Brisen 2404m der Einsame Tag (mit Hund)


Publiziert von Lulubusi , 13. November 2012 um 13:19.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum: 9 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: Bauen - Brisen - Bürgenstock   CH-NW   CH-UR 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1255 m
Abstieg: 1255 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Via Stans nach Dallenwil und von hier mit der Luftseilbahn nach Niederrickenbach.
Unterkunftmöglichkeiten:Pilgerhaus in Niederrickenbach Brisenhaus SAC oder im Tal
Kartennummer:LK 1:25000 BL1171 Beckenried / LK 1:50000 BL245S Stans

Brisen 2404m Schneeschuhtour (mit Hund)

 

Der Brisen schwirrte schon langen auf meinen Pendenzenlisten umher. In meinem Sommer und oder Winterprojekten tauchte sein Namen immer wieder auf. Irgendwie erwischten wir aber nie den richtigen Zeitpunkt um uns zu treffen.

 

Heute war nun endlich der Termin da! Fest in unserer Agenda vermerkt. Deshalb sollte es heute klappen und ich machte mich auf den Weg.

 

Als bei der Luftseilbahn nach Niederrickenbach eintraf, musste ich feststellen, dass Glück und Pech doch sehr nahe beieinander liegen können. Ich hatte mich anscheinend schlecht informiert, was die Bahn anbelangt, denn ich stand vor verschlossener Tür. Die Bahn ist in Revision und fährt zwischen 7:00-8:00 Uhr und erst wieder zwischen 17:00-19:00 Uhr.

So ein Pech! Ich überlegte mir bereits Alternativen, als ein Bahnangestellter zu mir kam und mich fragte ob ich hoch wolle? Ja, würde ich gerne!

Er meinte dann, dass ich mitfahren könne! Sie werden bei den Masten einfach kurz wegen der Arbeiten Halt machen. Dies Chance nutzte ich natürlich. Welch ein Glück!

 

Aufstieg

So erreiche ich schliesslich, zwar etwas später als geplant, doch noch das Klosterdörfchen Niederrickenbach P.1158.

Von hier geht es erstmal Schneefrei südostwärts. Ich folge der Strasse via Wigerts und P.1201 bis zur Talstation der Haldigrat-Sesselbahn beim Alpboden P.1233. (Bahn ist noch nicht in Betrieb). Erst hier habe ich den ersten, leichten Schneekontakt.

 

Jetzt beginnt der eigentliche Aufstieg. Südwärts wandere ich durch die natürliche Waldschneise, mehr oder weniger dem Sommerwanderweg folgend zu den Hütten bei Planggen P.1453 hoch. Nun quere ich durch eine Lücke im Wald nach rechts und steige weiter in direkter Linie hoch zum Dräckhüttli. Mal etwas links, mal etwas rechts des Haldigratsessellift steige ich Meter für Meter weiter hoch und erreiche schliesslich Chäserstad P.1724.

Die topographischen Verhältnisse stellt keine besonderen Ansprüche. Sollte dies nötig sein, können etwas steilere Passage mit etwas Spürsinn und vorausschauendem gehen, ohne grossen Aufwand umgangen werden.

 

Zwischenzeitlich konnte ich auch die Schneeschuhe ihrem gedachten Zweck zuführen. Ab einer Höhe von ca. 1500m vereinfachen die Schneeschuhe das weiterkommen doch merklich.

 

Den weiteren Aufstieg lege ich östlich des Sessellifts zurück. Ich wähle Variante Direttissima bis zur Bergstation Haldigrat P.1953.

Hier gönne ich mir eine erste Verpflegungspause und geniesse die Aussicht. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich sogar etwas vor meinem Zeitplan liege. „Talfahrt um 17:00 Uhr ist massgebend“

 

Vom Restaurant erhält man einen ersten Blick über den Haldigrat und den weiteren Weg. Von hier zeigen sich die Schneeverhältnisse als optimal. Was mich sehr optimistisch stimmt.

Mit meinem Hundi im Schlepptau geht es weiter. Durfte sie bis auf den Haldigrat Spurarbeit leisten (voraus gehen) muss sie ab jetzt hinter mir her laufen. So weiss ich, dass sie meiner Spur folgt, nicht von dieser weicht und irgendwo abrutscht.

 

Heute zeigt sich der Haldigrat wirklich von seiner freundlichen Seite. Zügig kommen wir hoch. Die Schneewächten haben trotz des kürzlichen, mit Wind verbundenen Schneefalls, eher kleine Ausmassen angenommen. Auch oberhalb des Lauwistocks, hier wird der Grat etwas schmaler, hatte ich nie das Gefühl, dass der Schnee ins rutschen geraten könnte.

Ab der Bergstation Haldigrat, nehmen die Schwierigkeiten langsam aber stetig zu. Das Gelände wird steiler und teilweise etwas ausgesetzter! Vor allem wenn man, so wie ich dem Grat folgt, sollte man doch nicht all zu sehr und Höhenangst leiden.

 

Bis an den Beginn des Gipfelkopfs bleibe ich auf dem Grat. Die lange Quererei die man sonst auf sich nehmen muss sind mit Schneeschuhen nur eine Qual.

Beim Gipfelkopf weiche ich schliesslich vom Grat. Der Schnee ist vom Grat abgeblasen und auf Grund der warmen Temperaturen, taut das Eis, was zur Folge hat, dass das lose Geröll nicht mehr zusammen hält. Gern wäre ich über den Grat hoch bis zum Gipfel. Das war mir aber dann irgendwie zu mühsam.

 

Also quere ich durch die Südflanke des Brisen zum Wegweiser auf dem Satttel bei ca. 2330m. In der Flanke war der Schnee recht matschig und durchweicht. Die grossen Schneemassen waren aber bereits abgerutscht, so dass die Querung ohne jegliches Risiko machbar war.

 

Auf dem Sattel überlege ich kurz, ob ich die Schneeschuhe deponieren soll. Entschied mich dagegen. Über ein Schneeband das vom Sattel bis auf den Brisen P.2404 reichte, konnte ich einfach hochsteigen.

Jetzt war die zweite wohl verdiente Pause an der Reihe. Erstaunlicher weise war es auf dem Brisen beinahe Windstill was ein verweilen in der Sonne sehr angenehm gestaltete.

 

Mit einem guten Zeitpolster im Rücken machte ich mich schliesslich an den Rückweg.

 

Abstieg

Bis vor den Lauwistock folge ich meiner Aufstiegsspur. Hier verlasse ich die bekannte Aufstiegsspur und steige die anfänglich etwa 35° steile, zum Heitibühel P.2001 langsam auslaufende Nordflanke hinunter. Über das flache Gelände spure ich durch den hier pulvrigen Schnee, am Fuss der Brisen Nordwestflanke zur Peterslücke P.1970 hinüber. In diesem Teil besteht die grösste Gefahr aus dem Brisen selbst. Bewegt man sich doch in der Auslaufzone von möglichen Lawinen.

 

Bei der Peterslücke biege ich nach Links ab. Durchqueren im Abstieg den Mälchboden, den Wasserböden und wende mich schliesslich nordwärts zur Chrüzhütten P.1547 die ich zügig und ohne Schwierigkeiten erreiche. Hier besteht ebenfalls eher Gefahr aus den Felsen des Waldbrueder als im Hang selbst. Die steilen Passagen werden ganz einfach umgangen.

 

Bei der Chrüzhütten ist es dann wieder so weit. Die Grenze ist erreicht! Die Schneeschuhe sind mehr Last als Nutzen und werden wieder auf den Rucksack gebunden.

 

Nun folge ich dem einfachen und mehrheitlich schneefreien Bergwanderweg zu den nördlich gelegenen Hüethütten P.1415, von hier weiter nach Ahorn P.1345 und schliesslich zurück nach Niederrickenbach.

Nach Konsultation meiner Uhr stellte ich fest, dass ich sogar noch eine Stunde zu früh in Niederrickenbach eintreffe, nämlich um 16:00 Uhr. Als ich mir so überlegte ob ich warten sollte oder nach Dallenwil laufen soll, hält plötzlich ein Roller neben mir.

 

Der nette her, der mich am Morgen mit der Bahn hoch genommen hat. Bis du in 10 Minuten bei der Bahn? War die Frage! „Klar bin ich!“ Dann kannst Du mit mir hinunter Fahren. Wir machen eine Fahrt vor 17:00 Uhr.

Meine offene Frage, runter laufen oder nicht, war somit beantwortet. Selbstverständlich nutzte ich die Möglichkeit hinunter zu fahren. Welch ein Glück.

 

Eine tolle Tour geht zu Ende und sehr spezielle Tour geht zu Ende. Schon einige male war ich in dieser Region unterwegs aber noch nie so alleine. Den ganzen Tag war ich das einzige zweibeinige Lebewesen in dieser tollen Bergwelt.

 

Startpunkt

„Dallenwil“ Niederrickenbach 1158m

 

Ziel

Brisen 2404m

 

Anforderungen

Kurze bis 35° steile Passagen (Gipfelkopf, im Abstieg vom Haldigrat beim Lauwistock), die ein gute Kenntisse im einschätzen der Lawinengefahr erfordern. Auf dem Grat teilweise leicht ausgesetzt. Sonst keine grossen technischen Anforderungen

 

Hangrichtung

Alle

 

Lawinengefahr

Sicher Verhältnisse am Gipfelkopf und im Abstieg vom Haldigrat beim Lauwikopf sind notwendig. Weiter Gefahrenstellen könne ohne Probleme umgangen werden.

 

Material

Übliche Schneeschuhausrüstung, LVS, Lawinenschaufel und -Sonde

 

Zusätzliche Info

http://www.maria-rickenbach.ch/ldn.php

http://www.klewenalp.ch/de/page.cfm/Fahrplaene_Klewenalp/Fahrplan_Niederrickenbach

 

Fazit

 

  • Tolle sehr abwechslungsreiche Schneeschuhtour
  • Tour in fantastischer Alpenwelt.
  • Toller Aussichtspunkt
  • Tour kann beliebig verlängert oder verkürzt werden.
  • Verhältnisse auf den Brisen kritisch kann auf das Giri ausgewichen werden.
  • Bis und von der Bergstation auf dem Haldigrat, moderate Schwierigkeiten WT3
  • (Meine Variante auf und vom Brisen WT5)
  • Für Berg gewohnte Hunde kein Problem. Vorsicht Wild.

 

Genaue Route

Niederrickenbach P.1158, Wigerts P.1185, Alpboden P.1233, Planggen P.1453, Dräckhüttli, Chäserstad P.1724, Wand, Bergstation Haldigrat P.1935, Haldigrat, Lauwistock P.2092, P.2184, Sattel ca. P.2330, Brisen P.2404, Sattel ca. P.2330, P.2184, südöstlich Lauwistock abwärts, Heitibüel P.2001, Peterslücke P.1970, Mälchboden, Wasserböden, Chrüzhütten P.1547, Nätschegg, Hüetihütte P.1415, Ahorn P.1345, Niederrickenbach P.1158

 

Alternativ

Giri

Schwalmis

Glattgrat, Risetenstock


Tourengänger: Lulubusi

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Kommentare (1)


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Renaiolo hat gesagt:
Gesendet am 13. November 2012 um 18:22
Geniale Tour und wirklich ganz toller informativer Bericht - Kompliment! Muss ich mir merken. Noch viele schöne SS-Touren! HG Renaiolo


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