Schnittlauch, Steinschlag und Rampe


Publiziert von babu , 19. August 2012 um 21:52.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:18 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Östliche Melchtaler Alpen   CH-OW   CH-BE 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Engstlenalp - Tannalp - Tannenrotisand - Rampe - Barglen - Bärgenchäle - Chli Hohmad - Hohmad - Chringen - Tannalp - Engstlenalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PW oder Bus nach Engstlenalp
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Engstlenalp und Unterkunftsmöglichkeit auf der Tannalp

Was lange währt wird endlich gut...
Bereits seit längerer Zeit schlummert dieses Projekt im Kopf. In regelmässigen und hartnäckigen Abständen rufte sich die Barglen immer wieder in Erinnerung. Erstmals wurde ich hier auf diese, doch eindrückliche Aufstiegsvariante aufmerksam.
Die Bewertung "BG" und die Bilder dazu sprechen leider nicht die gleiche Sprache: http://www.hikr.org/gallery/photo331570.html?post_id=26210#1. Gut, sagten wir uns, sehen wir uns das mal genauer an. Inspiriert durch die eindrücklichen Bildimpressionen haben wir ohne lange zu überlegen den Helm, Seil und die dazugehörige Hardware mitgenommen.

Abgesehen von der Herausforderung ist die Rampen-Variante eine attraktive Option den Barglen zu besteigen. So wird die langgezogene Gratwanderung vom Gipfel zur Chringen nur 1 x  unter die Füsse genommen.

Gestartet sind wir also auf der Engstlenalp. Auf guten Wanderwegen erreichen wir alsdann zügig die Tannalp. Von der Abkürzung "Jänti" raten wir ab. Der Weg ist komplett verkrautet und bietet sich höchstens für Botaniker als interessanten Abstecher an...;-).
Von der Tannalp gehts weiter weglos in Richtung Murmoltereneggen. Der langgezogene Grat des Barglen zeigt sich hier von der imposanten Seite. Jetzt wird auch klar weshalb erst bei der Chringen die erste Möglichkeit besteht via Wanderweg den Barglen anzupirschen. Überall brechen Felswände ab, höchstens Abseilen liegt hier drin. Dazu aber später...

Einem Tälchen folgend (Steinmänner) erreichen wir anschliessend den Übergang "Tannenrotisand". Und hier erhaschen wir den ersten Blick auf die Rampe. Okkeeeyyyy, sieht so steil aus wie auf den Bildern... Leider hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert...;-).

Im Wissen mit unserer Ausrüstung gewappnet zu sein, steigen wir auf einem steilen und schiefrigen Hang rund 80 m hinunter und queren bei der ersten Gelegenheit hinüber zur Nordost-Seite des Barglen.
Heute ist der Schatten bei dieser Affenhitze ein willkommener Begleiter, sogar ein Rest-Schneefeld präsentiert sich uns beim Einstieg in die Rampe.

Wir sehen tatsächlich erste Bohrhaken (Topzustand!) und sind darüber nicht unglücklich. Auch der morgendliche Helmgriff war gold wert. Bald stellt sich heraus, dass die gesamte Rampe von losem Geröll überzogen ist. Das Seil löste in regelmässigen Abständen Steinschlag aus, deshalb ist der Kopfschutz hier mehr als Willkommen! Für einen Kaltstart sind die ersten 15 Meter gleich happig. Plattige Kletterei stellt sich uns in den Weg und als wäre dies nicht genug präsentiert sich das Ganze in ziemlich steilen Gelände. Die Bohrhaken lassen uns in Sicherheit wiegen und deshalb gehts stetig aufwärts. Spätestens in der Mitte der Strecke ist jedoch fertig mit dem Haken-Paradies. Jetzt heisst es selber an wackeligen Steinblöcken mittels Schlingen sichern. Ein Unterfangen, dass nicht so leicht umzusetzen ist. Überall rieselt der Stein, jeder Schritt muss geprüft werden und ab und zu ist ducken angesagt.... Schade eigentlich, aber die Felsqualität hier lässt zu wünschen übrig. Wir ziehen's durch und behelfen uns mit kurzen Seillängen. Auch die letzten Meter der Rampe werden für den Ausstieg genutzt und nach längerem nordseitigem Aufenthalt werden wir endlich von der Sonne begrüsst!

Bis zum Gipfel ist's dann nur noch ein kleiner "Hupf" in unschwierigem Gelände. Für den Abstieg wollten wir die eingerichtete Abseilstelle bei der Barglenchäle prüfen, doch eine vorgelagerte Felsterrasse versperrte uns das Blickfeld. So konnten wir nicht erkennen ob unsere zwei 40m-Seile auch das untere Plateau erreichen. So lassen wir es bleiben denn wir finden, dass der Abenteuer-Durst fürs Erste gestillt ist.... Deshalb gehts auf konventionellen Wegen zum Einschnitt "Chringen" um wieder die Tannalp zu erreichen. Der weiss-blau-weiss markierte Pfad ist gespickt mit felsigen Abschnitten, welche nochmals Konzentration verlangen.

Fazit: die Rampe ist eine Aufstiegsvariante, welche einiges zu bieten hat. Die Felsqualität ist jedoch fragwürdig und der Steinschlag ist nicht zu unterschätzen.  Mehr als 1 Seilschaft sollte sich deshalb nicht in dieser Route aufhalten. Schwierigkeit 1. Drittel: 3+, 2. Drittel 3-, 3. Drittel: 2+



Tourengänger: BaumannEdu, babu

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