Über Hüenersattel (2695m) und Cavannapass ins Bedretto - Tessin-Führungstour 2. Tag


Publiziert von steinziege , 17. August 2012 um 17:26.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:10 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo Rotondo   CH-TI   CH-UR 
Aufstieg: 535 m
Strecke:14,72 km
Unterkunftmöglichkeiten:Rotondohütte, Capanna Piansecco, alternativ Osteria Rotondo in BEdretto
Kartennummer:Landeskarte der Schweiz 1: 50000 Nr. 5001, 1:25.000 Nr. 265 T

So halb hatte ich für den frühen Morgen mit einer Besteigung des Groß-Leckihorns geliebäugelt (2006 war ich bei recht trübem Wetter schon mal oben gestanden). Aber die daraufhin befragte Hüttenwirtin meinte, für den Übergang zur Piansecco-Hütte müssten wir bei eher gemütlicher Gangart mindestens 8 Stunden veranschlagen und riet deshalb dringend ab. Allein der Höhenweg von der Capanna di Piei zur Capanna Piansecco sei etwa 4 Stunden lang...
Das erwies sich insgesamt, jedoch nicht im Detail als richtig.

Der Hüttenwirtin ein großes Lob für ihre verantwortungsvolle Tourenberatung!

Man steuert von der Hütte (2570m) auf anfangs gut markierter Wegspur den Gletschersee unterhalb des Witenwasserengletschers an. Das Gelände (überwiegend felsdurchsetztes Geröll) ist etwas unübersichtlich, deshalb wurde - rührend! - ein weißes Plastikband als Ariadnefaden halb im Geröll vergraben... auch das verliert sich gelegentlich.
Man quert den See nördlich in einen flachen Sattel östlich desselben und dann in großem Bogen erst südwärts, dann zunehmend in östlicher Richtung in den Geröllkessel "In den Hüenerstöcken". Es gibt verschiedene Routen; wir folgten dem Beispiel der einzigen Gruppe vor uns und nahmen die, die ein südostwärts führendes Tälchen relativ hoch umrundet. Allerdings querten wir - wie auch die anderen - es etwas tiefer, wo eine gute Spur durch ein großes, teilweise recht steiles  Firnfeld führte (der glatte Felssporn in der Mitte war etwas unangenehm), pirschten uns dann erst ostwärts um den Kessel herum (hier keine Markierungen, die liegen wahrscheinlich etwas höher) und dann in südlicher Richtung aufwärts zum Hüenersattel (2695m) hoch (teilweise wieder markiert).

Prachtvolle Aussicht auf die Nordhänge des Bedrettotals mit  allen Seitentälern (bei dieser Betrachtung beschloss ich, dass wir ganz klassisch durchs Val Torta zum Cristallinapass hinaufgehen würden, denn so langsam reichte es mit Schutt und Geröll) und rückwärts auf die Gipfel des Gotthard-Massivs.

Am Hüenersattel wiesen eine nicht ganz frische rotweiße Markierung auf den Ronggergrat (was zu den undeutlichen Spuren auf der Karte passte) und ein dicker Wegweiser auf einen komfortabel gefügten regelrechten Weg ins Blockwerk und Geröll seiner Nordflanke...
"Wegweiser" wog schwerer.
Der Weg zog relativ tief in die Flanke hinein und verlor sich dann... da mochten wir aber schon nicht mehr umkehren und wühlten uns schön vorsichtig und steinschlagvermeidend eine abgeflachte, folglich relativ stabile, aber immer noch relativ steile  Hangrippe hinauf, wo wir unterm Ronggergrat eine Art  "Mauer" sahen - den ins Blockwerk "gefügten" guten Weg, auf den die Route über den Grat einmündet. (Also besser Wegweiser ignorieren und der Markierung den Ronggergrat hinauf folgen!)

Dieser Weg überwindet den Grat (wieder herrliche Sicht in beide Richtungen) und führt dann, teilweise auf "gebauten" Stufen, hinunter zum Passo di Cavanna (2613m).
Von diesem geht es sehr steil anfangs durch Geröll, später die Wiesen des Ganone (Wasser!!!) hinunter auf den Almfahrweg (ca. 2035m), dem man eine Weile nach SW folgt. Nach einer guten halben Stunde mutiert er zu einem bildschönen, romantischen Steig immer die Südhänge entlang, teils Wiese, teils Wald, über beeindruckende Wildbachsysteme. (Man befindet sich hier auf einer Etappe des "Sentiero di quattro sorgente". )
Allerdings braucht man für diesen Höhenweg bis zur Capanna Piansecco nicht 4 Stunden, sondern bei gemütlicher Gangart mit Zeit fürs Wildbachbestaunen und Fotografieren ungefähr 2,5 Stunden. Der Aufstieg zum Hüenersattel und Cavannapass hatten dafür etwas länger gedauert (Pfadfinden!).

Die Pianseccohütte liegt sehr hübsch in einem lockeren Lärchenbestand mit Abendsonne 1932m hoch. Es gab Polenta mit Schweine-Brasato.

Tourengänger: steinziege

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