Clariden


Publiziert von markusB , 20. August 2012 um 08:24.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:19 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 1 Tage 8:00
Aufstieg: 1319 m
Abstieg: 1319 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Anfahrt zum Klausenpass ist mit dem PW oder Postauto direkt möglich. Parkplatz direkt am Beginn der Route.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:s.o.

Schwierigkeit: Die Tour wurde hier bereits mehrfach beschrieben und bewertet. Während an der Bewertung mit WS als Hochtouren-Schwierigkeit und der Bewertung der Kletterstellen mit II aus meiner Sicht nichts auszusetzen ist, halte ich die Bewertung T3 der Wanderschwierigkeit hier für inkonsistent/falsch und gefährlich (es wird eine niedrigere Schwierigkeit suggeriert als tatsächlich vorliegt): Die Route führt durch alpines Gelände (Gletscher), erfordert wegloses gehen und der Einsatz von Steigeisen, Pickel etc. ist zwingend erforderlich. Gemäss der SAC Hochtouren-Skala ist die Tour damit sicher keiner Bergwanderung mehr, sondern eine Alpinwanderung, also definitiv mehr als T3. Mit den Kletterstellen im 2. Grad ist die Tour aus meiner Sicht auf T5 zu bewerten (zumal wird optimale Bedingungen hatten). An den zahlreichen ausgesetzten Stellen zwischen Vor- und Hauptgipfel ist Schwindelfreiheit darüber hinaus nicht ganz unwichtig.

Strecke/Höhenmeter: Während gemäss Karte "nur" ca. 1300 Hm auszusteigen sind, wird einem ein GPS Gerät nach der Tour deutlich zeigen, dass es sich hier nur um eine theoretische Zahl handelt. Sowohl vor dem Gletscher als auch danach gibt es zahlreiche Stellen, wo es runter und wieder hoch geht. Mein GPS zeigte am Ende eine Gesamtleistung im Anstieg von knapp 1565 Hm an. Es ist also durchaus gute Kondition erforderlich.

Gefahren: Neben den üblichen Gefahren bei einer Hochtour ist wohl vor allem die Notwendigkeit eines Helms in den Kletterstellen zwischen Vor- und Hauptgipfel zu erwähnen! Für nicht so gute Kletterer empfiehlt sich ausserdem der Einsatz von Sicherungsgeräten an den mit Ketten gesicherten Stellen. Ausserdem ist sind einige Passagen nach dem Vorgipfel recht ausgesetzt, das Sturzrisiko ist also nicht zu vernachlässigen.

Beschreibung: Direkt nach dem Parkplatz Klausenpass geht es zwischen Wirtshaus und WC hindurch auf den Wanderweg, der sich zunächst über einige Wiesen und dann in steinigem Gelände Richtung Iswändli hinaufschiebt. Hier gibt es nicht viel falsch zu machen, denn der Weg ist recht gut markiert, teilweise mit gelben Strichen auf den Steinen (häufig als Y) und vor allem "Steinmännli". Kurz vor dem Iswändli befindet sich noch ein etwas steileres Stück, an dem eine sehr rostige Leiter festgemacht ist. Diese wenig vertrauenserweckende Konstruktion kann man aber links (immer in Marschrichtung) umgehen.
Das Iswändli an sich ist weniger eine Wand, sondern viel mehr ein etwas steileres Stück Gletscher mit einigen Spalten. Aktuell ist der Gletscher an dieser Stelle aper und die Spalten daher gut sichtbar (vor allem links). Nach dem Iswändli muss man nochmal durch eine etwas spaltigere Zone hindurch, um sich dann Richtung Clariden nach Osten zu wenden. Das beigefügte Bild 2 zeigt unseren Weg über den Gletscher vom Vorgipfel aus, d.h. die Kuppe des Iswändli befindet sich rechts auf dem Bild. Wir sind hier auf der Felszunge aus dem Gletscher ausgestiegen und den Rest auf dem Geröll gelaufen, die andere Variante über den Gletscher ist wohl gleichwertig).
Nach dem Gletscher geht es steil zum Vorgipfel, wobei an einigen Stellen das Geröll recht gut rutscht und eventuell über einem Laufende Steine lostreten können. Spätestens hier sollte also der Helm zum Einsatz kommen. Vom Vorgipfel klettert man hinab an einer Kette (2. Grad) um dann ein kurzes, aber recht ausgesetztes Stück zwischen Vor- und Hauptgipfel zu passieren. Danach nochmal klettern, dieses mal ohne Kette, aber ähnlich ausgesetzt. Auch hier besteht immer Steinschlaggefahr durch Personen, die über einem laufen!

Die ganzen Mühen werden dann belohnt mit einem Traumblick zum Tödi in "greifbarer Nähe" bis hin zu den grössen der Berner Alpen im der Ferne.

/Edit: Korrektur der Höhenangabe.

Tourengänger: markusB

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Kommentare (6)


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sven86 hat gesagt:
Gesendet am 20. August 2012 um 10:34
Hallo,

Die T-Skala bezieht sich regelmäßig nur auf nicht vergletschertes oder verfirntes Gehgelände.

Viele Grüße,
Sven

markusB hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. August 2012 um 11:16
Hallo Sven,

so leid mir das tut, aber das ist schlichtweg falsch, egal wie oft es hier (auf hikr.org) gemacht wird oder nicht.

Die SAC Tourenskala hat eine klare Beschreibung welche Kriterien wann und wie für die Bewertung einer Bergwanderung herangezogen werden. Es ist auch klar definiert, dass immer die schwerste Stelle jeweils der gesamten Tour als Bewertung heranzuziehen ist. Ich zitiere aus der entsprechenden SAC Literatur für T5:

"Oft weglos. Einzelne einfache Kletterstellen. Falls Route markiert: weiss-blau-weiss. Exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr."

Zu Behaupten, die T-Skalen beziehen sich nur auf nicht vergletschertes oder verfirntes Gelände ist damit sicher falsch, sonst würde man es nicht explizit in der Bewertung erwähnen. Die Bewertung für T3 enthält dagegen keinerlei Erwähnung von Gletscher- oder Firnfeldern, was gemäss der Bewertungsrichtlinien des SAC soviel heisst wie "diese Schwierigkeiten sind auf dieser Route nicht vorhanden".

Es macht auch nicht viel Sinn die Bewertung nur auf einen Teil der Tour zu beschränken, denn die Bewertung soll ja eine klare Einordnung der Tour bzgl. ihrer Schwierigkeit bringen. Zudem ist alles nach dem Gletscher bis zum Gipfel sicherlich jenseits von T3 (und dort ist ja auch kein Firn/Gletscher).

Nach dem Iswändli gibt es fast keine Wegmarkierungen mehr (sofern Ketten als Wegmarkierung zählen sollen) und der Gletscher ist zumindest im Iswändli auch nicht sonderlich flach. Spalten gibts auch genug. Man könnte jetzt streiten, ob T4+ oder T5 (evtl. -), aber T3 sicherlich nicht.

Gruss,
Markus

1Gehirner hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. August 2012 um 13:38
Stimmt beides nicht ganz: Die T-Skala ist die WANDERskala, das heisst, sie wird auf den Teil der Tour angewandt, der OHNE Steigeisen und Seilsicherung (oft sogar ohne die MÖGLICHKEIT zur Seilsicherung oder bei bewusstem Verzicht darauf) begangen wird, auch wenn sich in diesem Teil vereiste Schneefelder oder kurze Gletscherpassagen befinden. Auf die Claridentour übertragen würde das bedeuten, dass du die komplette Tour ohne Steigeisen und Seil machst.

Beim Clariden bezieht sich T3 also auf den Zustieg. Sobald man Steigeisen anlegt und/oder ein Seil zur Sicherung verwendet, gilt die Hochtouren- oder Kletterskala. Ist verwirrend, aber konsistent und wird hier auf hikr, soweit ich bisher sehen konnte, durchgehend so gehandhabt.

Deine Formulierung für den Zustieg zum Hochtourenteil passt perfekt auf die T3-Definition:
"Hier gibt es nicht viel falsch zu machen, denn der Weg ist recht gut markiert, teilweise mit gelben Strichen auf den Steinen (häufig als Y) und vor allem "Steinmännli". Kurz vor dem Iswändli befindet sich noch ein etwas steileres Stück, an dem eine sehr rostige Leiter festgemacht ist. Diese wenig vertrauenserweckende Konstruktion kann man aber links (immer in Marschrichtung) umgehen."

Vauacht hat gesagt: 2000Hm
Gesendet am 20. August 2012 um 11:18
2000Hm ist sicherlich viel zu hoch gegriffen.

Ein gutes GPS mit barometrischem Hoehenmesser und gute Software (e.g. Garmin Basecamp) ergeben meistens ein genaues Resultat. Bei mir waren das dann 1450Hm, was mir realistisch erscheint. Der einzige nennenswerte Gegenanstieg ist der Uebergang vom Vor- zum Hauptgipfel und zurueck.

Welches GPS hast Du denn verwendet?

markusB hat gesagt: RE:2000Hm
Gesendet am 20. August 2012 um 11:25
Garmin eTrex30, kalibriert auf dem Klausenpass. Ich habe der Anzeige im Gerät vertraut, aber der Tipp mit der Basecamp Software hat geholfen: Hier werden 1565 Hm im Aufstieg angezeigt.

Danke für den Hinweis, ich werde die Angabe oben korrigieren.

Gruss, Markus

Vauacht hat gesagt: RE:2000Hm
Gesendet am 20. August 2012 um 11:28
Super! Das bestaetigt auch meine Beobachtungen dass mein GPSMap 62s zum Uebertreiben neigt, und erst BaseCamp eine zuverlaessige Aussage zulaesst.

Gruesse


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