte sitzen, wir warten auf einen kreuzenden Zug!“ 

Tourengänger: Henrik

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Kommentare (1)


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CarpeDiem hat gesagt:
Gesendet am 10. Dezember 2012 um 20:51
Danke für den Tip des MOB!


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