Churfirsten-Überschreitung


Publiziert von Daenu , 15. August 2012 um 19:29.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:11 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Churfirsten   CH-SG 
Aufstieg: 3718 m
Abstieg: 3721 m
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Sternen, Unterwasser. Tolles Hotel mit guter Küche. Die Appartements eignen sich gut für ein Gruppenfrühstück vor dem Start :-)
Kartennummer:1134, 1135

Nach fast einem Jahr Planung und Vorfreude war es endlich soweit. Wir konnten unsere Vereinstour über die sieben Churfirsten bei bester Wettervorhersage starten. Erfreulicherweise haben sich sechs Teilnehmer für die ganze Tour angemeldet, neun weitere werden uns auf einer Teilstrecke begleiten.
 
Chäserrugg (2262m) und Hinderrugg (2306m) – T2
Wir starten um 3 Uhr in Unterwasser bei der Talstation der Iltios-Standseilbahn. Da die ersten 400hm zu einem guten Teil im Wald zurückgelegt werden, sind Stirnlampen unabdingbar. Wir folgen dem Wanderweg über Egg, Iltios und Stöfeli auf den langgezogenen Rücken des Chäserruggs und über diesen hinauf zur Bergstation. Alles ist noch nass, die Steine sind unangenehm glitschig. Die Kühe starren uns Zweibeinern irritiert nach. Vom Chäserrugg geht es ein paar Tritte hinunter in einen kleinen Pass und auf der Gegenseite wieder hinauf auf den Hinderrugg. Auf der weiten Grasfläche gibt es eine erste Pause, wir geniessen den tollen Sonnenaufgang trotz der Kälte.
 
Schibenstoll (2236m) – T2 (Querung T3)
Nun geht es auf der Westseite des Hinderruggs in zahlreichen Kehren hinunter zu P.2045 – immer noch auf der Hut, auf den nassen Steinen nicht auszurutschen. Anschliessend folgen wir ein Stück dem Wanderweg bis auf rund 1940m, dann queren wir durch Blacken und über ein Karrenfeld hinüber ins Gluuristal. Wir bleiben zuerst im Talboden, dann traversieren wir auf der Westseite – zuerst durch Gras und Gebüsch, dann über ein Blockfeld, immer die Höhe haltend – zum grossen Stein am Talausgang. Unterhalb einer kleinen Felswand beginnen wir den Aufstieg um den Nordausläufer des Schibenstoll herum. Zuerst helfen einzelne Wegspuren, dann queren wir weglos eine Wiese, bis wir auf ca. 1820m auf den Wanderweg treffen. Diesem folgen wir zum Gipfel des Schibenstoll. Der Weg ist nicht schwierig, zwei steilere Abschnitte und ein Band – mit denen die Felsbarriere überwunden wird – verlangen etwas Trittsicherheit. Leider hat es bereits Quellwolken und wir sitzen ziemlich im Nebel. Tipp 1: Wenn im Frühjahr noch Schnee liegt, kann von P.2045 direkt ins Gluuristal abgerutscht werden. Tipp 2: Die anschliessende Traverse nicht zu hoch ansetzen, dann lässt sich das zeitraubende Geknorze durch die Büsche vermeiden. Stattdessen besser im Talgrund bleiben und danach nach links zum grossen Stein aufsteigen.
 
Zuestoll (2235m) – T4
Wir steigen auf dem Wanderweg ab bis zur Abzweigung bei P.1737. Hier beginnt der Aufstieg auf den Zuestoll. Der Zuestoll hat den schwierigsten Anstieg, er zeigt uns dies gleich zu Beginn. Eine erste Felsstufe wird auf steilem Weg überwunden, Metallleisten und etwas Kletterfertigkeit helfen. Nach einem Sattel steigen wir über einen recht steilen Rücken auf. Dieser wird immer schmaler und verengt sich zu einem ziemlich scharfen Grat. Wir überwinden ihn auf der linken Seite (E), Drahtseile helfen den nicht ganz Schwindelfreien. Über eine Felsstufe mit guten Tritten geht es einige Meter hinunter. Nun wird das Gelände wieder einfacher, ein Weg zig-zagt das Gras hinauf bis unter den Gipfelaufbau. Hier gehen wir nach links auf die Ostseite des Gipfels und steigen über eine Felsstufe – Drahtseil, nicht sehr ausgesetzt – zum Gipfelkreuz. Auf gleichem Weg steigen wir bis auf ca. 2100m ab. Nun befinden wir uns unterhalb der Felsstufe, die wir vorhin vom Grat her kommend abgestiegen sind. Wir gehen auf Wegspuren links (W) hinunter, dicht der Felswand entlang. Orange Markierungen und vereinzelte Steinmännchen helfen bei der Orientierung. In flacherem Gelände angekommen queren wir das Brisital durch Gras und über die Karrenfelder zwischen P.1828 und P.1847 zum Wanderweg auf den Brisi, welchen wir beim Bödeli auf ca. 1740m erreichen.
 
Brisi (2279m) – T2
Wir steigen zur Abzweigung bei P.1797 auf, hier haben wir am Vortag ein Getränkedepot angelegt – der Platz unter der Tanne rechts hinter dem grossen Felsen eignet sich vorzüglich dafür. Nun folgen wir alles dem Wanderweg über den Nordhang des Brisi hinauf zum Gipfel. Der Weg verläuft im Gras, zuoberst queren wir ein paar Blöcke – keine Schwierigkeiten. Hier ist nun die ganze Gruppe versammelt, leider sitzen wir wiederum im Nebel. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg hinunter zu P.1797.
 
Frümsel (2267m) – T3
Zuerst folgen wir dem Wanderweg ins Frümseltal. Nach ca. 100m erblicken wir rechts an einem Felsblock einen roten Punkt, welcher den Beginn der weglosen Querung hinüber zum Frümsel anzeigt. Wir traversieren – ungefähr die Höhe haltend – nördlich an P.1848 vorbei, dann steigen wir zum Wanderweg Torloch-Frümsel auf und erreichen diesen auf ca. 1860m. Wir machen uns an den steilen Aufstieg zum Frümsel. Gleich zu Beginn überwinden wir eine kurze Steilstufe, dann führt der Weg die Nordflanke hinauf zum Gipfel. Der Abstieg bis an den Fuss der Nordflanke erfolgt auf dem Aufstiegsweg.
 
Selun (2204m) – T4+
Der Aufstieg zum Selun ist auf dem Normalweg ab Strichboden sehr einfach (T2). Wir haben jedoch keine Lust, so weit abzusteigen und planen den Aufstieg durch die steile Ostflanke. Diese wird von mehreren Rinnen durchzogen, die richtige ist im oberen Teil mit roten Punkten markiert (siehe Fotos im Tourenbericht vom 30.6.2012). Zuerst queren wir an P.1904 vorbei ins Chalttal, dann steigen wir über mehrere Rinnen zu den Schneeflecken auf. Hier beginnt die Rinne, die hinauf zum Sattel neben dem Gipfel führt. Zu Beginn steigen wir über Schutt und Kies zu den Felsen an der rechten Begrenzung der Rinne und folgen diesen kurz. Anschliessend suchen wir die beste Route durch die Rinne, in der sich Grasrinnen und Felsen abwechseln, bis wir den Sattel erreichen. Nun folgt eine kurze Querung in die mässig steile Grasflanke auf der Südseite des Seluns, danach ein kurzer aber steiler Aufstieg durch eine Grasrinne mit guten Tritten – dann stehen wir auf dem Gipfel. Es ist geschafft – alle sieben Churfirsten sind bestiegen. Der finale Abstieg erfolgt auf dem Wanderweg über Strichboden nach Starkenbach. Einige benutzen ab Starkenbach die wacklige Seilbahn, andere vollenden den Abstieg zu Fuss. Das Bierchen an der Talstation zur Feier des Tages schmeckt so gut wie selten :-). Ein Kompliment an meine Mitwanderer, es hat Spass gemacht.

Tourengänger: Daenu

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