Güferhorn, Traverse Länta-Zapport


Publiziert von Zaza , 19. August 2012 um 09:38.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum:17 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Gruppo Rheinwaldhorn   Gruppo Pizzo di Cassimoi   Gruppo Zapporthorn   Gruppo Cima Rossa 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1750 m
Abstieg: 1300 m
Kartennummer:1234, 1233, 1253, 1254

Ob es wohl möglich wäre, das abgelegene Güferhorn als öV-Tagestour und in Überschreitung zu besuchen? Nun, es wäre wohl aufgegangen, aber letztlich war ich doch froh, dass ich mich für eine Übernachtung in der sehr angenehmen Zapporthütte entschieden habe, denn die Tour von Zervreila nach Hinterrhein ist arg lang und das Zeitfenster von rund 10 Stunden wäre da nicht gerade üppig. 

So starte ich also um 9.45 in Zervreila und marschiere zunächst dem See entlang zur Lampertschalp (der Zervreila-Shuttle zur Canalbrücke bringt kaum einen Zeitgewinn) und weiter zur Läntahütte. Da bin ich nach zwei Stunden bloss 250 Meter höher, aber dafür gibt's hier eine gute Verpflegungsmöglichkeit, schliesslich ist gerade Mittag. Die Hüttengehilfinnen weisen darauf hin, dass man für den Aufstieg zur Läntalücke ein Klettersteigset brauche, was mich aber nicht so recht überzeugt. Jedenfalls scheint der Hüttenwart diesen Übergang nicht gross propagieren zu wollen, denn das Ziel ist nirgends auf einem Wegweiser angegeben. 

Kurz nach der Hütte gehe ich über die Brücke und verlasse den Furggelti-Weg wenige Meter weiter oben, um den weiss-blau markierten Pfad zum Gletscher einzuschlagen. Auf etwa 2200 m teilen sich die Wege und ich folge nun dem mit roten Punkten markierten Pfad zur Läntalücke. Er steigt zunächst schräg an und erklimmt dann recht steil die Moräne nördlich des Güfergletscher-Westarmes. Der Gletscher wird dann auf etwa 2800 m flach überquert, was heute gut ohne Steigeisen geht. Danach geht es über P. 2902 aufwärts zum Grat, den die Route bei P. 3058 erreicht. In diesem oberen Abschnitt hat es einige Ketten und Fixseile, für die aber zumindest im Aufstieg für Geübte keine besondere Ausrüstung nötig ist. 

Nun folge ich dem Grat zum Güferhorn, was unschwierig ist bis auf den letzten Aufschwung. Ihn kann man knapp links der Kante durch ein paar kurze Verschneidungen erklettern (II) oder man umgeht ihn rechts in schuttigem Gelände. Auf dem Gipfel überlege ich noch etwas, ob ich über die Häx absteigen soll, aber da mir die Hüttenwartin davon abgeraten hat (sei im Abstieg nicht gut zu finden), gehe ich nach ausgiebiger Gipfelrast halt doch zurück zur Läntalücke. 

Der Abstieg zum Ursprung ist nicht ganz einfach zu finden. Es hat zwar ein paar Steinmännchen, aber im mittleren Teil habe ich sie jedenfalls nicht gesehen. Am besten hält man sich an die Karte, um die paar Felsstufen zu umgehen. Irgendwann komme ich dann knapp ob dem Ursprung, auf etwa 2400 m, zur eindrücklichen Markierung, die den Stand des Paradiesgletscher von 1970 markiert - der Rückgang in diesen 40 Jahren ist massiv. 

Bleibt der kurze Ausmarsch zur Zapporthütte. Es ist dies eine einfache Hütte des alten Stils mit einem sehr herzlichen Empfang durch das freundliche Hüttenwartspaar. Bei total gerade mal sieben Gästen verbringen wir dann einen sehr angenehmen Abend. 

Hinweise: 
Wenn man das Güferhorn als (öV-)Tagestour machen möchte, geht man am besten von Zervreila oder von Hinterrhein aus und nimmt das Velo mit:
  • Von Zervreila bis Canalbrücke mit Velo, dann Canallücke - Ostgrat - Güferhorn - Westgrat - Läntalücke - Länta
  • Von Hinterrhein mit dem Velo bis zum Ende des Schiessplatzes, dann Zapporthütte - Canallücke oder Häx - Güferhorn - Läntalücke - Zapporthütte - Velo

Tourengänger: Zaza

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Kommentare (1)


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Micha hat gesagt:
Gesendet am 20. August 2012 um 18:13
Tolle Tour mit schöne Bilder. Ich habe es letztes Jahr gemacht. Zevreila, Parkplatz bei der Kapelle- Zapporthütte.
Ich bin nicht über die Läntalücke gegangen denn ich kenne diesen Übergang und der ist mir nicht anmächelig.
Ich habe die Güferlücke genommen. Tolle Tour die einiges abverlangt. Kompliment!


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