Panorama-Runde über Giren-, Heiden-, und Siplingerkopf


Publiziert von Yeti69 , 11. November 2012 um 15:57.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:18 Oktober 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Vom Riedbergpaß kommend kurz vor Balderschwang Parkmöglichkeit am Straßenrand (mometan gebührenfrei, da Parkautomat außer Betrieb)
Kartennummer:Kompass Nr. 3 Allgäuer/Kleinwalsertal

Zurück zu den Wurzeln oder so ähnlich war das Motto dieser malerischen Herbsttour. Die umliegende Hügellandschaft war mir bisher nur vom Skifahren in meiner Jugendzeit mit weißer Winterpracht bestens bekannt. Kein Wunder, wird Balderschwang als das "bayerische Sibirien" und umgangssprachlich als Schneeloch bezeichnet. Die Landschaft mit den sanft geschwungenen Bergrücken ladet gleichwohl auch in der grünen Jahreszeit zu einem schönen Herbsttag ein. Obwohl nur von geringer Höhe, bieten alle drei Gipfel ungehindert freie Blicke,  von den Allgäuer und Lechtaler Alpen bis zum Alpstein und Rätikon und noch mehr. Und die Vorzüge der kleinen Runde wird man gleich von Anfang an zu schätzen wissen - stets prächtige Aussicht bereits von weit unten - kaum dass andere "Bergriesen" die Sicht versperren - ein Seltenheitswert.  Wir haben die Wanderung an Anlehnung der hier bereits vorgestellten Tour von ju_wi  (-> Tourbericht) absolviert.

Vom Parkplatz kurz vor Balderschang gehts einige Meter die Straße zurück bis links der Weg zu den Balderschwanger Alpen abbiegt. Auf einer Anhöhe wunderten wir uns über einen Pavillon mit gedeckten Biertischen - 1x wöchentlich wird hier auf Vorbestellung ein Frühstück im Freien mit Ausblick serviert - eine tolle Idee. Der anfangs asphaltierte Fahrweg windet sich in Serpetinen hinauf, vorbei an Unterer und Oberer Balderschwanger Alpe. Mit jedem Höhenmeter nimmt die Aussicht zu und dabei gerät die Asphaltierung schon fast ins Vergessen. Der darauffolgende Wegweiser zum Girenkopf bleibt unberücksichtigt, geradeaus gehts weiter Richtung Spicherhaldealpe. Kurz vor dieser bogen wir rechts ab und folgten Traktorspuren, die bald auslaufen. Ab jetzt weglos in nordwestlicher Richtung, unterhalb eines Nagelfluhwändchens den Hang querend leicht aufwärts. Die Orientierung ist nicht schwer und durch das Gelände logisch vorgegeben. Nachfolgend über Grashänge etwas steiler hinauf  Richtung Grathöhe und auf dem schwach ausgeprägten Verbindungsweg zwischen Stillberg und Girenkopf relativ schnell zum Höchsten Punkt am Girenkopf. Die schöne Aussicht zur Nagelfluhkette und über Vorarlberg zum Säntis lässt kaum Wünsche offen. Unüblich steht das kleine Gipfelkreuz etwas tiefer nördlich davon - und nicht unbedingt lohnend. Zufällig ergab sich noch ein Plausch mit einem sehr netten Paar, das mit  über 80 Jahren !! hier hoch stieg. Wohl die Wunschvorstellung eines jeden, im gesetzten Alter noch so rüstig zu sein.  

Jetzt gehts in östlicher Richtung auf dem markierten, schmalen Pfad fast immer auf Grathöhe kurzweilig zum Heidenkopf. Kurz vor dem Gipfelkreuz gibts noch ein kurze gesicherte, aber unschwierige Passage mit Eisenkette. Auch vom etwas unscheinbaren Heidenkopf ist die Rundumsicht vortrefflich.

Weiter auf dem schönen Grat in leichtem Auf und Ab, begleitet von bizarren Nagelfluhzacken, den Siplinger Kopf stets vor Augen. Zuvor noch ein ganz kurzes steileres Teilstück und dann steht man am Siplinger Kopf mit Gipfelkreuz. Kaum zu glauben,  die Fernsicht von hier rundherum ist trotz bescheidener Höhe wirklich erstklassig.  

Wir nehmen den kurzen lohnenswerten Abstecher zur Siplinger Nadel mit (ca. 15 -20 min) - einen sehr markanten Nagelfluhzacken mit ca. 40 m Höhe. Dazu steigen wir vom Siplinger Kopf nördlich rund 150 Hm auf etwas unangenehmen, schmierigen Weg ab. Auf dem Rückweg weichen wir auf Trittspuren Richtung Feld-Alpe aus und steigen weglos, aber einfach über die Nordostseite wieder zum Siplinger Kopf auf. Anmerkung: Falls man später über die Obere Wilhelmine-Alpe absteigt, reicht es auch, vor der Feld-Alpe einfach südlich hochzuqueren und den markierten Abstiegsweg aufzusuchen.

Vom Siplinger Kopf gehts nun östlich in eine kleine Senke und drüben wieder ein paar Meter hoch auf dem markierten Abstiegsweg zur schön gelegenen, nicht bewirtschafteten Oberen Wilhelmine-Alpe. Die Alpe bietet einen "originellen Käseautomaten". Soll heißen: man nimmt sich den Käse aus dem frei zugänglichen Kühlschrank vor der Alpe und wirft das Entgelt in den dafür vorgesehenen Türschlitz - fertig ist der Käseautomat !  Weiter über den breiten Forstweg gelangen wir unterhalb der Oberen Balderschwanger Alpe wieder auf den Asphaltweg und zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit:
Ein kurze, aber dafür recht schöne und vor allem aussichtsreiche Wanderung, die sich bei Mitnahme von Bleicherhorn bis Riedberghorn problemlos ausbauen lässt.  


Tourengänger: Yeti69

Galerie


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