Zinalrothorn - Rothorngrat


Publiziert von orome , 24. August 2012 um 11:18.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:11 August 2012
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 2600 m
Abstieg: 2600 m
Unterkunftmöglichkeiten:Rothornhütte

Der Rothorngrat ist eine der Hochtouren, die mir schon länger im Kopf herumgeistern. Viel hat man gelesen von dem bombenfesten Fels, was im Wallis ja nicht so häufig vorkommt. Nach einer etwas überraschenden SMS am Mittwoch abend brauchte es kaum Überredungskünste. Nur die Arbeit stand dem Vorhaben etwas im Weg. Manchmal helfen Kompromisse auch nicht weiter und so stand ich dann nach einem 10 Stündigen Arbeitstag und 2,5 Stunden fahrt am Freitag gegen 21.00 in Zermatt. Nach einer nicht enden wollenden Nachtwanderung kam ich etwas fertig gegen 23.30 in der Hütte an. Dort rettete mich dann eine Hüttenmitarbeiterin die mich im Vorraum auf den Stufen fand und fragte ob ich der dritte fehlende Mann sei. Ein apathisches Nicken meinerseits und schon war ich mit Snickers und Wasser versorgt. 
An Schlafen war natürlich nach dem Lauf nach oben nicht zu denken.
Mitten in der Nacht gings dann also weiter, nur diesmal nicht mehr alleine. Nach einem kurzen Stau am grausig brüchigen Wasserloch verabschiedete sich dann eines meiner Steigeisen mit einer gebrochenen Niete. Aber was solls, man geht ja klettern. Nur der harte Abstieg vom Frühstücksplatz und der gemeingefährlich brüchige Übergang auf den Trifgletscher waren einbeinig nicht so angenehm. Nach einer kurzen Traverse gings das Zustiegscouloir hoch, hier am besten an der rechten Seite. Und schon standen wir auf dem Grat. Dort empfing uns dann ein eisig kalter Wind, der sich auch erst im Abstieg nach der Gabel von uns trennen sollte. 
Was nun folgte war wirklich ein Traum. Immer auf der Schneide, mal sehr ausgesetzt mal wieder geräumiger aber immer henklig und schön zu steigen. Und glücklicherweise wird der Fluss wird nie unterbrochen durch Fixseile oder Hakenleitern. So geht es an bombenfestem Fels dahin, nie schwieriger als III+. Die schwerste Stelle wartet zum Ende beim letzten Gendarm auf. Zuerst geht es rechts einer Verschneidung auf eine Art Podest, das durch beherztes Zupacken sehr ausgesetzt erreicht wird. Hier kann man mittels Köpflschlingen super Stand machen und die eigentliche Schlüsselstelle inspizieren. Eine kurze Plattenstelle die auf den Gendarm leitet. Mitten auf der Platte hats einen soliden Schlaghaken, man ist also bestens gesichert. 
Danach gings auf dem Normalweg zum Gipfel. Glücklicherweise konnten die Steigeisen im Rucksack gelassen werden. Nach einer kurzen Rast in bestem Wetter aber eisigem WInd ging es wieder abwärts. Jetzt folgte für mich die anspruchvollste Stelle der Tpur. Bisher hielt sich meine Müdigkeit in Grenzen, aber beim Abstieg über die Binerplatten im kalten Wind und Schneeresten legte sich so richtig ein Schalter um und ich sehr froh als wir unterhalb der Gabel geschützt vom Wind ein wenig Sitzen konnten. 
Danach seilten wir zuerst 5x über den Normalweg ab, bevor wir dann gemütlich zur Rothornhütte, Bier, Hotel Trift, Bier, nach Zermatt gelangten. Dort gabs dann Cola und Eis und so kam ich dann auch noch irgendwann am abend zu Hause an. 

Bis auf den letzten Aufschwung sind wir zu dritt alles gleichzeitig am langen Seil gegangen. Auf dem ganzen Grat stecken 2 Schlaghaken, es braucht aber nicht mehr. Jede stelle lässt sich mittel einem kleinen Set Cams (0,5-2) perfekt absichern. Zusätzlich noch einige Köpfelschlingen. Wir sind in Bergschuhen gegangen, das nächste mal nehme ich wohl die Kletterpatschen mit. Denke das macht dann nochmals mehr Spass. 
Den Abstieg über die Binerplatten fand ich mühsam. Es hat zwar einige Borhaken und 2 Sicherungsstangen, sodass man abseilen kann, jedoch ist das Gelände prädestiniert für Seilverhänger und Queren muss man dabei auch noch. 

Perfekte Tour bei perfektem Wetter durch besten Fels. Der Ausblick in den Mountetkessel ist sehr beeindruckend. Und ein freier Sonntag ist so auch noch rausgesprungen ;)

Tourengänger: orome

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