Hochfelln (1674 m) - Einsamkeit pur auf einem der Seilbahngipfel Oberbayerns


Publiziert von gero Pro , 10. November 2012 um 19:26.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Chiemgauer Alpen
Tour Datum:10 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1005 m
Abstieg: 1005 m
Strecke:Ruhpolding-Brand (P Staudigelhütte) - Farnböden-Alm - Felln-Alm - Hochfelln - Thoraualm - Staudigelhütte (14,0 km)

Je östlicher, desto besser - so prognostizierte der Wetterbericht für den heutigen Samstag das herannahende Ende der Föhnperiode. Das Hochfellnhaus geschlossen, die Seilbahn in Revision - alles in allem stehen die Zeichen günstig für eine der oberbayerischen Aussichtswarten, wo man normalerweise Hunderte von Halbschuhtouristen antrifft.

Ich starte in aller Frühe vom Parkplatz Staudigelhütte (720 m), am westlichen Rand von Ruhpolding gelegen. Es geht an der historischen Glockengießerei des Ortsteils Haßlberg vorbei und anschließend auf einer zusehends steileren Forststraße (für den öffentlichen Verkehr gesperrt) immer am Thoraubach entlang, bis ich mich nach 45 Minuten an einer Abzweigung entscheiden muß: via Thoraualm oder Farnbödenalm zum Hochfelln? Ich entscheide mich für die zweite Variante, über die Thoraualm werde ich später absteigen.

Gut eine Stunde nach Abmarsch habe ich die Farnbödenalm (1180 m) erreicht - hier ist natürlich alles winterdicht verriegelt, ich treffe auf erste kleine Schneeflecken. Die Forststraße endet kurz nach den obersten Almgebäuden, ab jetzt führt ein morastiger Steig aufwärts zum einzigen Gebäude der Fellnalm (1351 m). Ab jetzt liegt der Schnee lückenlos, aber er behindert das Steigen kaum.

Der Gipfel des Hochfelln ist schon seit der Farnbödenalm sichtbar - die Seilbahn-Bergstation und das Hochfellnhaus lassen keinen Zweifel daran, daß mein Tagesziel in greifbare Nähe rückt. Vorübergehend wird der Schnee oberhalb der Fellnalm dicker, aber nach absehbarer Zeit verschwindet er wieder; zuletzt geht es über den Osthang auf den Hochfelln (1674 m) hinauf. Ich habe ab Staudigelhütte knapp 2 1/2 Stunden gebraucht - die Zeitangaben auf den Wegweisern weisen 1 Std. mehr aus, sie scheinen mir teilweise sehr üppig bemessen.

Leider drücken von Westen sehr dunkle Wolken in den Chiemgau herein - bahnt sich der prognostizierte Wetterumschwung schon jetzt, kurz vor 9 Uhr an? Etwas unschlüssig stehe ich mutterseelenallein unter dem riesigen Dach der unmittelbar am höchsten Gipfelpunkt errichteten Tabor-Kapelle und schaue in die Runde: drüben in den Berchtesgadener Bergen regiert noch der Föhn, der Wilde Kaiser und kurz darauf die Loferer Steinberge werden von ersten Regenschauern übergossen. Also los - nicht allzu lang aufhalten, noch schnell ein Blick rüber zum Gipfelkreuz, und dann wieder hinunter, bevor mich ein Wettersturz durchnässen kann.

Schon im Abstieg, kommen mir 2 Bergkameraden in kurzer Hose entgegen - jawohl, der Föhn sorgt für angenehme Temperaturen (solange man sich bewegt), und lachend meinen sie "Jaja, des hält schon noch den ganzen Tag". Eine gewagte Ansicht - der drohend dunkle Himmel spricht eine andere Sprache.

Beim Übergang zu den Thorau Almen beginnt es sachte zu regnen, ich muß kurz mal im Schnee stapfen, aber dann endet das garstige Weiß gleich wieder. Die oberste Hütte der Thorau-Almen ist der Grossgschdoder Kaser (ca. 1300m ) - hier wird der Bergsteig wieder von einer Forststraße abgelöst, und ich beschließe, die am Gipfel wetterbedingt entfallene Brotzeit nachzuholen. Als ich so vor der Kaserhütte sitze, lockern die Wolken immer mehr auf, die Sonne wärmt mich und mein Gemüt, und als ich später über die Forststraße zurück zur Staudigelhütte wandere, liegt ein Frühlingshauch in der Luft - von Wettersturz keine Rede mehr, es ist schnuckelig warm, blauer Himmel, und auf der Heimfahrt liegt über ganz Oberbayern ein makellos blauer Föhnhimmel. Manchmal kommt es anders, als man denkt!

Tourengänger: gero

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Geodaten
 13724.gpx Von Ruhpolding-Brand auf den Hochfelln

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Kommentare (1)


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ADI hat gesagt:
Gesendet am 11. November 2012 um 00:44
Hi, Gero!

da hast ja den Tag optimal genutzt, während ich mit Bronchitis auf meiner Couch gepennt hab.....
Recht hast gehabt, denn der Nov. 2012 ist kein Nov. 2011.
Bei mir geht im Augenblick nix, ich bin echt nicht fit und so mies beinander, wie schon lang nicht mehr.
Aber bis Weihnachten wird's scho......

VLG vom ADI aus Monaco


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