Wildes Gamseck - Heukuppe (2007m) - Wildfährtensteig


Publiziert von Tef Pro , 5. November 2012 um 20:37.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rax, Schneeberg-Gruppe
Tour Datum: 6 Oktober 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-ST 
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Südautobahn Leibersdorf, nach Gutenstein, dahinter links richtung Schwarzau, bei der B27 kurz links, dann rechts hinein nach Hinternaßwald bis zum großen Parkplatz
Kartennummer:Kompass Nr.210

Heute waren wir zum ersten Mal in der Rax unterwegs und landeten gleich einen Volltreffer. Traumwetter mit Sicht bis zum Dachstein, wunderschöne Kraxelei (II) über das Wilde Gamseck und ein spannender Abstieg in grandioser Landschaft über den Wildfährtensteig.
Eine klassische 5-Sterne Tour!
Die Route über das Wilde Gamseck macht echt Spaß, super Fels - so daß die doch vorhandene Ausgesetztheit nicht so schlimm wirkt - in toller Landschaft. Es gibt zwar mittlerweile mehrere Haken, doch wird die Tour meist seilfrei begangen. Da sie zudem immer beliebter wird, schadet ein Helm nicht.
Das gilt auch für den Abstieg über den Wildfährtensteig, denn immer wieder ist es auch geröllig. Hier ist über einige hundert Höhenmeter konzentriertes Gehen gefordert, ab und zu durchaus etwas ausgesetzt und trotz Versicherungen im T4 Bereich. Belohnt wird man mit einer grandiosen Naturlandschaft.
Los geht es vom recht gut gefüllten Parkplatz in Hinternaßwald..Herbstzeit ist ja Wanderzeit. Wir wandern auf der zunächst geteerten, bald jedoch geschotterten Straße nach links talein. Eine malerische Engstelle lockert das Schreiten auf, danach öffnet sich eine schöne Wiese, dahinter erhebt sich die Rax.
Schräg rechts oben wabert Nebel über den Kamm - da müssen wir hinauf, zum Naßkamm. Daß er den Namen zurecht trägt werden wir bald erfahren. Vorm Schuppen im hinteren Teil der Wiese geht es rechts ab und dann in den Wald hinein. Nun geht es zügig empor, der Wegebauer hat sich nicht mit sinnlosen Serpentinen abgegeben - gut so, denn wir gewinnen schnell an Höhe und kommen zunehmend in Nebel, von den Bäumen tropft es, der Boden ist schmierig.
Am Sattel befinden wir uns genau an der Wolkengrenze - ein faszinierendes Schauspiel. So entgeht uns zum Glück die Häßlichkeit der Forststraße, der wir ein Stück nach links folgen, ehe wir sie auf einem Waldpfad verlassen. Schön ist der Rückblick zur über dem Nebelmeer aufragenden Schneealpe.
Es geht nun leicht ansteigend in einer leichten Rechtskurve durch den lichten Wald, bis man zu der in einer Mulde gelegenen Gamseckalm gelangt. Dahinter wird es wieder etwas steiler und wir erreichen bald den Sattel.
Zum wilden Gamseck geht es nun nach links, überaschenderweise ist es auch ausgeschildert, und wir sind auch nicht die einzigen, die da heute hoch wollen. Wir suchen uns etwas oberhalb des Sattels einen aussichtsreichen Fels und rasten erstmal.
Direkt am licht bewaldeten Rücken steigen wir dann weiter aufwärts und gelangen so zum Beginn der Felsmauer. Die Route ist gut markiert, zunächst geht es rechts um ein Felsblock herum und dahinter links steil eine Rinne hoch.
Danach beginnt die eigentliche Kraxelei. Es folgen drei IIer Stellen, Gehgelände mit etlichen Iern. Alles schön fest, mit uns war noch ein 2er und 4er Gruppe in der Wand, es fiel kein einziger Stein. Nach der 3. IIer Stelle kommt schrofiges Gehgelände, ehe wir nach links queren und beim Wandbuch aus der Wand zum Grat aussteigen. Dieser ist zwar schmal, aber technisch einfach, einmal geht es über einen Klemmblock und dahinter in einer schmalen Rinne (I) in einen Sattel, dann ein kurzes Stück aufwärts und man erreicht den schwach ausgeprägten "Gipfel" des Gamseck.
Vor uns breitet sich nun die abgeschrägte Hochfläche der Rax aus, geradeaus hoch geht es zum höchsten Punkt, der Heukuppe (2007m). Und zu diser steigen wir nun über die weiten Wiesen auf. Oben am höchsten Punkt geht es natürlich zu wie in der Kärntner Straße. Also suchen wir uns auf der weiten Wiese ein ruhiges Platzerl.
Die Aussicht ist heute wunderbar, nicht nur Hochschwab, Gseis und Ötscher sind zu sehen, nein, sogar der Gletscher vom Dachstein lugt hervor.
Wir gehen nach unserer Rast wieder Richtung Gamseck und folgen in der Mulde davor dem Wanderweg nach rechts abwärts. So gelangen wir zu den schön gelgenen Hütten, wo wir nochmal rasten.
Es bieten sich nun zwei Abstiege an, beide sollen schön sein. Wir entscheiden uns per Los für den Wildfährtensteig, der noch vor den Hütten nach links abzweigt. Nach Durchquerung einer Mulde steigt man nochmal leicht aufwärts und gelangt so an den Rand der Wand. Gut, daß wir nochmal pausiert hatten, denn erst jetzt kommt die Sonne ein bißchen rein - also nicht zu früh absteigen!
Schaut erst gar nicht so aus, als würd hier was runterführen, doch der Steig ist gschickt angelegt. Zuerst geht es recht schmal nach links abwärts auf ein Band, dann wieder rechts hinüber zur nächsten Felsstufe. Auch hier überwindet man die Stelle durchaus etwas luftig an gut versicherten Stellen. Dann folgt entlang der Felswand steiles Geröll bis zu einer Verzweigung (von rechts kommt der Bärenlochsteig hinzu). Schräg nach links steigen wir über recht rutschige Schrofen, hier wieder mit Sicherungen, steil abwärts, bis zu einer kleinen Scharte.
Von hier umgeht man einen Felsblock auf der linken Seite, nochmal mit etwas Luft unter den Sohlen, steigt dahinter in einer Schrofenrinne hinab zur riesigen Geröllreiße. Hier kann man gut abfahren bis der Steig in den Wald eintaucht.
Wie schon gesagt, der Abstieg fordert Konzentration, aber die Umgebung ist stets wunderschön. Auch jetzt noch, im lichten Wald mit riesigen Felsblöcken, zwischen denen der Pfad abwärts führt und uns schließlich auf eine Forststraße bringt. Diese wandern wir talaus, ein Blick zurück von Zeit zu Zeit lohnt, denn nun im Nachmittagslicht zeigt sich die Felsbastion von der schönsten Seite.
Nach ner guten Weile verlassen wir die Straße nach links auf einem schmalen Pfad und landen bald daruf auf der Wiese von heut morgen. Bleibt noch der Weg hniaus nach Hinternaßwald

Tourengänger: Tef

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