Über dem Nebel: Über den Fürstensteig auf den Gafleispitz


Publiziert von Nordlicht , 11. Februar 2008 um 22:24.

Region: Welt » Liechtenstein
Tour Datum: 1 November 2007
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Zeitbedarf: 2:30
Aufstieg: 500 m
Abstieg: 500 m
Strecke:Gaflei-Fürstensteig-Gafleispitz-Bargella-Gaflei

Nachdem ich ein Jahr lang jeden Arbeitstag auf die Liechtensteiner Berge geschaut hatte, war Anfang November 2007 der Moment gekommen, endlich auch eine Tour zu unternehmen. Die Wahl fiel auf den wohl bekanntesten Wanderweg des Fürstentums – den Fürstensteig. Mit dem Auto ging es zuerst die kurvenreiche Straße hoch nach Gaflei (1483 m). Während im Rheintal wie so oft zäher Nebel auf die Stimmung drückte, war oben Bilderbuch-Wetter mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen um 5°C.

Also nichts wie rein in die Wanderschuhe, fertig, los! Wir, d.h. mein (Wander-)Freund und ich, entschieden uns für den direkten Aufstieg über den Fürstensteig, dazu wanderten wir zuerst ein Stück durch einen Föhrenwald, um bald in felsiges Gebiet vorzustoßen. Der Fürstensteig ist ein schmaler Bergweg, der dem Fels an manchen Stellen geradezu abgerungen wurde. Er ist hervorragend markiert, die schwierigen Passagen sind mit Seilen, Tritten und Treppchen gesichert. Für geübte Berggänger überhaupt kein Problem, aber wer sich auf den Fürstensteig wagt, sollte unbedingt schwindelfrei sein. Der Fels ist an vielen Stellen stark erodiert und der Weg führt ziemlich nah am Abgrund entlang. Und der ist wirklich tief : nächster Halt nach ca. 500 Metern. Von Zeit zu Zeit hörte man einzelne Steine klackern oder kleine Steinlawinen ins Tal rauschen, was uns darin bestärkte, dass wir den Schildern, den Steig zügig zu durchwandern, unbedingt Folge leisten sollten. Der Aufstieg ist sehr moderat und der Höhenunterschied beträgt nicht ganz 500 Höhenmeter. Und so waren wir nach etwa 1 Stunde auf dem Gafleisattel (1937 m) angekommen, natürlich nicht ohne, allen Warnungen zum Trotz, zwischendurch immer wieder den grandiosen Ausblick auf den Alpstein, die Churfirsten und die Alvierkette zu genießen und auch ein paar Fotos zu schießen. Der Blick ins Rheintal war immer noch durch eine fette Nebeldecke behindert, die sich auch nicht mehr auflösen sollte. Um so mehr genossen wir die Novembersomme, die noch ganz respektable Temperaturen zauberte.

Am Gafleisattel entschlossen wir uns zu einem kleinen Abstecher auf den Gafleispitz, womit wir unseren ersten Zweitausender geschafft hatten. Danke für die Gratulationen, schickt keine Blumen, ich habe in diesem Jahr noch kühnere Pläne;-) Am Gipfelkreuz gab es das obligatorische Hiker-Picknick mit Gipfelstürmer-Kaffee, Broten und Studentenfutter. Den Rückweg traten wir dann über den Kaminweg zum Bargellasattel (1742 m) an. Der Weg lag teilweise im Schatten und so mussten wir durch etwas Schnee stapfen, aber auf der anderen Seite erwartete uns dafür ein sonniger Abstieg über die Alpe Bargella (1600 m) zurück nach Gaflei.

Fazit: Eine wirklich tolle Tour, auf der man mit relativ wenig Mühe ein höchst eindrucksvolles Felsgebiet mit spektakulären Ausblicken durchwandern kann. Nichts für Freaks, aber allemal lohnenswert!


Tourengänger: Nordlicht

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