Hörndl (2852m), Hochgasser (2922m) und Tauernkogel (2988m) - Im Schatten der Großen


Publiziert von Chiemgauer , 19. August 2012 um 17:11.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Granatspitzgruppe
Tour Datum:18 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 12:00
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2300 m
Strecke:21,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Mittersill Richtung Felberntauern. In der ersten 180° Linkskurve rechts zur Meilingeralm abbiegen. Am Ende der Straße Parkplatz am Hintersee.
Unterkunftmöglichkeiten:St. Pöltner Hütte
Kartennummer:Kompass Nr. 38

Anscheinend führt dieses Gebiet ein absolutes Schattendasein wegen seiner berühmten Nachbarn und das völlig zu unrecht, handelt es sich doch um geniale Aussichtsgipfel! Bei AKW möchte man, dass der Tag einfach nicht endet, so habe ich heute insgesamt wohl 3 Stunden an den Gipfeln verbracht. Jede Sekunde ein Traum!!!

 

Vorab sei erwähnt, dass die Runde in andere Richtung wohl besser ist, denn so kann der Grat im Abstieg komplett (bis zum Brentling; mit Kreuz) gemacht werden und problemlos wild zum Aufstiegssteig abgestiegen werden.

Vom Parkplatz wenige Meter der Teerstraße weiter folgen und dann immer den Wegweiser Hörndl bzw. Schranckeckscharte über einen Steig nach. Wunderschön zieht sich der Steig, erst durch Wald, dann über Wiesen, nach oben, bevor er etwas zu queren beginnt bis zu einem weiteren Wegweiser, ab dem es zur Schranckeckscharte hoch geht. Bis hierher identisch mit dem einfacheren Weg zur St. Pöltner Hütte. Der Wegweiser informiert bereits über das kommende „nur Markierungen, kein Weg“, was in etwa auch zutrifft. Man merkt ab jetzt deutlich, dass hier nicht wirklich oft gegangen wird. Wegfindung aber kein Problem, da zahlreiche Markierungen.

Weiter über Wiesengelände hoch zur Schranckeckscharte und dann erstmals auch durch Wiesengelände am Kamm weiter, bevor langsam in Blockgelände übergeht und östlich unterhalb der Huggachköpfe gequert wird. Hier ist mit das übelste Blockgelände, das ich je gegangen bin. Außerdem sind einige Meter (unterhalb Altschneefeld) extrem steinschlaggefährdet. Fast jede Minute kam da was runter. Hier heißt es die wenigen Meter schnell zu queren. Gleich danach eine kurze gesicherte Stelle, die den ansonsten eher einfachen Anstieg deutlich erschweren, sind die ersten zwei Schritte doch extrem trittarm. Danach weiter durchs Blockgelände bis zum riesigen Blockhaufen, dem Hörndl. Kleines Gipfelbuch von 99, weißt auf die wenigen Besuche im Jahr hin.

Nun weiter rüber zum Hochgasser. Meine Infos dazu stammen aus AV Führer (II, lohnend), also lasse ich mich überraschen. Bis zur nächsten Kuppe kann dem Normalweg zur St. Pöltner Hütte gefolgt werden, bevor man Steigspuren am Grat weiter folgt. Zuerst noch einfacher wird der Grat in der tiefsten Scharte ziemlich schmal. Zu meiner Überraschung stoße ich zweimal auf Drahtseil, das jeweils etwas in die Ostseite führt. Ich bleibe aber am Grat und bis auf einen kleinen bauchigen Block ist das auch einfach zu machen. Ausgesetzt ist es aber schon T5/Stellen II würde ich sagen. Danach wieder über Blockgelände zum Hochgasser hoch, wobei je näher am Grat umso angenehmer zu gehen. Der Gipfel ist dann aber schon deutlich angenehmer in dieser Hinsicht, als das Hörndl.

Da der Tag komplett genutzt werden soll, entschließe ich mich auch noch den Tauernkogel mitzunehmen. Dafür über den Normalweg zur St. Pöltner Hütte runter. Oben über Blockgelände, das im Vergleich zum bisherigen sehr angenehm zu gehen ist und dann wird es etwas wiesiger. Vor der Hütte noch über eine kleine Kuppe, die auf einer Seite mit Drahtseil versehen ist. Die Stelle ist aber nicht wirklich schwierig. Danach über den Normalweg zum Tauernkogel hoch. Auch hier beginnt sehr früh das Blockgelände und nach etwa einem Drittel ist ein Altschneefeld zu meistern, das heute zu später Stunde kein Problem mehr darstellt. Danach weiter über steiles Blockgelände zum Ostgrat und über diesen hoch zum Tauernkogel. Auch hierher ist das Blockgelände angenehm zu gehen (T4/I).

Nun wieder über Aufstiegsweg runter zur Hütte und unter der Hochspannungsleitung über den Trassensteig zurück zum Auto. In einer Steilstufe ist dieser gesichert und verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die einfachere Methode wäre sicher wieder zum Aufstiegsweg zu queren und über diesen zum Auto zurück.

 

Ich kann jedem diese Gipfel bei AKW mehr wie nur ans Herz legen. Einfach zu genial liegen sie zwischen Glockner und Venediger und bieten auf Grund ihrer Dominanz hervorragende Sicht nach Norden. Mein persönlicher Favorit wäre, obwohl nicht der höchste, der Hochgasser.


Tourengänger: Chiemgauer

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Geodaten
 12512.gpx Aufstieg zum Hörndl
 12513.gpx Grat zum Hochgasser
 12514.gpx Übergang zum Tauernkogel
 12515.gpx Abstieg

Galerie


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Kommentare (4)


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Bergpoetin hat gesagt:
Gesendet am 20. August 2012 um 22:36
Servus Hans,

wie würdest Du die beiden ersten Gipfel ohne Gratwanderung, also Hörndl mit Rückweg auf Aufstiegsroute bzw. Hochgasser von der Hütte aus, einstufen?

Alles Liebe

Lorna

Chiemgauer hat gesagt: RE:
Gesendet am 21. August 2012 um 16:32
Hörndl T3 mit eben diesen zwei "heißen" Schritten am Drahtseil und der Steinschlaggefahr.
Hochgasser wohl nur T2+ bis T3-. Die Stelle mit Drahtseil ist nicht wirklich anspruchsvoll.
Hoffe geholfen zu haben.

Bergpoetin hat gesagt: RE:
Gesendet am 23. August 2012 um 15:07
Wunderbar, herzlichen Dank! Somit dürften die beiden einzeln für mich machbar sein :)

Chiemgauer hat gesagt: RE:
Gesendet am 23. August 2012 um 19:38
Wenn es nur einer wird, dann mache Hochgasser! Hörndl ist schon ein "übler" Blockhaufen!


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