Finsteraarhorn


Publiziert von frmat , 9. September 2012 um 19:36.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:18 August 2012
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:6km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Aufstieg zur Finsteraarhorn ab: - Konkordiahütte (3h) - Grimselpass (7h) - Fiesch (9h)
Unterkunftmöglichkeiten:Finsteraarhornhütte

Nachdem wir 2 Tage zuvor die Fiescherhörner ab Konkordiahütte bestiegen haben, stand nun ein halber Ruhetag auf dem Programm. Nicht wie geplant via Grünhoren, sondern auf direktem Weg, ging es über die Grünhornlücke von Hütte zu Hütte.
Ebenso wie auf der Konkordiahütte ist auch das Hüttenteam am Finsteraarhorn sehr nett. Die Hütte wurde vor einigen Jahren saniert und ist sehr gepflegt! Wäre sie nicht so schwierig zu erreichen (wobei "schwierig" hier die Länge der Anstiege meint) käme ich sicher gern öfters.
Auf der Terrasse vertrieben wir uns die Zeit mit lesen von Büchern aus der "Hüttenbibliothek". Heckmairs Bericht über die Erstdurchsteigung der Eigerwand aus einem Buch aus den 60ern fesselte mich und ließ mich mickrigklein werden angesichts der Touren, die vor fast 75 Jahren mit damaliger Ausrüstung gemacht wurden. Von ihm stammt auch mein Lieblingszitat: "Bei all meinen Bergtouren kam es mir nie auf die sportliche Leistung, sondern auf das Erlebnis an."

Ein wirklich schönes Erlebnis ist dann auch die Besteigung des höchsten Berner Gipfels. Zunächst hinter der Hütte einen Moränensteig bis auf ca. 3200m. Dort wird angeseilt und über den Gletscher bis in den 4088m ohen Hugisattel aufgestiegen. In der Mitte ist der Gletscher durch eine Felsrippe mit dem Frühstücksplatz unterbrochen. Wir benötigten in den Sattel, der eigentlich eine Schulter im Grat des Finsteraarhorns ist, ca. 2,5h. Ab hier setzt der Grat an: steil, schmal, respekteinflößend. Die Kletterei ist zwar nirgends schwer (max. II) aber einen ausgesetzten IIer auf Steigeisen nur um Felsköpfl gesichert, hinterlässt erstmal ein leicht flaues Gefühl. Für die 190Hm bis zum Gipfel haben wir übrigens wieder 2,5 Stunden gebraucht (bedingt durch Sicherung, Stau und Gegenverkehr) und auch fast ebensolange wieder hinunter.
Als wir dann endlich oben waren, war die Gipfelfreude riesig. Einen so formschönen, abgelegenen Berg besteigt man nicht alle Tage. Außerdem war es mein 30. Geburtstag und mein 25. 4000er der Alpen. Doppeljubiläum auf diesem schönen Gipfel, ein wirklich geniales Bergerlebnis, was abends auf der Hütte mit dem ein oder anderen Bier gefeiert wurde.

Angesichts des Folgetages hielt sich der Bierkonsum allerdings in Grenzen. Da stand nämlich der Abstieg nach Fiesch auf dem Programm, bei dem man zunächst mal eine ordentliche Strecke direkt über den Gletscher zurücklegt. Die genaue Route sollte man vorher auf der Hütte erfragen, da man den Gletscher mehrmals kreuzt, verlässt und wieder betritt.
Im Groben: Von der Hütte absteigen auf den Gletscher und diesen diagonal auf die orografisch rechte Seite queren, man sollte auf der anderen Seite sein ungefähr wenn der linke Gletscheram einmündet. Hier am rechten Gletscherrand absteigen bis rechts einige Steinmänner auftauchen. Dort muss man den Gletscher unbedingt verlassen, da es keinen Weg durch den Eisbruch gibt. Von Steinmännern markiert, geht es an glattgeschliffenen Platten abwärts, schließlich ca 100Hm klettersteigähnlich über Leitern wieder auf das Eis. Nun hinab bis zur Gletscherzunge. Hat man diese erreicht gehts abwärts nicht mehr weiter, da der Fluss eng zwischen Felswänden durchfließt. Ein Klettersteig führt aber rechts hoch aus dem Kessel heraus zur Burghütte. Unbedingt diesen Steig benutzen und nicht (wie wir) durch die Rinne am Ende des "Weges". Dort baumelt oben ein loses Stahlseil, und dies war scheinbar der frühere Weg, der wahrscheinlich wegen Steinschlag teilweise rückgebaut wurde. Ab der Burghütte hat man noch 700Hm Abstieg bis Fiesch vor sich. Insgesamt benötigten wir 7h bis Fieschertal, wo uns ein Taxi aufgabelte und zurück zur Talstation der Eggishornbahn brachte, insgesamt ca. 19km.

Fazit: Wie erwähnt eine v.a. LANGE und landschaftlich wunderschöne Tour auf einen der abgelegensten 4000er, die auch für "Normalverbraucher" erreichbar sind.


Tourengänger: frmat


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