Lütispitz - Schwendigrot - Mittelberg


Publiziert von Nobis , 12. November 2012 um 14:28.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 9 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1365 m
Abstieg: 1365 m
Strecke:14.0km; Alt St. Johann/Scharten (P) – Böstritt – Foggboden – Hinterwinden – Hinterwis – Lütispitz – Windenpass – Risi – Oberstofel – Spisslen – Schwendigrot – Böstritt – Mittelberg – Chrinn – Gamser
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Alt St. Johann - Scharten

Beim Lütispitz im Toggenburg erreicht die lange Bergkette vom Neuenalpspitz zum Säntis erstmals die Höhe von fast 2000 Meter - die gleichmässig steile Flanke vom Windenpass zum Vorgipfel ist von weit herum markant erkennbar. Markierte Bergwanderwege führen von mehreren Ausgangspunkten auf den Gipfel, im Winter ist der Lütispitz eine steile Skitour. Im Anschluss an den Lütispitz stiegen wir auf den Schwendigrat und überschritten den Mittelberg - jeweils weglos.

Von Alt St. Johann im Toggenburg führt eine schmale aber geteerte Fahrstrase in engen Kehren bis nach Scharten auf fast 1150 Meter Höhe. Einen eigentlichen Parkplatz habe ich nicht gefunden, aber in der Nachsaison stellte dies - dank dem schneelosen Strassenrand - kein allzu grosses Problem dar.

Eine sich am Verwildern befindliche Abkürzung führte uns zum Wanderweg zum Böstritt - erst jetzt wird vom Einschnitt zwischen Schwendigrot und Mittelberg das Tagesziel sichtbar: der Lütispitz. Bereits jetzt erhaschen wir aber auch die Aufstiege auf die Bergflanken zur linken und rechten - falls nach dem Lütispitz noch überzählige Energie zu Verfügung steht, wollen wir noch steil auf diese bewaldeten Vorberge Schwendigrot und Mittelberg kraxeln.

Im Kaltluftsee von Gräppelen geht es auf vereister Teerstrasse rasch am Gupf vorbei auf die sonnenbeschienene Südseite von Lütispitz und dem Windenpass entgegen. Ab der Alphütte Hinterwinden war definitiv Schneestampfen angesagt, teilweise knietief sanken wir ein und versuchten über die frei gewehten Grasbüschel zu steigen.

Über die steile Traverse durch die Westflanke des Lütispitz sind in den Vortagen bereits einige Rutsche aus den Schneemulden abgegangen, so dass wir der Weg an diesem Vormittag als sicher beurteilten. Auch auf dem folgenden Südwestrücken lag keine geschlossene Schneedecke, so dass wir schon bald vor der letzten steilen Mulde auf den Lütispitz-Vorgipfel standen. Ist diese überwunden (auch über den felsigen Grat möglich T4), ist nochmals ein 200 Meter langes Gratstück bis zum Lütispitz-Gipfelkreuz zu bewältigen - an diesem Tag ein angenehm wärmendes Schneestampfen im kühlenden Südwind des aufkommenden Föhns.

Abstieg wie Aufstieg, bis zum Böstritt. Das nächste Ziel war die Überschreitung des Schwendigrot von West nach Ost - leider war der Schnee im Nordhang ab Oberstofel nicht mehr nur knietief, so kürzten wir die Überschreitung auf die Hälfte ab, und stiegen (mühsam) direkt zum höchsten Punkt im Schwendigrot auf. Das Vorwärtskommen war im mit Fallholz übersäten, kupierten und schneebedeckten Gelände nicht gerade der grosse Spass. Irgendwann standen wir dann doch wieder am Böstritt - und damit vor dem Mittelberg, der von unten etwas weniger mühsam schien als der Schwendigrot.

Vom Böstritt stiegen wir nordöstlich die Lichtung hoch und anschliessend über die steile Flanke und Fallholz zum Westrücken, über diesen zum höchsten Punkt des Mittelberg und weiter östwärts bis zum letzten Buckel. Nun durch die mit etwas mehr Schnee bedeckte und bewaldete Nordostflanke steil schräg abwärts in nordwestlicher Richtung bis zu einem Sattel und die Lichtung hinunter direkt nach Chrinn und dem Wanderweg entlang zurück zum Ausgangspunkt.

Die Lawinengefahr am Lütispitz ist im Winterhalbjahr wohl nicht zu unterschätzen, und die Begehung des Schwendigrat einfach nur mühsam (und im Sommer wegen den Zecken gefährlich und absolut nicht zu empfehlen, und im Hochwinter lässt man die Gämsen besser ungestört). Die Überschreitung des Mittelbergs ist ein interessantes und kurzes Add-on, um den Puls nochmals in die Höhe zu treiben. Von der Aussicht her sind beide Vorhügel nicht wirklich lohnend, Tief- und Weitblicke gewähren einem die vielen Bäume leider (fast) keine.

Tourengänger: Nobis

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