Flüela Wisshorn 3085 m - über den Nordwestgrat


Publiziert von Ivo66 Pro , 21. August 2012 um 19:45.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:21 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Flüela-Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 880 m
Abstieg: 880 m
Strecke:Wägerhus - Winterlücke - Nordwestgrat - Flüela Wisshorn - Vorgipfel - Hauptgipfel
Kartennummer:1:25'000 Davos

Das Flüela Wisshorn ist so etwas wie der kleine Bruder des Flüela Schwarzhorns, durch das Flüelatal, in welchem die Passstrasse verläuft, von diesem getrennt. Seine Besteigung ist allerdings nicht zu vergleichen mit der einfachen Bergwanderung auf das Schwarzhorn. Dennoch wird auch das Wisshorn sehr oft bestiegen, fast täglich und an manchen Tagen gar von mehreren Partien.

Die Tour über den Nordwestgrat hat in meinen Augen zwei Schlüsselstellen: Zum einen die oft zitierte, ausgesetzte Platte etwas unter dem Vorgipfel. Die Umgehung in Aufstiegsrichtung rechts ist recht heikel: Zum einen die ziemlich ausgesetzte Querung zur Rinne, welche die Umgehung ermöglicht, zum anderen aber der rutschige Schutt im unteren Teil der Rinne, gleich vor einem senkrechten Abbruch. Die zweite Schlüsselstelle befindet sich auf dem Übergang zwischen Vor- und Hauptgipfel, bestehend aus der kurzen Umgehung des an einer Stelle scharfen Grats durch eine Rinne. Hier ist der Fels allerdings von hervorragender Qualität, was die Stelle im II. Klettergrad zum Vergnügen macht.

Im übrigen bietet der Nordwestgrat abwechslungsreiche, einfache Kletterei, vorwiegend im I. Klettergrad. Es sind viele Auf- und Abstiegsvarianten möglich; entsprechend viele Steinmännchen und Wegspuren verlaufen über oder links und rechts am Grat vorbei. Die Tour ist recht kurz, eignet sich deshalb auch für Tage mit unsicherer Wetterentwicklung. Bequem ist auch der Zustieg zum Grat: Er verläuft auf einem gemütlichen Bergwanderweg vom Wägerhus an der Flüelapassstrasse bis zur Winterlücke. Die weiss-rot-weissen Markierungen wurden heute von einem Gemeindearbeiter liebevoll aufgefrischt.

Landschaftlich besonders beeindruckend ist der Blick auf die Jöriseen, die in allen erdenklichen Blautönen im Kontrast zur grauen Gerölllandschaft stehen und natürlich der Blick zum recht nahen Piz Linard, dem König des Unterengadins.

Routenbeschreibung (ab Winterlücke):

Man begibt sich über die zunächst flache Geröllandschaft Richtung Wisshorn. Allmählich wird der Aufstieg steiler und man kommt auf die ersten Grataufschwünge zu. Viele Steinmänner weisen auf verschiedene Varianten hin. Wir versuchten, immer möglichst nahe am Grat selbst aufzusteigen, wobei man manchmal schon in die Flanken ausweichen muss.

Die ominöse ausgesetzte Platte umgingen wir in Aufstiegsrichtung gesehen rechts: Auf schmalen Felsbändern und Rissen gelangten wir zu der schuttigen Rinne, in welcher die Umgehung der Platte erfolgt. Vorsicht: Sehr viel loser Schutt - die Rinne ist unten sehr steil. Mit Vorteil arbeitet man sich entlang von Felsrippen durch die Rinne hinauf und begibt sich dann wieder nach links auf den grobblockigen Grat. Der weitere Aufstieg zum grossen Gipfelsteinmann auf dem Vorgipfel ist einfach.

Für die Fortsetzung zum Hauptgipfel, der etwa 100 m vom Vorgipfel entfernt liegt, blieben wir zunächst auf der Gratschneide. Unmittelbar bevor dieser sehr ausgesetzt wird, stiegen wir linkerhand durch eine schmale Rinne gut 3 Meter ab und querten dann ausgesetzt, aber in hervorragendem Fels mit guten Griffen und Tritten der Felswand entlang (II), bis wir wieder Gehgelände erreichten. Der Schlussaufstieg zum Hauptgipfel bietet danach keine Schwierigkeiten mehr.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

T5
19 Aug 12
Flüela-Wisshorn (3085m) · Daenu
T5
T5 I
12 Aug 12
Flüela Wisshorn 3085 m · basodino
T4 II
24 Jul 12
Flüela Wisshorn ( 3085m ) · maawaa
T5
4 Aug 03
Flüela Wisshorn · a1

Kommentar hinzufügen»