Bristen (3072m)


Publiziert von Daenu , 2. September 2012 um 18:56.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:18 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Aufstieg: 2356 m
Abstieg: 2546 m
Kartennummer:1212

Wie oft habe ich schon sehnsüchtig zu dieser hübschen Pyramide hinaufgeschaut… Nach der Windgällen-Tour vom 27.7.2012 nahm ich mir vor, dem Bristen bald einen Besuch abzustatten. Der Samstag bietet sich als idealer Tag an. Die Gewittergefahr liegt nahezu bei Null, die Fernsicht sollte dank der trockenen Luft auch am Nachmittag noch gut sein.
 
Mit der ersten Postautoverbindung fahre ich nach St.Anton in Vorderbristen. Ich folge der Strasse durch den Schiltwald bis zur zweiten Haarnadelkurve auf ca. 900m (nahe Obsäumli). Unmittelbar nach der Kurve biege ich nach links in einen überraschend breiten Wanderweg ein. Die erste Abzweigung mit dem Holzschild „Bristenstäfeli“ ignoriere ich, bei der zweiten – unmittelbar vor der Lichtung beim Friedlig – folge ich dem nun schmaleren Weg nach rechts (Wegweiser „Bristenstäfeli – Bristensee“). Oberhalb von Hagglisberg habe ich die Wahl zwischen einem breiten Weg mit langen Kehren und sanftem Anstieg oder einem schmaleren Weg mit direktem, steilen Anstieg hinauf zum Bristenstäfeli. Bergauf bevorzuge ich die steile Variante. An der Wanderhütte Bristenstäfeli und dem Kreuz vorbei steige ich auf dem Rücken zur Blacki-Alp auf. Dank dem Wald und der östlichen Ausrichtung des Hanges ist es immer noch schön schattig – bei den heutigen Temperaturen ein Genuss. Auf dem rechten Weg (W der Felsen) gelange ich zum Bristenhüttli, wo mich eine Herde Ziegen aufgeregt in Empfang nimmt. Neugierige braun-weisse Tiere mit „Lampi-Ohre“ – herzig.
 
Ich bleibe auf dem Weg zum Laucherlückli bis ich ungefähr südlich des Bristensees stehe, dann folge ich den Wegspuren nach rechts in eine Schwemmebene. Nun halte ich auf das westliche Ende der Felsen dahinter (auf ca. 2300m) zu, auf der bewachsenen rechten Begrenzung einer Rinne steige ich zu diesen auf (siehe Foto). Die Wegspuren sind zuerst vage, dann deutlicher. Gleich oberhalb dieser Felsen quere ich auf einem Weg hinüber zum grossen Pfeil, welcher bereits von der Hütte aus gut sichtbar ist. Ein Pfad hilft auf den Grat bei P.2374. Der weitere Aufstieg erfolgt direkt auf dem Grat oder stellenweise auf Wegspuren in der Flanke links und rechts davon (zum Teil Steinmännchen). Im unteren Teil ist der Grat eher erdig, dann wird er zunehmend felsiger und man bewegt sich immer mehr auf Steinplatten und Geröll. Ich folge … Rat und bleibe möglichst auf dem Grat – nur übertreibe ich es ein wenig und muss gelegentlich zur Wegspur absteigen, da ich nicht mehr weiterkomme :-). Vor dem Vorgipfel P.2946 wird der Grat steiler. Der Vorgipfel selbst kann entweder luftig überstiegen oder links (E) auf einem Sims umgangen werden – für mich die Schlüsselstelle der Tour. Ich entscheide mich für die Umgehung. Zuerst geht es auf dem Sims leicht abwärts, dann ein-zwei Schritte durch Geröll und auf der anderen Seite zwischen zwei Felsblöcken hindurch hoch. Etwas ungemütlich. Der restliche Aufstieg erfolgt in leichter Kraxelei über den Grat hinauf zum überraschend geräumigen Gipfel. Die Aussicht ist auch jetzt um die Mittagszeit noch überragend schön – keine Wolke zu sehen und die Gipfel zeigen sich gestochen scharf soweit das Auge reicht.
 
Der Abstieg erfolgt mehrheitlich auf der Aufstiegsroute. Beim Vorgipfel entscheide ich mich jedoch für die Überschreitung – im Aufstieg kam mir die Stelle luftiger vor als jetzt. Nach der Querung oberhalb der Felsen auf ca. 2300m folge ich dem Weg direkt zur Hütte hinunter (Steinmännchen). Im Hagglisbergwald freue ich mich über die knieschonende Variante mit den langen Kehren. Kurz vor St.Anton biege ich links ab und steige auf dem Wanderweg hinunter nach Amsteg. Auf die Fahrt im normalerweise bereits ab Golzern sehr gut besetzten Postauto habe ich heute definitiv keine Lust. Für den beschwingten Abstieg sorgt die Guggenmusik, die in Amsteg bei der Kirche ein Konzert gibt :-).
 
Vom Bahnhofplatz in Erstfeld aus schaue ich zurück zum Bristen. Nun gibt es keinen Grund mehr für wehmütige Blicke, oder erst recht…?

Tourengänger: Daenu

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