Hoher Tenn (3368m) - Tag 1 am Mosserboden


Publiziert von Chiemgauer , 23. August 2012 um 19:36.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Glocknergruppe
Tour Datum:20 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 16:00
Aufstieg: 3360 m
Abstieg: 2430 m
Strecke:28,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Zell am See nach Kaprun und weiter bis zu den zahlreichen Parkplätzen an der Kitzsteinhornbahn
Unterkunftmöglichkeiten:Gleiwitzer-Hütte, Fürthermoaralm
Kartennummer:Kompass Nr. 39

Die zur Zeit hervorragenden Bedingungen müssen genutzt werden, auch wenn dabei Touren zu Stande kommen, die nicht mehr durchgehend Spaß machen, sondern stellenweise zur Qual werden. Im Großen und Ganzen kann ich es aber überwiegend noch genießen ;-)

Direkt an der Kitzsteinhornbahn beginnt der Steig über die Brandlscharte zur Gleiwitzer-Hütte. Zuerst noch durch Wald, danach über stellenweise steiles Wiesengelände zieht sich der einfache Steig (T2) angenehm bis in die Brandlscharte. Von hier kann gleich zur Gleiwitzer-Hütte abgestiegen werden oder mit etwas Umweg Imbachhorn und Rettenzink mitgenommen werden. Für mich geht es zuerst zum Imbachhorn und wieder zurück zur Brandlscharte. Danach noch auf den Rettenzink, der im Vergleich zum Imbachhorn technisch etwas schwieriger zu erreichen ist und kurze gesicherte Stellen hat (Imbachhorn T2, Rettenzink T3). Der Versuch von hier direkt zur Gleiwitzer-Hütte abzusteigen scheitert in der immer steiler werdenden Wiesenflanke, so dass ich wieder umdrehen muss, 40 Minuten verschissen habe und über Rettenzink und Brandlscharte zur Gleiwitzer-Hütte absteige. Dabei führt der Steig auch durch einen steilen Wiesenhang (T3) und erfordert bereits ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Nach kurzer Pause an der Gleiwitzer-Hütte beginnt der Gipfelsturm auf das heutigen Tagesziels. Dafür geht es noch kurz gemütlich in Richtung Obere Jägerscharte, bevor es etwa die letzten 200 Höhenmeter fast ausschließlich nur noch gesichert und durchaus nicht ohne (T4) zu dieser hoch geht. Danach geht es überwiegend am Grat über Bauernbrachkopf und Kleinem Tenn zur Schneespitze. Meist „Wander“gelände, dass nur stellenweise anspruchsvoller (T3 bis T4) wird, dort aber dann immer gesichert ist. Der Aufstieg zum Kleinen Tenn verlangt allerdings volle Konzentration. Dieser ist zwar durchgehend gesichert, aber stellenweise gut ausgesetzt und die letzten 4 Meter dann noch dazu überhängend. Sicher bereits C, vielleicht sogar C/D.

Die Schneespitze ist sicherlich der gemütlichere Tenngipfel, weswegen ich hier meine Gipfelpause einlege und anschließend den Hohen Tenn noch im Abstieg mitnehme. Dafür einfach an dem nun ungesicherten Grat rüber. Dabei wird ein Felsriegel ziemlich ausgesetzt westlich umklettert (II, sicher bereits T5+) und ein weiterer auf der Ostseite (T5-, I+ bis II-) umgangen, bevor man auf dem Gipfel, mit einem aus Holzresten zusammengebastelten Kreuz, ist.

Runter geht es dann auf dem Aufstiegsweg, bis kurz nach dem Bauernbrachkopf. Dort zweigt der Steig zum Mooserboden ab. Dieser ist technisch zwar deutlich einfacher (die ersten 100 Höhenmeter sind aber trotzdem noch durchgehend gesichert), als der zur Oberen Jägerscharte, allerdings durchgehend ausgesetzt. Glaube kaum, dass man ich einen Stolperer noch abfangen kann! Erst wenn der Steig aus den Bratschen ins Wiesengelände übergeht, wird das Gelände flacher und man kann sehr gut über die Wiese abkürzen. Man erreicht schon fast die Höhe des Mooserboden, bevor sich der Steig in riesigem Bogen zur Fürthermoaralm, meinem heutiger Schlafplatz, zieht. Hier entscheide ich mich direkt durch das Wiesengelände zum Wasserfallboden abzusteigen (ein, zwei Steilstufen dann aber T5) und mit etwas Gegenanstieg, dafür deutlich kürzer, wieder hoch zur Fürthermoaralm, von der dann das Große Wiesbachhorn in Angriff genommen wird.

Extrem lange, aber trotzdem wunderschöne Tour, die um etwa 300 Hm weniger hat, wenn man meine Rettenzinkaktion abzieht, sowie den Normalweg Mooserboden zur Fürthermoaralm wählt.


Tourengänger: Chiemgauer

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Geodaten
 12588.gpx Bis zur Gleiwitzer-Hütte
 12589.gpx Aufstieg zur Schneespitze
 12590.gpx Abstieg über Hohen Tenn

Galerie


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