Cufercalhorn 2800 m


Publiziert von StefanP , 13. August 2012 um 21:14.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Hinterrhein
Tour Datum:12 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 947 m
Abstieg: 947 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Andeer Richtung Promischur, an der letzten Kreuzung links Richtung Lai Lung weiter bis zum Parkplatz am Ende des geteerten Fahrweges oberhalb Molas. Achtung seit diesem Jahr ist diese Fahrstrecke bewilligungspflichtig! Auf der Gemeinde Andeer oder besser wegen den guten Öffnungszeiten im Andeerer Mineralbad kann für 10.- eine Tageskarte gelöst werden.
Unterkunftmöglichkeiten:SAC Cufercalhütte www.cufercal.ch
Kartennummer:1235 Andeer

Das Cufercalhorn ist ein sehr selten begangenes, doppelspitziges Horn zwischen Steilertal und Alp Anarosa. Es ist der östlichste Gipfel des zerrissenen Anarosa-Kammes. Der Ostgipfel ist ein paar Meter tiefer als der Westgipfel. Im Ostgipfelsteinmann befindet sich ein Gipfelbuch. Der letzte Eintrag stammte vom 21.08.2011. Selbst im Internet findet man nur wenige Hinweise auf den Berg, daher freue mich über diese hikr-Premiere. 
Wir starteten beim Parkplatz ob Molas bei Punkt 1844m. Dem markierten Wanderweg Richtung Cufercalhütte / Lai da Vons folgend. Auf der Ebene zweigt der Weg dann rechts weg und steigt Richtung Roten Turra an. Über eine Stufe  erreichten wir die Cufecalalp und weiter die Cufercalhütte auf 2385 m. Nach kurzem Kaffeehalt bei der Hüttenwartin auf dem Wanderweg weiter Richtung Fta digl Lai Pingt. Nach Punkt 2428 m verliessen wir den Wanderweg, stiegen in die Mulde östlich vom Punkt 2502 m. Dort eine Geröllhalde hinauf auf den Südostgrat zu Punkt 2593 m. Der breite Gratrücken wird je höher man steigt je schmäler. An dem Punkt wo das Gelände in Felsen wechselt fand mein mittlerer Sohn Jan bis hierher genüge ihm der Aufstieg. Ich liess auch die Hündin bei ihm zurück und stieg alleine weiter.
Die im SAC Führer Nr. 2 (4. Auflage  von 1981)  beschriebene Aufstiegsroute Nr. 643, welche als einzige den Schwierigkeitsgrad WS aufweist (die beiden anderen Routen Nr. 644 und 645 sind ZS) ratet in die Südwand auszuweichen, um durch ein Schuttcouloir und anschliessend über ein Felsbändchen leicht den Gipfel zu erreichen. Ich sah, dass in der Südwand 2 Couloir’s einen möglichen Aufstieg darstellten. Somit traversierte über ein abschüssiges Geröllfeld zum 1. Couloir (gelb markiert), stieg dieses hinauf, bis ich unter einem riesigen Block stehend feststellen musste, dass hier kein weiterkommen war. Nun wechselte ich absteigend ins 2. Coulor (rot markiert). Das Gelände ist sehr mühsam, recht steil  und insbesondere ist fast alles lose. Jeder Griff muss geprüft sein, ob der Fels hält oder nachgibt.  Das 2. Couloir war einfacher und ich fand mich in einem kleinen Sattel wieder. Dort sah ich, dass der obere Teil des Berges vielfach abgestuft ist. Etwas absteigend suchte ich mir rechts haltend ein weiteres, enges Colouir, das in östlicher Richtung ansteigt, um so die nächste Stufe zu erreichen. Vom Ausstieg sah ich westlich ein Turm der mich wieder eine Stufe höher brachte. Von dort erkannte ich dann die beiden Gipfel und der weitere Aufstieg war leicht, noch über eine kleine Stufe zum Gipfelsteinmann.
Die Aussicht auf die Alp Anarosa ist sehr schön, diejenige ins Steilertal imposant. Tatsächlich waren wir nicht allein auf der Tour.  Kurz nach mir erreichten 2 weitere Personen den Gipfel. Da sie beide eine andere Aufstiegsroute wählten (grün markiert) und ich gerne mehr über diese Route erfahren wollte entschlossen wir uns gemeinsam abzusteigen. In der direkteren Abstiegsroute hat es jedoch 2 Stellen drinnen, welche überklettert werden mussten. Sehr gut war, dass wir nicht durch die rutschigen Couloirs abstiegen. Diese sind steinschlag gefährdet und je mehr Personen sich darin befinden, desto schwieriger wird es und umso wichtiger wird das Mitführen eines Helm‘s. Wieder auf dem Südostgrat zurück bei Jan und Lexy, verabschiedete ich mich von meinen beiden Abstiegsbegleitern und wir machten uns auf den Rückweg zur Cufercalhütte. Dort gönnten wir uns bei Maria eine feine Tagessuppe um anschliessend zum Ausgangspunkt zurück zukehren.

Die Beurteilung meiner Aufstiegsroute, überlasse ich dem Leser. Die Abstiegsroute war mit Steinmänner zum Teil markiert. Für mich ist sie wegen den 2 Stufen keine Aufstiegsroute. Sicher ist das Cufercalhorn kein einfaches Gelände. Trittsicherheit, Handschuhe und Helm sind sehr empfehlenswert. In Verbindung mit der Cufercalhütte (Piz Calandari) und dem Übergang in die Alp Anarosa auch für 2 Tage geeignet.


Tourengänger: StefanP

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