"At the end of the world that is my favourite beach" - Abenteuerabstieg zur Praia d'Ursa


Publiziert von simba , 28. September 2012 um 20:46.

Region: Welt » Portugal
Tour Datum:17 September 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: P 

Der Wortlaut der obigen Auskunft eines Locals machte uns dann doch etwas neugierig....Zwar ist der Begriff "Das Ende der Welt" für das Cabo da Roca an der Westküste Portugals ein ziemlich "geflügelter", denn letztlich handelt es sich nur um den westlichsten Punkt Kontinentaleuropas. Aber vor nicht einmal viel mehr als 500 Jahren war dieses von steilen Klippen und der Brandung des Atlantiks umgebene Kap zumindest das westliche Ende der damals bekannten Erdscheibe. Immerhin sorgt das für wahre Touristenströme, von denen nur wenige Kilometer vom Cabo an der Praia d'Ursa allerdings überhaupt nichts zu merken ist.

Um zum "schönsten Strand" am Ende der Welt zu kommen, folgt man vom touristenumströmten Cabo da Roca der Straße zurück in Richtung Azoia bis zu einem kleinen Parkplatz linkerhand auf dem ein Schild mit der Aufschrift "Ursa" steht - einen Hinweis auf einen Strand oder Meereszugang sucht man vergebens. Man folgt dem anschließenden Feldweg bis zu dessen Ende. Einheimische oder Mietwagenfahrer, denen ihre Autos völlig egal sind, fahren auch hierher noch mit dem Auto - Ölspuren auf dem Feldweg zeigen, dass nicht jede Berührung mit dem Erdboden hier glimpflich ausgeht.

Vom Ende des Wegs hat man bereits einen atemberaubenden Blick auf die Bucht der Praia d'Ursa und die sie umgebenden unglaublichen Felsformationen, die gleich gewaltigen Haifischzähnen aus dem Meer ragen. Schon allein dieser Blick ist den Anmarsch bis hierher zweifelsfrei wert. Nun hält man sich auf jeden Fall links, auch wenn die Wegspuren rechts bei weitem offensichtlicher sind, und erreicht durch eine Senke auf deutlich sichtbarem, sandigen Pfad gegen Ende hin zwar steil aber nie unangenehm den wunderbaren Sandstrand (max. T3).

Hält man sich - wie wir - rechts, kommt man auf unsere "alpine" Abstiegsvariante, die zunächst auf einem Rücken an der Bucht entlang führt, um dann auf schmalem absturzgefährdeten Quergangspfad auf einem Bändlein in eine steile Geröllschlucht oberhalb des Strand einzuqueren. Die Geröllschlucht wird zuletzt über eine unangenehm sandige, rutschige und griffarme Platte erreicht. In der Schlucht selbst ist das Gelände weiterhin unglaublich unangenehm und lose. Steinschlag ist kaum zu vermeiden und die Absturzgefahr ist trotz des Fehlens schwerer Kletterstellen sehr ernstzunehmen, weil man sich quasi nirgends richtig festhalten kann und auch die Schuhe kaum sicheren Stand bieten (T5).

Wer sich die Satellitenkarte auf Hikr gut anschaut, wird jedenfalls keine Probleme mit der richtigen Abstiegsvariante haben.

Der Strand selbst ist nicht nur landschaftlich ein Juwel - umgeben von schneidigen Felszähnen zu beiden Seiten und steilen Felswänden im Rücken. Die Brandung der Wellen ist enorm, die meterhohe Gischt beim Aufprall an den Felstürmen teils atemberaubend. Auch sportlich ist einiges geboten: Auf der nördlichen Seite des Strandes gibt es eine Art Canyon mit gebohrten Kletterrouten (in den oberen Schwierigkeitsgraden), auf einer Platte unterhalb unseres Abstiegswegs sind zumindest Stände zum Klettern mit mobiler Absicherung eingerichtet. Auch Bouldermöglichkeiten gibt es zu hauf und teils lassen Magnesiaspuren auf deren Nutzung schließen... 

Während unserer zwei Wochen in Portugal haben wir sehr viele Strände zu Gesicht bekommen...so schön wie hier, war es nirgends!

Tourengänger: simba, Nala

Galerie


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