Kronberg 1663 m - Grau in Grau und viel Gold und Purpur im Märchenwald


Publiziert von Ivo66 Pro , 30. September 2012 um 18:44.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:30 September 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 3:45
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Lehmen - Ahorn - Wartegg - Kronberghütte - Kronberg
Kartennummer:1:25'000 Säntis

Der Kronberg ist ein klassischer Ausflugsberg, welcher der nördlichen Alpsteinkette vorgelagert ist und bei nebelfreien Verhältnissen einen beeindruckenden Blick auf den Säntis und seine Nachbarn im Alpstein bietet. An Tagen wie heute mit dichtem Nebel, der sich hartnäckig um den Alpstein herum festklammerte und den ganzen Tag keine Gnade zeigte, gilt es für einmal, sich anderen Schönheiten zu widmen und das Augenmerk nicht in die Ferne, sondern auf den Boden zu richten. So entdeckt man kleine Wunder der Natur, die einem sonst oft verborgen bleiben.

Von den gestrigen Regenfällen reingewaschen, schienen die herbstlich golden leuchtenden Mischwälder an den Bergflanken noch stärker zu leuchten, und im Kontrast zu dem stets grauen Hintergrund kamen die nassen, farbigen Blätter noch schöner zur Geltung als an einem sonnigen Tag. Fliegenpilze schossen im wahrsten Sinne des Worts wie Pilze aus dem Boden und zauberten einen wahren Märchenwald herbei. Die verschlossenen Alphütten tauchten erst aus dem Nebel hervor, kurz bevor man sie erreicht hatte. So liess der Herbst die Natur heute erstrahlen und das an einem Tag, an dem es unten und oben Grau war.

Wir begannen unsere heutige Wanderung in der Hoffnung, doch noch etwas Sonne zu erhaschen, zumindest aber die graue Nebelsuppe zu durchstechen. Von den Bäumen tropfte es ständig leicht auf den nassen Boden und bald erreichten wir den unteren Teil der Hochnebelschicht. In meist dichtem Nebel stiegen wir auf der uns gut bekannten Route auf. Erst kurz vor Erreichen des Kronbergs schien es, als drückte die Sonne etwas durch die Nebeldecke hindurch, doch fehlten dem Gipfel heute wohl etwa hundert Meter an Höhe, um sein Haupt noch aus dem Grau zu recken.

Die lange, lange Sitzbank auf dem Kronberg - die längste der Welt wohlgemerkt mit mehreren hundert Metern Länge - lud nicht zu einer längeren Rast ein, weshalb wir gleich wieder den Abstieg antraten; die Musik spielte heute für einmal im Wald. Wir liessen uns den kurzen Abstecher zum Leuenfall nicht entgehen. In voller Wucht stürzte das Wasser in den Nagelfluhtrichter mit seinem runden Wasserbecken ein. Ein herrliches Naturschauspiel.

Routenbeschreibung:

Lehmen - Kronberg


Der Kronberg verfügt über ein unglaublich dichtes Netz an Wanderwegen; der Phantasie in der Tourenplanung sind kaum Grenzen gesetzt. Wir starteten in Lehmen (Gasthaus) und folgten zunächst auf dem Fahrsträsschen absteigend den Wegweisern Richtung "Ahorn". Weiter ging es auf zum Teil nicht deutlichen Pfadspuren, aber stets gelb markiert zum Teil über Alpweiden und teils durch kurze Waldabschnitte weiter hoch zur Wartegg, einem Hügelkamm, der dem eigentlichen Kronberg etwas vorgelagert ist. Nach den Hütten der Wartegg folgten wir dem Wegweiser Richtung Kronberg, in der Folge vorbei an den Hütten von Studen. Von dort ist der Schlussaufstieg zum Kronberg bei Nebel nicht einfach zu finden. Die Wegspur ist meist undeutlich, wenn überhaupt vorhanden; einzelne gelbe Markierungen weisen die Richtung.

Ohne Routenkenntnisse ist dieser Aufstieg wie erwähnt nicht einfach zu finden. Bei guter Sicht ergeben sich aber kaum Orientierungsprobleme.

Leuenfall 

Der kurze Abstecher zum eindrucksvollen Leuenfall ist durch einen Wegweiser gekennzeichnet, im Talboden bei Lehmen. Man sollte sich diesen schönen Wasserfall nicht entgehen lassen; er ist in gerade mal etwa 2 Minuten erreichbar.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


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Kommentare (3)


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silberhorn Pro hat gesagt:
Gesendet am 30. September 2012 um 22:36

:-)), dass Du gerade Heute vom Kronberg berichtest. Für Mittwoch, soll in der kommenden Woche der schönste Tag sein, bin ich nämlich am überlegen ob ich der Wanderung auf den Kronberg oder einer andere Route den Vorzug geben soll.

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 30. September 2012 um 22:40
:-) Da ist der Kronberg bestimmt eine gute Wahl, auf einer der vielen, vielen Routen. Durch goldenen Herbstwald und auf dem Gipfel mit dem tollen Blick zur Säntiskette. Ich beneide Dich! Viel Vergnügen und liebe Grüsse

Ivo

silberhorn Pro hat gesagt:
Gesendet am 30. September 2012 um 23:36
Du machst mir die Wahl nicht leicher:-). Wenn Kronberg, dann nach Bolivar's Beschreibung. Genau die Säntisnordwand ist was mich auf diesen Berg zieht. Wenn schon Beneiden, dann eher ich Euch die Ihr so oft den Alpstein besuchen und die allerschönsten Berge besteigen könnt. Danke und

liebi Grüess retour

maria



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