Lochkogel (3043 m) - einsame Aussichtskanzel über dem Ötztal


Publiziert von 83_Stefan , 5. September 2012 um 12:07. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum:24 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Gries-Nisslalm-Äußeres Reichenkar-SOGrat-Gipfel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über die B 186 nach Längenfeld; dort am Kreisverkehr auf die L 239 abbiegen und in zahlreichen Kehren hinauf nach Gries. Großer, kostenfreier Parkplatz am Ortsende.
Unterkunftmöglichkeiten:Nisslalm (privat, 2054 m; Einkehr, laut AV-Führer 8 Betten).
Kartennummer:AV-Karte 31/1 Stubaier Alpen Hochstubai.

Der Sulztalkamm in den Stubaier Alpen trennt das Ötz- vom Sulztal und gipfelt in der Wilden Leck. Der nordwestlichste Dreitausender in diesem Kamm ist der Lochkogel: eine garantiert einsame Aussichtswarte. Weil das Ötztal zu seinen Füßen so tief eingeschnitten ist, sind die Tiefblicke vom schönen Gipfelkreuz natürlich besonders eindrucksvoll, aber auch die Blicke in die Stubaier und Ötztaler Berge sind wegen der vorgeschobenen Lage des Berges nicht zu verachten. Ein Dreitausender, der lohnt!

Start in Gries. Mit dem Radl geht's auf geteertem Weg taleinwärts. Nach einer Brücke über den reißenden Fluss zweigt rechts der breite Schotterweg zur Nisslalm ab. In weiten Kehren geht's gut fahrbar, wenn auch manchmal etwas steiler, hinauf zur Alm; dort Radldepot.

Zu Fuß geht's auf dem Fahrweg wieder ein kleines Stück abwärts bis zu einer Sitzbank. Dort beginnt der Jagdsteig (unbezeichnet), der deutlich ausgeprägt ins Äußere Reichenkar hinaufführt - ein aussichtsreicher, landschaftlich hervorragender Abschnitt der Tour. Einige kleine Jagdhütten fristen hier ihr Dasein.

In südwestlicher Richtung geht's in den Karhintergrund, wobei sich der Steig schließlich verliert. Eine Schuttrampe zieht von links nach rechts auf den Kamm hinauf; sie wird für den weiteren Anstieg benutzt. Am Kamm rechts weiter. Meist geht es direkt am Grat entlang, nur selten weicht man kurzzeitig in die Flanken aus (bis I+). Den höchsten Punkt ziert lediglich ein Steinmann. Der Übergang zum Kreuz beinhaltet die klettertechnische Schlüsselstelle (II). Vom Kreuz bietet sich ein schöner Tiefblick ins Ötztal.

Der Abstieg erfolgt auf der Anstiegsroute mit dem Unterschied, dass sich nach einer Stärkung auf der Nisslalm die Abfahrt mit dem Radl schneller gestaltet als am Morgen die Auffahrt.

Schwierigkeiten:
Radlauffahrt zur Nisslalm: L (alternativ zu Fuß T1).
Wanderung ins Äußere Reichenkar: T2.
Anstieg über Südostgrat zum Lochkogel: T5-, II (eine Stelle; technisch nicht besonders anspruchsvoll, aber am Grat überwiegend ausgesetzt und luftig).

Fazit:
Eine sehr lohnende, landschaftlich reizvolle 4*-Tour auf einen recht vorgerückten Gipfel. Für Individualisten ist die Tour ein Highlight, denn am Lochkogel ist es sehr einsam. Wem der Gipfel zu anspruchsvoll erscheint, dem sei eine Wanderung ins Äußere Reichenkar empfohlen - es gibt kaum irgendwo anders so viele Blaubeeren wie dort.
Tour nicht bei Nässe unternehmen - durch die vielen Flechten wird's ansonsten aalglatt!

Mit auf Tour: ADI.

Anmerkung:
kardirk war einige Tage nach uns auf dem Lochkogel. Hier sein Bericht.

Tourengänger: ADI, 83_Stefan

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Kommentare (2)


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kardirk hat gesagt:
Gesendet am 5. September 2012 um 13:21
Ja,ja Zufälle gibts,
da hätte wir ja uns fast getroffen, wär bestimmt noch lustiger geworden.

VG
Dirk

83_Stefan hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. September 2012 um 10:16
Das wäre in der Tat ein gigantischer Zufall gewesen, wenn wir uns am Lochkogel getroffen hätten - ich denke, ich hätte am selben Tag noch einen Lottoschein ausgefüllt...


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