Hurtig u gleitig - Impressionen am Seedamm


Publiziert von Henrik , 17. Dezember 2012 um 12:10.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:13 November 2012
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   CH-SZ 
Zeitbedarf: 2:00
Aufstieg: 10 m
Abstieg: 10 m
Strecke:Über den Seedamm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:map wanderland

... ein Dienstag! Ein grauer Tag. Ein Bahntag. Ein Spaziertag. Ein Nachmittag mit Edith im Grenzland am Seedamm – den sich drei Kantone teilen. Und die Zürcher kommen da eindeutig zu kurz! Denn diese haben am Seedamm gerade mal ein Zipfelchen, nicht mal die dem Seedamm vorgelagerten Insel-(chen) gehören ihnen, da hat das Kloster Einsiedeln seine Hände im Spiel.
 
... schon einige Zeit zurück hatten wir mal vor, den Holzsteg ab Hurden nach Rapperswil unter die Füsse zu nehmen – so beinahe in der Mitte der Woche ein Unterfangen mit wahrscheinlich dosierten Massen, wie dieses halbe Verbotsschild andere Umstände aufzeigt. Zudem, es nieselte leicht und es lag Schnee in der Luft.
 
... mit dem IR fuhr ich zuerst nach Arth-Goldau, mit der S-Bahn (S 31) der SOB nach Biberbrugg. Dabei durchfährt dieses das als grösstes gepriesene Hochmoor (nationaler Bedeutung) mit auch der grössten Nutzung: Bahntrasse, eine Kantonsstrasse mit erheblichem Aufkommen und auch Staus zur Rushhour, dann als „Erholungsraum“ für Städter aus dem Grossraum ZH, SG und SZ! Dabei liesse sich mal nachdenken wie viel Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist: denn dieses Hochmoor wird förmlich durchschnitten von Wegen und Pfaden, parzelliert, im Winter von Rundläufen und Loipen. Ruhe wird wohl lediglich die Nacht bieten können. Fehlanzeige: die Nacht ist schon längstens von Umtriebigen entdeckt worden: man steigt nachts auf Gipfel, man amüsiert sich bis in den Morgen hinein – Ruhe findet sich also nicht mal mehr an den Grenzen menschlichen Treibens und Siedelns!
 
... in Biberbrugg (mit der S 40 nach Pfäffikon) ist die Bautätigkeit zu einem Ende gekommen. Die Perrons sind genormt und angepasst worden auf den regen S-Bahn-Verkehr mit Einsiedeln. Ein Steinwurf sozusagen von der Finanzmetropole entfernt, eine knappe Stunde Reisezeit (mit 48 Minuten die schnellste Verbindung). Dazwischen liegen die Schlafortschaften Schindellegi, Samstagern, Wollerau, Freienbach und Pfäffikon, die in ihren Namen Tätigkeiten und Umstände tragen.
 
... Pfäffikon SZ ist Verkehrsknotenpunkt höheren Grades: hier treffen die SOB auf die SBB und die ZVV. Auch strassenseitig geriet dieser Ort beinahe täglich in die Schlagzeilen, die irgendwann stumpf werden und schliesslich mit keinem Wort mehr Erwähnung finden. Mitten in der Hochkonjunktur der siebziger Jahre wurde hier ein Tempel der Kaufeslust (1974) gebaut: der Seedamm und das Alpamare (1977). Superlative damals, auch Wegweiser wie man es sehen kann oder eben nicht.
 
... Edith ist aus Niederglatt mit der S 5 hierher gefahren – wir treffen uns auf dem Bahnhofsplatz in Pfäffike und begeben uns zum historischen Kern um den Schlossturm (13. Jahrhundert) mit seinem Wassergraben (Ortsteil Unterdorf) und der Anlegestelle der Schiffe der ZSG, die im Winter nicht angelaufen wird. Von hier folgen wir dem Uferweg, der weitgehend mit dem Verlauf des Bahntrasses bis Hurden identisch ist. Der nördlichste Zipfel des SZ-Kantonsgebietes mit Seeanstoss (Zürichsee) trägt den Namen Frauenwinkel und ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet nationaler Bedeutung der Gemeinde Freienbach (wo sich gut leben lässt.....Ospel, Federer etc.).  


... Naturschutzgebiete sind schon lange nicht mehr unantastbar – weder in der CH noch im grossen Ausland. Auch der Seedamm und seine Umgebung sind davon betroffen. Der Seedamm als Verbindungsweg trägt ein Eisenbahntrasse, eine Kantonsstrasse mit sehr hohem Verkehrsaufkommen und in der Folge täglichem Stau, rege benutze  Wanderwege zwischen den Kantonen SZ und SG und seit 2001 einen Holzsteg (UNESCO-Welterbe) zwischen Hurden und Rapperswil-Jona, der an Wochenenden wie eine Ameisenstrasse anmutet. Also Massenverkehr(t) in jeder Hinsicht.
 
... ein Dienstag und ein grauer. Wir schlendern auf dem WW dahin, üben uns in Beschaulichkeit und Langsamkeit. Geniessen die nachmittägliche Ruhe, hören kaum Geräusche der Bahn oder der Autos, die nur eine Elle von uns entfernt sind – es ist Nachmittag. Und es nieselt leicht. In Hurden kreuzen wir die Seedammstrasse, die einen verlassenen Eindruck hinterlässt und nicht darüber hinwegtäuscht, dass in zwei Stunden hier das Stehen zum Normalfall wird. Glatt vergessen geht der Umstand, dass Hurden früher Mal eine Insel war und der Seedamm das Werk von Eisenbahnern, die Zürich mit dem Gotthard verbinden wollten....
 
... wir treffen auf den Bohlensteg – ein touristisches Highlight, das mitten durch ein NSG führt. Vor uns Rapperswil mit seinem Schlosshügel, hinter uns die SZ-Hügellandschaft und nach Südosten hin heute zwar keine Berge, aber dahinter finden sich die Glarneralpen.
 
... statt in Zürich irgendwo essen gehen, schlägt s’Edith ihre Küche und ihre Oase vor. So finden wir uns kurz nach halb fünf in der S 5, die Pfäffikon SZ mit Rafz bzw. Niederwenigen verbindet und via Stadelhofen, Zürich HB und Oerlikon  fährt. Dabei wird u. a. in Rüti, Wetzikon und Uster Halt gemacht.
 
... im Bus ab Oberglatt „bisch froh, wenn de kasch stoh“ – Rushhour ist nicht meine Zeit!
 
... bei Raclette und mundigem Wysse finden wir die wohlige Wärme und e Stiggli dehaime sy.  


Spaziergang mit Edith




 


Tourengänger: Henrik

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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 17. Dezember 2012 um 13:04
so viel Verkehr, Lärm und Einkaufs-"Vergnügen" - und doch so erbaulich, diese, mir sehr bekannte, Gegend!

Lieber Gruss an den "Silbervogel"

Felix


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