......legendärer Goldschatz aus Erstfeld


Publiziert von Henrik , 8. September 2012 um 10:30. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:22 August 2012
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-TI 
Strecke:Mittagessen in der "Milchküche" in Erstfeld
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:Zwei GA Veteranen

Ursprüngliche Fassung

15. Junius 1775, aufm Zürichersee.

Ich saug' an meiner Nabelschnur 
Nun Nahrung aus der Welt. 
Und herrlich rings ist die Natur, 
Die mich am Busen hält. 
Die Welle wieget unsern Kahn 
Im Rudertakt hinauf, 
Und Berge wolkenangetan 
Entgegnen unserm Lauf.
Aug' mein Aug', was sinkst du nieder? 
Goldne Träume, kommt ihr wieder? 
Weg, du Traum, so gold du bist, 
Hier auch Lieb und Leben ist.
Auf der Welle blinken 
Tausend schwebende Sterne, 
Liebe Nebel trinken 
Rings die türmende Ferne, 
Morgenwind umflügelt 
Die beschattete Bucht, 
Und im See bespiegelt 
Sich die reifende Frucht.
Spätere Fassung

Auf dem See

Und frische Nahrung, neues Blut 
Saug' ich aus freier Welt; 
Wie ist Natur so hold und gut, 
Die mich am Busen hält! 
Die Welle wieget unsern Kahn 
Im Rudertakt hinauf, 
Und Berge, wolkig himmelan, 
Begegnen unserm Lauf.
Aug' mein Aug', was sinkst du nieder? 
Goldne Träume, kommt ihr wieder? 
Weg, du Traum, so gold du bist, 
Hier auch Lieb und Leben ist.
Auf der Welle blinken 
Tausend schwebende Sterne, 
Liebe Nebel trinken 
Rings die türmende Ferne, 
Morgenwind umflügelt 
Die beschattete Bucht, 
Und im See bespiegelt 
Sich die reifende Frucht.
 
Hier war Goethe am Werk!
 
                                                                                 Schweizeralpe
 
                       War doch gestern dein Haupt noch so braun wie die Locke der Lieben,
                                             Deren holdes Gebild still aus der Ferne mir winkt;
                                      Silbergrau bezeichnet dir früh der Schnee nun die Gipfel,
                                       Der sich in stürmender Nacht dir um den Scheitel ergoß.
                                    Jugend, ach! ist dem Alter so nah, durchs Leben verbunden,
                                      Wie ein beweglicher Traum Gestern und Heute verband. 

Nochmals Goethe



Allmählich bricht der Abend an , als wir im .Hauptort ' des Tales , in Mayen , bei der Kapelle anlangen . Wir kehren bei Ratsherr Regli ein , bei dem ich schon am 22. Juli 1863 , von Erstfeld über die Spannortlücke und den Rossfirn kommend , genächtigt habe . Bis zum Nachtessen Bummel durchs Dörfli , das aus einem Dutzend Häusern und Ställen und einem neuen Schulhaus besteht , das manchem andern Dorfe Ehre machen würde . (Anton Schürmanns Reise über das Sustenjoch im Jahre 1881)


Als Zeugnis für eine Begehung des Gotthards in vorrömischer Zeit – man nahm an, dass die Schöllenen vor allem über den Bäzberg umgangen wurde – hat man in der älteren Forschung gelegentlich auch den legendären Goldschatz aus Erstfeld angeführt. Heute wird die früher verfochtene These eines Imports aus Italien mehrheitlich abgelehnt. In der jüngeren Forschungsliteratur wird betont, dass Edelmetall in keltischer Zeit nicht als frei zirkulierendes Handelsgut betrachtet werden darf; deshalb blieb auch die Annahme, der Schatz sei von einem Händler in einer Notsituation versteckt worden, nicht unwidersprochen. Trotzdem kann man angesichts des Fundorts auch nicht ausschliessen, dass der Schatz über den Gotthard transportiert werden sollte. (Kantonshefte der IVS)



 Juli 2011    Übergabe Oströhre Abschnitt Erstfeld an den Unternehmer Bahntechnik

Dezember 2011        Aufnahme des einjährigen Einspurbetriebs auf der Strecke Altdorf –Erstfeld




«Milchküche»
 
Das mit Eternit verkleidete Haus ist die Kantine für das Bahnpersonal, wird hier «Milchküche» und vom Tessiner Lokomotivpersonal «Buttegin» genannt. Seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden an grösseren Personalstandorten Kantinen erstellt, wo teilweise rund um die Uhr einfache Mahlzeiten und alkoholfreie Getränke erhältlich sind. (Tourismus Erstfeld)


Faido, die SBB rüstet nach – Bau von Lärmschutzwänden!
 
In einem Garten steht ein Schild: Das Haus ist zum Verkauf ausgeschrieben. Die Lärmschutzwände, wenige Meter daneben errichtet, drohen das Haus im engen Tal zu ersticken. Im Vergleich zu den ersten Baujahren habe sich die Situation jedoch verbessert, erzählt ein alter Mann (swissinfo Okt. 2010).
 


... da beide Protagonisten nur ein kurzes Zeitfenster über Mittag haben, organisieren wir uns für die „Milchküche“ in Erstfeld, die Tobi noch nicht kennt. Zur Erinnerung: hier kann jeder Essen gehen – er gilt als Auswärtiger und bezahlt fürs Menu 13.50 inklusive Getränke/Suppe/Jus. Der Ort strahlt Bescheidenheit aus und der Service ist top. Klar, es sind vornehmlich Bähnler an den Tischen, aber auch ältere und gebrechliche Einheimische, vielleicht ehemals SBB-Angestellte oder eben Menschen, die nicht die Kraft haben, ein Mittagessen zuzubereiten. Ich habe auch Schicksale mitbekommen – ich reise ziemlich oft nach Erstfeld, 2 ½ h von Basel, der IR ist mein Transportmittel. Tobi entscheidet sich an diesem Mittwoch für den Vegi-Teller (üppige Salatschale). Obligat kommt die Bohne in der Kleinsttasse auf den Tisch und beendet so auch unser kleines Meeting: Tobi fährt nach Luzern zurück, ich begebe mich nach Faido und schaue mir den Bahnhof noch etwas näher an. Der Verfall ist nicht aufzuhalten, daher mutet etwas grotesk an, dass modernste Lärmschutzwände nachgerüstet werden – doch Lärm tötet, ziemlich späte Erkenntnisse der SBB. Sogar das Bahnhofsgebäude hat an einzelnen Stellen einen Neuanstrich erfahren. Das Mobiliar ist vielfältig, ich setze mich auf die neue Sitzkonstruktion aus Stahl und Beton bahnhofsplatzseitig und betrachte das seit Jahrzehnten gegenüberliegende leere Hotel, an dessen Fassaden die Zeit sehr zu nagen begonnen hat, auch die Emailschilder werden zusehends weniger (wahrscheinlich Kreuzritter auf der Suche nach Flohmarktware).
 
... mit dem IR Destination Basel lasse ich mich ans Rheinknie zurückbringen – das Interieur dieses Einheitswaggons ist farblich etwas modifizierter als bei den etwas neueren Modellen. In Basel glaube ich einer Windmaschine ausgesetzt zu sein – nur noch heisse Luft! Im Gepäck wieder zwei Flaschen noch kühle Molke der Alpgenossenschaft Sittlisalp, diese wird in der „Milchküche“ ab Dienstag feilgeboten – ein halber Liter für 1 ½ Franken...proportional günstig und gesund.  

Tourengänger: Henrik , Tobi

Galerie


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Kommentare (2)


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kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. September 2012 um 20:42
vielleicht sollte ich mal ein TuTen schreiben, wenn ich über mittag in der bäckerei gegenüber vom geschäft ein paar silserli und ein brownie essen gehe. davon ein paar fötteli zu machen, wäre sicher auch kein problem.

in diesem sinne

e guete

Henrik hat gesagt: ...neighbourhood!
Gesendet am 8. September 2012 um 22:13
Aber es gibt auch die Variante Höhensteigen bei mir...und dann gourmessen. Aber es gibt weder Projekte noch To-Do-Listen und gemacht wird das wenigste. Danke für deine Aufmerksamkeit für das Naheliegende.....

Ciao

Henrik


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