Drangajökull und Hafell


Publiziert von Delta Pro , 6. Februar 2008 um 07:53.

Region: Welt » Island
Tour Datum:26 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: IS 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 700 m

Über den Eisriesen des Norden und endlos weite Geröll- und Schneeflächen – Arktis-Feeling in der Einsamkeit der Nordwest-Fjorde.
 

Drangajökull, so heisst der Gletscher im Nordwesten Islands. Diese abgelegene Region der Insel im Atlantik ist noch ein Geheimtipp. Nur die wenigsten Touristen verschlägt es bis dorthin – und dabei gibt es doch nichts Schöneres! Die Landschaft ist von unzähligen Fjorden durchfurcht, gebirgig, wild und einsam. Der Drangajökull hat eine Gletscherzunge, die bis fast ans Meer reicht. Das Gletschervorfeld ist gespickt mit kleinen Moränen, die schöne Biwakplätze schaffen. Die Gletscherzunge ist in einer leichten Wanderung zu erreichen. Das Begehen des Gletschers empfiehlt sich nur, falls auf dem Eis noch Schnee liegt, ist dann aber gut möglich, da das Eis dort kaum Spalten hat. Die beschriebene Rundtour verbindet eine Erkundungstour auf die Hochebene des Ewigen Eises mit endlos weiten Geröllwüsten, wo kaum je ein Mensch seinen Fuss hingesetzt hat, und einer Gipfelbesteigung. Ein sehr ergiebiges Naturerlebnis!
 

Die Tour beginnt beim Geröllparkplatz rund einen Kilometer hinter dem Ende des Kaladon, des wenig ausgeprägten Fjordes, den der Drangajökull einst ausgeschliffen hat. Ein abwechslungsreiche Wanderung durch eine eindrückliche Moränenlandschaft führt zu Gletscherzunge, die nach einer guten Stunde erreicht wird. Hier im hohen Norden reichen die Schneefelder selbst im Hochsommer noch bis auf Meereshöhe herunter und wir begeben uns (mit stark abgespeckter Gletscherausrüstung – eine Reepschnur um den Bauch) aufs ewige Eis des Drangajökulls. Die von unten gesehen rechte Seite des Gletschers ist schneebedeckt und scheint einigermassen spaltenfrei zu sein. Der Aufstieg über den Gletscher ist eindrücklich und wird von immer stärker auffrischendem Föhnwind begleitet. Bald peitschen uns Eiskristalle ins Gesicht und der Wind wirft uns beinahe um. Auf der Gletscherhochebene halten wir uns an den Rand des Eises und gehen gegen rechts auf einen Geröllsporn auf rund 600 Meter über dem Meer zu. Eine unglaublich einsame, wilde Landschaft – so muss es auf dem Mond aussehen!
 

Den Föhnwind im Rücken wenden wir uns wieder der Küste zu und wandern durch eine endlose Geröllhochebene. Im Föhnfenster scheint wieder die Sonne und verwandelt die einsame Landschaft in ein glitzernd glänzendes Strahlenmeer. Hat hier je ein Mensch seinen Fuss hingesetzt? Über Geröllrücken erreichen wir schliesslich den wenig ausgeprägten Gipfel des Hafells. Nun steigen wir steil gegen das Meer ab, wobei im obersten Teil der Weg zwischen Felsbändern etwas gesucht werden muss. Eine eindrückliche Tour!

 


Tourengänger: Delta, sglider

Galerie


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